Kreis Hall Kontinuierlicher Anstieg bei Schlafstörungen

Kreis Hall / swp 28.06.2018
Die Zahl der Fälle steige im Landkreis Schwäbisch Hall jährlich um 2,8 Prozent, berichtet die AOK.

Chronische Schlafstörungen verringerten nicht nur Lebensqualität und Leistungsfähigkeit, sie erhöhten auch das Risiko für Herzerkrankungen und die Unfallgefahr, das schreibt die AOK. Von 2012 bis 2016 habe sich die Zahl dieser Erkrankungen bei den AOK-Versicherten erhöht: im Land um 4,8 Prozent jährlich und im Landkreis Schwäbisch Hall um 2,8 Prozent pro Jahr.

In absoluten Zahlen stellt sich die Zunahme folgendermaßen dar: Wurden 2012 in Baden-Württemberg noch 149.639 AOK-Versicherte wegen Schlafstörungen behandelt, so waren es 2014 bereits 169.639 und 2016 schließlich 187.279. Im Kreis Hall stiegen die Zahlen bei den AOK-Versicherten von 2920 (2012) über 3050 (2014) auf 3368 im Jahr 2016 – Tendenz steigend.

„Wer mehr als drei Nächte pro Woche schlecht schläft, sich tagsüber müde und abgeschlagen fühlt, hat möglicherweise eine chronische Schlafstörung. Wir Mediziner sprechen von einer Insomnie“, erläutert AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein.

Behandlung kann helfen

Ursachen könnten Herz-, Kreislauf-, Lungen- oder Schilddüsenerkrankungen aber auch psychische Krankheiten sein. Eine gezielte Behandlung der Grunderkrankung verringere häufig die Schlafstörungen. Weitere Tipps der Ärztin: Feste Zeitpläne unterstützten den Schlaf-Wach-Rhythmus. So sollte man immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen. Computer, Tablet und Smartphone hätten im Bett nichts zu suchen.

Regelmäßige körperliche Bewegung wirke positiv auf die Schlafqualität. Auf koffeinhaltige Getränke solle man vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen verzichten. Gleichzeitig gelte Alkohol als eine der häufigsten Ursachen von Schlafstörungen.

„Verschreibungspflichtige Schlafmittel dürfen nur für eine begrenzte Zeit eingenommen werden, weil sie Nebenwirkungen haben und schnell abhängig machen“, so Knapstein weiter. Die Ärztin rät daher zum Erlernen von Entspannungstechniken wie autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung, die langfristig erfolgversprechend seien. Entspannungskurse, unter anderem von der AOK, unterstützen die Betroffenen.

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