Schwäbisch Hall Kritik an Wirtschaftsweisen

Seit 50 Jahren IG-Metall-Mitglied: Rolf Bauer, Arno Bielinski, Wilfried Brenner, Alfred Häußer, Wolfgang Holl, Josef Irsigler, Manfred Lange, Christina Librera, Hans Munz, Walter Schenk, Fritz Schuh, Rosario Sortino, Otto Thier, Erwin Weller und Rose Weller. In der Mitte Vitus Wolf aus Matzenbach, seit 60 Jahren Mitglied.
Seit 50 Jahren IG-Metall-Mitglied: Rolf Bauer, Arno Bielinski, Wilfried Brenner, Alfred Häußer, Wolfgang Holl, Josef Irsigler, Manfred Lange, Christina Librera, Hans Munz, Walter Schenk, Fritz Schuh, Rosario Sortino, Otto Thier, Erwin Weller und Rose Weller. In der Mitte Vitus Wolf aus Matzenbach, seit 60 Jahren Mitglied. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / SWP 22.11.2014
496 Mitglieder hat die IG Metall dieses Jahr für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Sie halten der Gewerkschaft seit 25, 40, 50 oder 60 Jahren die Treue.

Über 200 Mitglieder folgten der Einladung zur Jubilarfeier in den Haller Neubau-Saal. Die IG Metall Schwäbisch Hall betreut die Metall-, Holz- und Textilbranche in den Landkreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohe.

Für Festredner Dieter Knauss, ehemaliger Geschäftsführer der IG Metall in Waiblingen und heute eines von sieben Mitgliedern im höchsten Kontrollorgan der Organisation, sind Gewerkschaften kein Selbstzweck, sondern gegründet zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der arbeitenden Menschen und ihrer Familien. Er griff die aktuelle Debatte um die Tarifeinheit und Spartengewerkschaften wie die GDL oder den Marburger Bund auf: "Wir stehen als IG Metall für eine solidarische Tarifpolitik in einer Einheitsgewerkschaft, bei der wir für alle Beschäftigten in unseren Branchen gute Arbeitsbedingungen und ein angemessenes Einkommen anstreben", positioniert er sich. Für die aktuelle Lohnentwicklung fand Knauss deutliche Worte: "Auch wenn die IG Metall die Reallöhne in unseren Branchen erhöht: Die Prekarisierung der Beschäftigung in vielen Bereichen führt seit Jahren in der Bundesrepublik zu einer negativen Reallohnentwicklung."

Die Aufforderung des Präsidenten der Bundesbank, Jens Weidmann, an die Gewerkschaften zu Tariferhöhungen ist für Knauss ein Zeichen von Ratlosigkeit. "Ihr verordnetes Sparen in Europa führt zu sinkenden Zinsen, und damit haben die sogenannten Währungshüter kein wirksames Steuerungsinstrument mehr." Nur die Kaufkraft der Bevölkerung und sinnvolle Ausgaben in die Infrastruktur könnten nach Auffassung des Gewerkschafters jetzt ein ausreichendes Wirtschaftswachstum erzeugen.

Er kritisierte auch die sogenannten Wirtschaftsweisen, die die derzeitige schlechtere Konjunkturentwicklung dem noch nicht einmal wirksamen Mindestlohn, für den sich die Gewerkschaften eingesetzt haben, zuschreiben. "Dass das Russland-Embargo wegen des Ukraine-Konfliktes zum Teil gewaltige Umsatzrückgänge brachte, haben die ideologisch verbohrten Wirtschaftsexperten nicht gesehen", ärgerte er sich.

Geehrte der IG Metall

40 Jahre: Volker Auwärter, Jürgen Christian, Giuseppe Di Mauro, Michael Eisele, Rainer Eisemann, Turgut Gül, Rudi Hilpert, Rainer Holzinger, Thomas Kirn, Jürgen Krumrein, Diethelm Maetz, Joachim Müller, Walter Müller, Hilda Nitsch, Katharina Otterbach, Willibald Schönbucher, Johanna Schwärzli-Leutert.

50 Jahre: Jürgen Bauer, Paul Bäumlisberger, Wilfried Brenner, Werner Daiss, Anneliese Groh, Alfred Häußer, Wolfgang Holl, Karl Jäger, Manfred Lange, Christina Librera, Otto Thier, Branislav Todorovic, Ulrich Zimmermann.

60 Jahre: Vitus Wolf

SWP

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