Umwelt Konstruktive Hinweise willkommen

Auch der Teurersee hat mit den geringen Niederschlagsmengen zu kämpfen. Müll, den Bürger dort entsorgen, halte sich laut Pressesprecherin der Stadt, Franziska Hof, in Grenzen. Beaufsichtigt wird der See vom Werkhof Schwäbisch Hall.
Auch der Teurersee hat mit den geringen Niederschlagsmengen zu kämpfen. Müll, den Bürger dort entsorgen, halte sich laut Pressesprecherin der Stadt, Franziska Hof, in Grenzen. Beaufsichtigt wird der See vom Werkhof Schwäbisch Hall. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Beatrice Schnelle 08.09.2018

Ein Leser unserer Zeitung wandte sich dieser Tage mit einer Beschwerde an die Redaktion: Der Hohlsee bei Rinnen und der Kuhsee im Streifleswald seien schon weitgehend mit Schilf zugewuchert, außerdem schwimme Plastikabfall im Wasser. Im witterungsbedingt nahezu ausgetrockneten See beim Teurershof seien ebenfalls Flaschen und anderer Unrat zum Vorschein gekommen.

Nicht nur der Müll in den Seen mache ihm Sorgen, sondern die Allgemeinzustände, schrieb unser Leser und fragt: „Warum wird hier seitens der Stadt oder vom Land nichts getan? Wir müssen doch froh und glücklich sein, solch schön gelegene Seen in unserer Gegend zu haben!“

Es wird viel zum Schutz getan

Wie Nachforschungen daraufhin ergaben, können der Beschwerdeführer und alle anderen Naturfreunde beruhigt sein: Es wird sogar sehr viel zum Schutz dieser Gewässer getan. Der Hohlsee und die fünf Kuhseen liegen im Hoheitsgebiet des Hospitalwaldes, der zum Besitz der Haller Stiftung Hospital zum Heiligen Geist gehört. Gepflegt und überwacht wird das Gebiet von Revierleiter Bernd Schramm und seinem Team.

Alle diese Seen seien Naturbiotope und der Schilfbewuchs sogar ein gutes Zeichen, klärt der Forstmann auf: „Die Schilfpflanzen haben eine Filterfunktion und reinigen das Wasser. Darüber freuen sich die Enten und Teichhühner ebenso wie die Molche, Frösche und andere Wasserlebewesen.“ Außerdem diene der dichte Bewuchs den Tieren oberhalb wie unterhalb der Wasseroberfläche als willkommene Zuflucht vor Feinden. Nicht zuletzt werde das Ufer durch den Schilfgürtel vor Unterspülungen geschützt.

Der von Mitbürgern in der Natur entsorgte Müll ist ein Problem, mit dem die Hüter des Waldes ganz generell zu kämpfen haben. Rund 2300 Hektar oder 3000 Fußballfelder umfasst das Revier von Bernd Schramm, das schon aus rein personellen Gründen nicht ständig komplett von „Zivilisationsspuren“ befreit werden könnte: „Dafür bräuchte man sehr viele Mitarbeiter und selbst dann wäre nicht alles lupenrein sauber zu halten.“ Darum freue er sich, wenn beim Forstrevier konstruktive Hinweise aus der Bevölkerung eingehen: „Darauf sind wir sogar angewiesen.“ Der Unrat in den Biotop-Seen komme nur bei witterungsbedingt niedrigem Wasserstand ans Tageslicht.

Vor ein paar Jahren entdeckten die Waldpfleger auf diese Weise große Mengen Kabelummantelungen, die Unbekannte in einem der Seen versenkt hatten. Dem aktuellen Hinweis, den die Redaktion erhalten hat, ist Schramm nun nachgegangen, betont jedoch, dass ein direkter Anruf des aufmerksamen Lesers beim Forstrevier schneller zum erwünschten Ziel, nämlich der Beseitigung des Mülls aus dem See, geführt hätte. Die Flächen um Erholungseinrichtungen wie Grillplätze, die die Hospitalstiftung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt, werden am häufigsten entmüllt, weil dort leider besonders viele Abfälle zurückbleiben.

Müll hält sich in Grenzen

Der Teurersee wird vom Werkhof der Stadt Schwäbisch Hall beaufsichtigt. Auch er hatte unter dem Fehlen von Niederschlägen zu leiden. Da er keinen Zulauf von außen habe, fülle er sich ausschließlich durch Regenwasser, wie Pressesprecherin Franziska Hof
mitteilt. Der Müll, den Bürger dort entsorgen, halte sich in Grenzen und werde von den Werkhofmitarbeitern rechtzeitig entfernt. Derzeit wirke die
Fläche zudem unattraktiv, da auf dem weitgehend ausgetrockne­-
ten Grund die Krebsschere wuchert.

Die Attraktivität der Wasserpflanze liegt im Auge des Betrachters: Man kann die der Aloe
ähnlichen, schwertförmigen Blätter durchaus schön finden. Zudem ist die Krebsschere nicht „böse“, sondern steht sogar auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

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