Schwäbisch Hall Kräutermischung mit Drogen bestellt - Amtsrichter verwarnt 30-Jährigen

 
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Schwäbisch Hall / ELEONORE HEYDEL 05.10.2015
Im Internet sind Kräutermischungen problemlos zu bestellen. Wer dabei aber verbotene Substanzen kauft, muss mit einem Strafverfahren rechnen. In Hall war jetzt ein 30-jähriger Lagerist angeklagt.

Vor zwei Jahren hat der jetzt angeklagte 30-Jährige fast wöchentlich eine Portion Kräutermischung, das waren drei Gramm, bei einem Online-Shop bestellt. Die Anklage wirft ihm 21 Bestellungen im Sommer und Herbst des Jahres 2013 vor. Pro Lieferung bezahlte der Mann etwa 25 Euro. Als der niederländische Internet-Händler inhaftiert wurde, war Schluss. Nicht nur der Händler war jetzt im Fokus der Justiz, sondern auch dessen Kunden.

Von "Kiffen" oder Konsum will der schwarz gekleidete Brillenträger nichts wissen. Zur Luftverbesserung habe er die wechselnden Mischungen eingesetzt. Schließlich seien sie mit dem Werbeversprechen angepriesen worden, einen "wohltuenden, entspannenden Raumduft" zu verbreiten.

Diese Behauptung nimmt ihm Rechtsreferendarin Theresa Link als Vertreterin der Schwäbisch Haller Staatsanwaltschaft nicht ab: "Das ist ziemlich teuer, mal was für 25 Euro in Flammen aufgehen zu lassen", lautet ihre Feststellung. Der Angeklagte widerspricht nicht, sondern weist auf eine eigene Erkrankung hin. Er habe schon an "medizinisches Marihuana" zum Abschalten und Entspannen gedacht, aber sein Arzt sei nicht darauf eingegangen.

Kräutermischung zur Luftverbesserung

Möglicherweise wusste der Lagerist nicht genau, dass er mit den Kräutermischungen auch verbotene Drogen bestellte. Die Bezeichnung "Kräutermischung" klingt schließlich grob verharmlosend.

Zumindest in einigen der Mischungen waren aber chemische Substanzen enthalten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Der 30-Jährige habe, so das Gericht, in jedem Fall fahrlässig gehandelt, als er das Drogenmaterial bestellte.

Anklagevertreterin Theresa Link fordert eine reguläre Geldstrafe von 1400 Euro.

Amtsrichter Jens Brunkhorst sieht den Fall in einem milderen Licht. Der 30-Jährige ist nicht vorbestraft. Brunkhorst verwarnt ihn zu einer Geldstrafe und gibt ihm auf, ratenweise einen Betrag in Höhe von 750 Euro an den Verein Jugendberatung in Schwäbisch Hall zu zahlen.

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