Schwäbisch Hall Könige und Kriege, Kämpfe und Keimzellen

SWP 03.01.2014
1189 - vor 825 Jahren Erste urkundliche Erwähnung des in Hall geprägten Hellers: Das Kloster Adelberg (bei Göppingen) kauft um 23 Pfund Haller Pfennige (XXIII libras Hallensium) ein Gut in Holzhausen bei Göppingen. Bei den in der von Kaiser Friedrich I.

1189 - vor 825 Jahren
Erste urkundliche Erwähnung des in Hall geprägten Hellers: Das Kloster Adelberg (bei Göppingen) kauft um 23 Pfund Haller Pfennige (XXIII libras Hallensium) ein Gut in Holzhausen bei Göppingen. Bei den in der von Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Schwäbisch Hall gegründeten Reichsmünzstätte hergestellten Hellern handelt es sich um niedrigwertige Silbermünzen, die große Verbreitung finden. Die Reichsmünzprägestätte ist neben der Saline der zweite wichtige Faktor für Reichtum und Aufstieg der Stadt.

1214 - vor 800 Jahren
21. September: Im Zusammenhang mit einer Stiftung an das Kloster Schöntal werden als Zeugen unter anderem Heinrich und Siegfried von Wolpertsdorf (de Wolpoldesdorf) sowie ein Pfarrer in Tüngental (Walterus parrochianus de Tvngestal) erwähnt. Damit liegen Erstnennungen von Wolpertsdorf und der Pfarrei Tüngental vor.

1239 - vor 775 Jahren
König Konrad IV. hält sich im November in Hall auf und stellt eine Urkunde für das Kloster Söflingen aus.

1264 - vor 750 Jahren
30. März: Erstmalige Erwähnung einer Stadtmauer: das Johanniterhaus liegt außerhalb von Hall.

1414 - vor 600 Jahren
10. Oktober: König Sigismund besucht Hall und quittiert den Empfang von Steuerzahlungen der Stadt.

1439 - vor 575 Jahren
7. Januar: Hall kauft Besitzungen des Jörg von Neuenstein und erwirbt damit einen Anteil an der Ganerbschaft Künzelsau (bis 1598).

1489 - vor 525 Jahren
1. April: König Maximilian, später Kaiser Maximilian I., besucht Hall.

1514 - vor 500 Jahren
Zuzug des Goldschmieds Kaspar van Bonhofen aus Nymwegen (Niederlande), von dem die Honoratiorenfamilie der Bonhöffer und der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer abstammen.

24. Mai: Der Salzfuhrmann Hans Strauß sagt der Reichsstadt die Fehde an; Beginn des Straußenkriegs, der erst 1517 mit der Gefangennahme und Hinrichtung von Strauß in Neuenstadt am Kocher endet. Der Straußenkrieg gilt als die letzte mittelalterliche Fehde Halls.

1614 - vor 400 Jahren
Aufritt einer Truppe englischer Komödianten in Schwäbisch Hall.

1689 - vor 325 Jahren
Durch Vertrag zwischen dem Postreiter Philipp Reichard Gräter und der Thurn und Taxis"schen Reichspost entsteht gegen den Willen des Rates eine kaiserliche Posthalterei.

1739 - vor 275 Jahren
Einführung der Luftgradierung in der Saline, dadurch wird die Produktivität wesentlich gesteigert.

12. Juli: Nikolaus Graf von Zinzendorf, Begründer der Herrnhuter Brüdergemeinde, hält anlässlich eines Aufenthalts in Schwäbisch Hall die Vesperpredigt in St. Michael.

1789 - vor 225 Jahren
In Schwäbisch Hall werden 4102 Einwohner und 694 Häuser gezählt.

15. November Geburt von Johann Nefflen ( 6.1.1858 in Cumberland, USA) in Oberstenfeld, einem populären württembergischen Volksschriftsteller des 19. Jahrhunderts ("Der Vetter aus Schwaben"), zeitweiligem Kronenwirt in Hessental und Redakteur des Haller Tagblatts (damals Schwäbischer Hausfreund).

1814 - vor 200 Jahren
6. Mai: Die Wallfahrtskirche auf dem Einkorn wird durch einen Brand nach Blitzschlag zerstört.

24. September: Geburt von Carl Kirchdörfer ( 19.11.1875 in Schwäbisch Hall), Pionier der Industrialisierung Halls, Aktivist der Revolution von 1848 und sozialer Wohltäter.

1839 - vor 175 Jahren
Abriss des Eichtors.

14. April: König Wilhelm I. von Württemberg ordnet die Einrichtung eines Gefängnisses für den Jagstkreis und einer Jugendstrafanstalt für ganz Württemberg an. Provisorischer Standort wird der ehemalige Marstall in der Salinenstraße.

22. Juni: Geburt von Gottfried Friedrich Helber ( 5.10.1909 in Stuttgart), Stadtschultheiß und Ehrenbürger von Hall, in Nagold.

18. Oktober: Baubeginn für die neue Stuttgarter Straße.

1864 - vor 150 Jahren

24. April: Gründung des Arbeiterbildungsvereins, einen der frühesten Vereine dieser Art in Württemberg.

22. Oktober: König Karl I. von Württemberg und Königin Olga besuchen die Stadt. Ihnen zu Ehren findet ein Empfang im Adler statt.

1889 - vor 125 Jahren
Bau eines Bundesdiakonissenhauses zur Ausbildung von Diakonissen.

1914 - vor 100 Jahren
7. Mai: Geburt des Fotografen Paul Swiridoff ( 17.05.2002 in Schwäbisch Hall) in Wladikawkas (Russland).

11. August: Das III. Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 121, dem viele Haller angehören, rückt nach einem Feldgottesdienst auf dem Marktplatz in den Ersten Weltkrieg ab. Bis 1918 fallen 303 Bürger der Stadt, 13 bleiben vermisst.

1934 - vor 80 Jahren
Gründung der Firma Julius Kugler & Co. GmbH, heute ein auf Abfüllanlagen spezialisiertes Unternehmen der Optima Gruppe.

Die NS-Organisation "Kraft durch Freude" bildet eine Volkstanzgruppe, die die Aufführung der Siederstänze übernimmt.

5. Februar: Tod von Gymnasialprofessor Dr. Georg Fehleisen in Tübingen (*21.12.1855 in Esslingen), Gymnasiallehrer, Vorstand des Historischen Vereins für Württembergisch Franken, Ehrenbürger von Hall.

1. April: Der Haller Rabbiner Dr. Jakob Berlinger wird pensioniert, das Rabbinat offiziell aufgelöst.

6. Juni: Der Gemeinderat stimmt der Verpachtung des früheren städtischen Krankenhauses am Nikolaifriedhof an die Diakonissenanstalt zu, die dort ein Altersheim einrichtet.

7. November: Das Innenministerium genehmigt die Änderung des Stadtnamens zu "Schwäbisch Hall".

1939 - vor 75 Jahren
Baubeginn der "Kriegsopfersiedlung" (heute Kreuzäckersiedlung).

Gründung der DLRG-Ortsgruppe. 21. März: Formelle Auflösung der jüdischen Gemeinde und Einzug ihres Vermögens durch den NS-Staat.

2. Juli: Eröffnung des (heute nicht mehr existierenden) Schwimmbades von Gailenkirchen.

4. Juli: Letztes Kinderfest vor dem Zweiten Weltkrieg. Während des Kriegs finden die Feste nicht statt.

11. August: Das (nicht mehr existierende) Schwimmbad in Tüngental wird für die Benutzung freigegeben.

5. Dezember: Als vermutlich erstes Schwäbisch Haller Opfer des Zweiten Weltkriegs stirbt der Schmied und Schütze Karl Bohn im Reservelazarett Schwäbisch Gmünd.

1944 - vor 70 Jahren

1. Februar: Die aus dem durch Bombenangriffe bedrohten Berlin evakuierte Bausparkasse der deutschen Volksbanken nimmt ihren Geschäftsbetrieb im Adelshof auf.

1. April: Die Messerschmitt AG verlegt einen Teil der Endmontage des Düsenjägers Me 262 auf den Fliegerhorst Hessental. Damit wird Hall Produktionsstandort des ersten in Serie hergestellten Düsenjägers.

12. April: Eine Kompanie aus 160 russischen Kriegsgefangenen und 40 deutschen Soldaten beginnt mit dem Bau eines Gefangenen- und Zwangsarbeiterlagers in der Auwiese.

25. April: Bei einem ersten Luftangriff von zehn US-Kampfflugzeugen auf den Fliegerhorst werden mehrere deutsche Flugzeuge zerstört, ein US-Jagdbomber stürzt ab.

17. Juli: Die Produktion des Düsenjägers Me 262 wird in eine getarnte Halle am Hasenbühl verlegt.

17. Juli: Die Stadt Hall kauft von der Reichsfinanzverwaltung den jüdischen Friedhof. Die Anlage wird mehrfach geschändet, zahlreiche Grabsteine werden entfernt oder für Bauarbeiten verwendet.

13. September: Bei einem Luftangriff auf den Fliegerhorst durch 64 US-Bomber werden schwere Schäden angerichtet. Auch Hessental erleidet Zerstörungen. Die evangelische Kirche und zehn Wohngebäude werden zerstört, ein Bürger stirbt.

14. Oktober: Einrichtung des Konzentrationslagers Hessental mit rund 600 jüdischen Häftlingen, die auf dem Fliegerhorst Hessental Reparaturarbeiten ausführen sollen. Mindestens 182 Häftlinge werden ermordet oder sterben an den menschenunwürdigen Haftbedingungen.

1954 - vor 60 Jahren
20. Januar: Tod des Schneiders und Hochstaplers Karl Ignaz Hummel alias "Oskar Daubmann" in Hall (* 9.3.1898 in Oberwil/Schweiz). Hummel hatte 1932 einen Skandal ausgelöst, als er sich als von den Franzosen nach Afrika verschleppter Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs ausgegeben hatte.

21. Februar: Bei der Bürgermeisterwahl siegt der Waiblinger Regierungsrat Theodor Hartmann mit 65 Prozent vor dem Amtsinhaber Ernst Hornung (SPD, 33 Prozent).

19. Juni: Beim Einsturz des Kettenstegs zwischen Unterwöhrd und Ackeranlagen während des Sommernachtsfests sterben zwei Menschen. In der Folge wird der Leiter der Haller Stadtpolizei wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt, weil er die Beschränkungen für die Benutzung des Stegs aufgehoben hatte.

1964 - vor 50 Jahren

1. Januar: Gründung der späteren Breitner Abfüllanlagen KG als Maschinenbauunternehmen.

19. April: Willy Brandt, Regierender Bürgermeister von Berlin und SPD-Vorsitzender, tritt im Wahlkampf auf dem Haller Marktplatz auf.

3. Mai: Unterzeichnung der Urkunde über die Städtepartnerschaft zwischen Schwäbisch Hall und der französischen Stadt Epinal.

14. Mai: Grundsteinlegung für das neue Gymnasium bei St. Michael.

12. Juli: Der an Stelle des 1954 eingestürzten Kettenstegs errichtete Spannbetonsteg zwischen den Ackeranlagen und dem Unterwöhrd wird auf Epinalsteg getauft.

20. Dezember: Weihe der neuen katholischen Pfarrkirche St. Maria, Königin des Friedens, in Hessental.

1974 - vor 40 Jahren
16. Januar: Eröffnung der Beschützenden Werkstätte.

17. Februar / 3. März: Oberbürgermeisterwahl. Im ersten Durchgang liegt der Geradstettener Obstbauer Helmut Palmer mit 40,7 Prozent vor dem Nellinger Bürgermeister Karl Friedrich Binder mit 30,9 Prozent. Im zweiten Wahlgang setzt sich Karl Friedrich Binder mit 57 Prozent gegen Palmer mit 41,4 Prozent durch.

20. Juni: Unterzeichnung des Eingemeindungsvertrags mit Gelbingen.

26. August: Unterrichtsbeginn im neu gebauten Schulzentrum West.

9. September: Unterrichtsbeginn im Neubau der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in der Kreuzäckersiedlung.

1984 - vor 30 Jahren
23. März: Einweihung des Berufsschulzentrums Tullauer Höhe.

4. Juni: Gründung der Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

29. Oktober: Der untere Teil der Gelbinger Gasse wird verkehrsberuhigt.

6. November: Einweihung des Frauen- und Kinderschutzhauses.

1989 - vor 25 Jahren
28. April: Freigabe der Fußgängerbrücke über die Bahnlinie bei der Neuen Reifensteige.

2. Juni: Übergabe des Gedenksterns auf dem Marktplatz und einer Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge in der Neustetter Straße 34.

16. Juni 1989: Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Zamosc (Polen) und Schwäbisch Hall.

14. Juli: Gründung des Vereins Frauenzentrum Schwäbisch Hall.

27. September: Der Lehrbetrieb an der Staatlichen Akademie Comburg wird vorübergehend eingestellt. Die Comburg wird als Lager für DDR-Übersiedler genutzt.

1994 - vor 20 Jahren
21. Januar: Auszeichnung des umstrittenen Modehauses am Milchmarkt mit dem "Hugo-Häring-Preis". Dadurch flammt die Diskussion um das Bauwerk erneut auf.

5. April: Ein Brand im Altenwohnheim "Rudolf Popp" verursacht Schäden von 600.000 Mark.

10. September: Erste Ökomesse im Steinbacher Marktzentrum.

23. September: Die Katharinenvorstadt wird verkehrsberuhigt.

23. Oktober: Der erste Kulturherbst findet statt, eine Veranstaltung der Gewerbetreibenden mit verkaufsoffenem Sonntag und Rahmenprogramm (später Haller Herbst).

4. November: Enthüllung einer Stele auf den Kocherwiesen, die an zwei am 2. April 1945 hingerichtete Deserteure erinnert.