Schwäbisch Hall Kritik am baumlosen Rewe-Parkplatz

Einige Autos stehen auf dem 5000 Quadratmeter großen Rewe-Parkplatz. Die Fläche ist komplett gepflastert und geteert. Aussparungen für Bäume gibt es nicht. Diese werden entlang der Salinenstraße und um den Parkplatz herum gepflanzt (im Bild unten).
Einige Autos stehen auf dem 5000 Quadratmeter großen Rewe-Parkplatz. Die Fläche ist komplett gepflastert und geteert. Aussparungen für Bäume gibt es nicht. Diese werden entlang der Salinenstraße und um den Parkplatz herum gepflanzt (im Bild unten). © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 07.09.2018
Auf dem neuen Haller Rewe-Parkplatz sind keine Bäume gepflanzt. Das moniert das Umweltzentrum. Die Stadtverwaltung teilt mit, dass dies wegen Altlasten im Boden nicht möglich ist.

Kaum war vergangene Woche die neue Rewe-Filiale an der Salinenstraße im „Green-Building“-­Konzept eröffnet, hagelte es Kritik von der Gruppe der Haller Baumschützer. Diese setzt sich mit Unterstützung des kreisweiten Umweltzentrums für den Erhalt des städtischen Grüns ein. Sie monieren, dass die große Einzelhandels-Kette zwar im Gebäude Wert auf Ressourcen-Schonung gelegt habe, draußen auf dem Parkplatz aber kein einziger Baum nachgepflanzt wurde.

Die gerade hinter uns liegende Hitzeperiode habe „mehr als deutlich gezeigt, wie wichtig Bäume im städtischen Bereich sind: Sie wirken der Aufheizung zweifach entgegen, indem Sie den Boden beschatten und durch ihre Verdunstung Kälte erzeugen“, schreibt das Umweltzentrum. Nicht zuletzt würden die dort parkenden Kunden die Bäume schätzen. „Der bis auf einen schmalen Randstreifen lückenlos gepflasterte und asphaltierte Parkplatz“ sei nicht nur aus diesen Gründen „ein städteplanerisches No-Go“, sondern auch deswegen, weil dort vor dem Bau bereits 18 größere Bäume standen.

Auflagen der Stadt zu lasch?

Sie hätten vor dem Abriss und Neubau die Abholzung der Bäume nur „angesichts ihres schlechten Gesundheitszustands hingenommen“. Das Umweltzentrum Schwäbisch Hall, das als Vereinigung und Geschäftsstelle der Naturschutzverbände im Kreis fungiert und bei solchen Bauprojekten befragt werden muss, sei davon ausgegangen, dass „mindestens gleich viele Bäume neu gepflanzt werden“. Aus Sicht der Baumschützer wäre das dann ein korrekter Vorgang gewesen. So aber seien wohl die Auflagen der Stadt zu lasch gewesen.

Rewe reagiert auf die Kritik: „Derzeit lässt der Anblick der Außenanlage tatsächlich zu wünschen übrig. Aber von Nachbarn, die neu eingezogen sind, erwartet man auch nicht gleich einen Garten, der tipptopp ist. Schon gar nicht bei dieser Witterung“, schreibt Sprecherin Sabine Stachorski. Durch die lange Hitzeperiode sei „es nach wie vor extrem trocken, der Boden hart wie Beton“. Denkbar ungünstige Bedingungen für Neupflanzungen.

Entsprechend des Bebauungsplans der Stadt würden aber sehr wohl noch 19 Bäume gepflanzt. „So ist es vorgesehen und geplant.“ Eine Seitenfassade soll außerdem noch begrünt werden. „Wenn alles gepflanzt ist, sind wir offen für weitere Anregungen, was wir ergänzen können, um die Biodiversität zu steigern. Wir würden uns freuen, wenn man das Gespräch mit uns sucht“, so Stachorski weiter. Die jetzt geplanten Aktionen bildeten die erste „Mindestausstattung“.

Kein Baum in der Mitte

Eine Kritik der Baumschützer bleibt aber: Es sind keine Bepflanzungen auf der Innenfläche des Parkplatzes geplant, wie es an anderen großen Einzelhandels-Parkplätzen üblich ist. Zehn Bäume werden entlang der Salinenstraße stehen. Die anderen um den knapp 5000 Quadratmeter großen Parkplatz herum.

Die Stadtverwaltung erklärt: „Der Parkplatz musste in Abstimmung mit dem Landratsamt ganzflächig versiegelt werden, da sich im Boden des Rewe-Geländes Altlasten befinden“, so Franziska Hof. „Dies ist auch der Grund, weshalb die Bäume im Randbereich statt in der Mitte gepflanzt werden sollen.“ Das sei ein gängiges Verfahren. Im Oktober könnte mit der Pflanzung begonnen werden.

Zwei Parkplätze für Behinderte

In sozialen Medien wird diskutiert, wieso Rewe keine Behindertenparkplätze eingerichtet hat. Die Barrierefreiheit ist laut Stadt aber Bestandteil der Baugenehmigung. Rewe teilt mit, dass die Stellplätze „natürlich geplant“ sind. „Beim Unternehmen, das die Markierungsarbeiten ausführt, gab es einen Engpass.“ Die beiden Stellflächen befänden sich gegenüber vom Eingang. Dort würden noch ein Zebrastreifen aufgemalt und Familienparkplätze ausgewiesen. thumi

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