Schwäbisch Hall Kritik an mangelnder Aufklärung

Bei der Demonstration gegen rechte Gewalt auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Platz spricht Martina Renner (links). Foto: Ufuk Arslan
Bei der Demonstration gegen rechte Gewalt auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Platz spricht Martina Renner (links). Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / THUMILAN SELVAKUMARAN 18.11.2013
Mehr als 300 Personen beteiligten sich am Samstag an der Demo gegen rechte Gewalt und behördliches Versagen. Anlass war die Mordserie des NSU.

Mit antifaschistischen Parolen und Kritik am Verfassungsschutz zieht der Block der Demonstranten vorbei an Kocherquartier und Innenstadt. "Ku-Klux-Klan und Polizei - mittendrin statt nur dabei", skandieren die Teilnehmer der Demo, zu der unter anderem von Linken, Grünen, KPD, MLPD, Gewerkschaften sowie antifaschistischen Gruppen aufgerufen worden war.

"342 Teilnehmer haben wir gezählt", sagt Versammlungsleiter Siggi Hubele, der mit der Resonanz "sehr zufrieden" ist. Sie halten Transparente hoch, aber auch Bilder der zehn Mordopfer, die laut Generalbundesanwaltschaft auf das Konto des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) gehen, darunter das Bild der 2007 getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter.

Rednerin Martina Renner, Mitglied des NSU-Untersuchungsausschusses in Thüringen, hat große Zweifel, dass nur die drei mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos sowie Beate Zschäpe verantwortlich gemacht werden können. Baden-Württemberg böte viele Gründe, einen eigenen Untersuchungsausschuss zu gründen. "Es passiert aber nichts." Die versprochene Aufklärung und Transparenz nach dem Auffliegen des NSU vor fast genau zwei Jahren fehle.

Siggi Hubele ergänzt: "13 Jahre konnte diese Mörderbande durch Deutschland ziehen." Die Geheimdienste hätten sich als unfähig erwiesen. Hubele thematisiert den Ku-Klux-Klan, der seinen Sitz in Hall hatte, zu dem auch zwei Polizisten gehörten - einer war Kiesewetters Einsatzleiter. Beide Polizisten sind noch im Dienst.

Die Polizei hat sich gewappnet. Bundespolizisten sichern das Bahnhofsareal. Dutzende Beamte der Bereitschaftspolizei Göppingen warten mit schwerer Montur - kommen aber nicht zum Einsatz. "Es ist alles friedlich", freut sich Hubele. Das bestätigt auch die Polizei.

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