Westumgehung Kreuzung an der Stuttgarter Straße überlastet - Neue Spur soll helfen

Schwäbisch Hall / THUMILAN SELVAKUMARAN 20.11.2014
Der Verkehr auf der Westumgehung, Anschluss Stuttgarter Straße, staut sich häufig. Die Kreuzung ist überlastet. Das Problem ist seit mehr als einem Jahr bekannt. Eine neue Spur könnte für Entspannung sorgen.

Minutenlanges Warten, über mehrere Rotphasen hinweg: Wer von der Westumgehung kommt und die Stuttgarter Straße in Richtung Rosengarten queren oder rechts in Richtung Michelfeld abbiegen möchte, der muss zu Stoßzeiten Geduld mitbringen. Manchmal staut sich die Blechlawine bis auf Höhe der Zufahrt zum Teurershof. Mit ein Grund: Für den Geradeaus- und Rechtsabbiegerverkehr steht nur eine Spur zur Verfügung. Nach links, in Richtung Innenstadt, sind es zwei Spuren.

Stadtrat Thomas Weber (CDU) machte seinem Ärger in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses Luft. Wer aus Richtung Gottwollshausen komme, stecke immer im Stau. "Gibt es eine neue Gefechtslage, wie es weitergehen soll?"

"Die gibt es", bestätigte Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Auch das Regierungspräsidium habe das Problem erkannt. Angedacht sei, eine zusätzliche Rechtsabbiegespur zu bauen. Dazu müssten Flächen aufgeschüttet und die darunter liegende Fuß- und Radunterführung verlängert werden.

Die Zeit drängt. Denn bei der für 2015 vorgesehenen Sanierung der Sperbersbachbrücke in Untermünkheim müsste der Verkehr über die Westumgehung und genau diesen Kreuzungsbereich geleitet werden.

Wann mit dem Bau begonnen werden kann und zu anderen Fragen rund um die Erweiterung schweigt die Stadtverwaltung. "Die Kreisstraße mündet in die Bundesstraße. Das ist ein Landkreis-Thema", sagt Sprecher Robert Gruner lapidar.

Das sieht Steffen Baumgartner, Sprecher des Landratsamts, anders: "Die Federführung liegt bei der Stadt. Die Finanzierung richtet sich nach dem sogenannten Kreuzungsrecht des Straßengesetzes. Über die Kostenaufteilung ist dann zu entscheiden, wenn klar ist, dass gebaut werden kann." Unabhängig von der Finanzierung müssten die Ampelanlage umgestaltet, möglicherweise Grundstücke erworben und Arbeiten ausgeschrieben werden. "Die planerischen Vorüberlegungen werden von der Stadt Hall zusammen mit dem Regierungspräsidium durchgeführt", so Baumgartner weiter. Er hofft, dass die Arbeiten noch vor der Sperrung in Untermünkheim abgeschlossen sein können.

1998, als die Westumgehung nur auf dem Reißbrett existierte, waren die Planer von 7500 Fahrzeugen täglich ausgegangen. Die Prognose für 2015 lag am Kreuzungsbereich bei durchschnittlich 9800 Fahrzeugen täglich. Doch bereits bei der Zählung im März 2013 - zwei Jahre nach der Eröffnung der Westumgehung - wurde eine tatsächliche Belastung von rund 12600 Fahrzeugen ermittelt. Damals nutzten etwa 2900 Fahrzeuge täglich die Doppelspur in Richtung Innenstadt, dagegen 3900 Fahrzeuge die Einzelspur in Richtung Michelfeld.

Die Streckenführung geradeaus in Richtung Rosengarten, die heutige Raibacher Straße, gab es bei jener Zählung noch nicht. Die Einmündung der Westumgehung in die Stuttgarter Straße habe so lange funktioniert, bis diese Verlängerung Ende 2013 eröffnet worden ist, teilt Baumgartner mit. "Zum Zeitpunkt der Planfeststellung war noch nicht absehbar, dass die Stadt Hall einen direkten Anschluss an dieser Stelle plant." Mit der Eröffnung sei die Situation verschärft worden.

Der Bund kategorisiert die Belastung in Buchstaben. "A" ist sehr gut, "F" schlecht. Der kritisierte Kreuzungsbereich, so Baumgartner, sei abends als "D" eingestuft. "Im Kraftfahrzeugverkehr ist ständiger Reststau vorhanden. Die Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer sind beträchtlich", heißt es in der Erklärung dazu. Morgens gelte die Kategorie "C", also befriedigend. "Die Wartezeiten sind spürbar."

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