Kriminalitätsstatistik Kriminalität in Ilshofen: Weniger Schlägereien, mehr Drogen

Ein Polizist untersucht eine Tabak-Tüte auf Drogen. Das Foto wurde am Rand des Jungle-Beat-Festivals aufgenommen.
Ein Polizist untersucht eine Tabak-Tüte auf Drogen. Das Foto wurde am Rand des Jungle-Beat-Festivals aufgenommen. © Foto: Verena Köger
Ilshofen / Elisabeth Schweikert 25.08.2018
Belastung in Ilshofen über dem Durchschnitt des Landkreis. Zwei Sonderfaktoren lassen die Kriminalitätsbelastung steigen: ein Serienbetrüger, der in Ilshofen wohnte, sowie das Konzert-Event Djungle Beat.

Kontinuierlich sind in Ilshofen in den vergangenen Jahren nicht nur die Einwohnerzahlen gestiegen, auch die Zahl der Straftaten ist gewachsen. Verzeichnete der Polizeiposten im Jahr 2013 noch 163 Straftaten, waren es 2017 bereits 228. Bei der Kriminalitätsbelastung (das ist die Zahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner gerechnet) liegt die Stadt bei 3530 und damit über dem Durchschnitt des Landkreises (3449), aber immer noch unter dem Landesdurchschnitt von 5295.

In zwei Bereichen ragt Ils­ho­fen heraus: Betrug und Wirtschaftskriminalität sowie Rauschgiftkriminalität. Verzeichnete ­Ilshofen 2013 und 2014 null Betrugs­de­likte, waren es in den Jahren 2016 schon 43 Delikte und 2017 sogar 45 Delikte. Diese gehen auf eine Person zurück, die im großen Stil Anteile an Solaranlagen in Polen verkaufte, die es gar nicht gab. Der Betrüger wohnte in Ilshofen.

Drogenkonsum bei Konzert

In puncto Rauschgiftkriminalität waren die Fallzahlen in den Jahren 2013 und 2014 bei sechs und vier Delikten. 2015 gab es 46 Fälle, 2016 „nur“ 16 und 2017 notierte die Polizei 30 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. In weiten Teilen hängen diese Delikte mit dem Event „Jungle Beat“ zusammen, das auf Ilshofener Gemarkung bei Saurach liegt. Bei Kontrollen wurden dort zahlreiche Besucher mit „Stoff“ angetroffen. Auch eine Straftat gegen das Leben ist im Jahresbericht der Polizei für Ilshofen vermerkt.

„Das waren Vergiftungen, zwei Personen waren betroffen“, so Thomas Heiner. „Der Grund war die Einnahme von Drogen, die einen extrem toxikologischen Wirkstoff beinhalteten. Beide überlebten.“

Steigend auch die Zahl der Einbrüche in Privatwohnungen: Wurden in den Vorjahren zwischen einem und fünf Häuser von Dieben heimgesucht, waren es 2017 zehn.  „80 Prozent der Wohnungseinbrüche wurden aufgeklärt“, berichtet Heiner. Die Täter kamen aus Osteuropa.

Deutlich zurückgegangen ist in Ilshofen die Zahl der Rohheitsdelikte. 2014 kamen beispielsweise 32 Körperverletzungen (vorwiegend Schlägereien) zur Anzeige. 2017 waren es 16, davon wurden zwei als schwere Körperverletzung eingestuft.

Unter den Tatverdächtigen betrug der Anteil an unter 21-Jährigen  30,9 Prozent an den Tatverdächtigen. 2017 sank dieser Anteil auf 22 Prozent. Dagegen stieg der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen von 15,1 im Jahr 2013 auf 25,5 Prozent in 2017. Der Anteil an Flüchtlingen unter den Verdächtigen beläuft sich auf 6 Prozent. „Das sind meist Straftaten unter den Flüchtlingen selbst“, erklärt Thomas Heiner, „ein Diebstahl oder eine Schlägerei.“

Zwei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung notiert die Polizei. „Es handelt sich um einen Exhibitionist und eine Verbreitung kinderpornografischer Schriften“, berichtet der Haller Polizeichef.

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