Der einst asphaltierte und gepflasterte Boden des Loughborough Wegs, der am Solebad Richtung Lappeenranta-Steg führt, ist seit mehr als drei Jahren aufgerissen. Passanten mussten seither über Kiesflächen gehen. Nun ist seit wenigen Tagen gar kein Durchkommen mehr. Bauzäune versperren den Weg. Dahinter stehen Bagger und Arbeiter. Es kommt nach der langen Pause Bewegung auf die Baustelle.

Schutz vor neugierigen Blicken

„An der Weilerweise wird derzeit der bestehende Sichtschutzzaun abgebrochen“, teilt Patrick Domberg, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, mit. Gemeint ist der Zaun, der die Gäste des Solebads vor neugierigen Blicken schützt. In dieser Woche soll ein Fundament erstellt und mit der Gründung eines neuen Zauns begonnen werden. Die Arbeiten sollen bis zum 12. Juli dauern.

Der neue Sichtschutz ist aber nur ein Element eines viel größeren Projekts, das seit Langem auf seine Umsetzung wartet: Mit der Umgestaltung der Weilerwiese mit Zwillingsgebäuden und Freizeitpark sollte eine neue Promenade mit Aussichtsplattform für rund 1,06 Millionen Euro entstehen. Außerdem soll der Uferbereich renaturiert und mit Lern- und Aufenthaltsorten ausgestattet werden. Zudem ist eine neue Fischtreppe am Wehr geplant.

Da der Förderbescheid für die Fischtreppe, die alleine 1,97 Millionen Euro kostet, lange auf sich warten ließ, die Baustelle dadurch mehrere Jahre stillstand, hatte der Gemeinderat entschieden, die Projekte unabhängig voneinander abzuschließen.

Mehrfach verzögert

Zuerst sollte die Promenade fertiggestellt werden. Aber auch dieses Vorhaben hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach verzögert, unter anderem, weil bei Ausschreibungen zu teuere Angebote eingereicht wurden. Mittlerweile ist die Firma Gebrüder Eichele GmbH aus Untergröningen beauftragt und im Einsatz.

Der neue Sichtschutzzaun am Solebad ist erforderlich, da der Fuß- und Radweg dort um 70 Zentimeter angehoben wird. Daneben werden in den nächsten Tagen, wie Domberg berichtet, die Arbeiten an einer Baugrube für eine Stahlbeton-Stützwand und eine Natursteinmauer begonnen. Diese seien nötig, um die Böschung an einem Kanal zu sichern, der zwischen dem künftigen Aussichtsdeck und dem Lappeenranta-Steg auf den Kocher trifft.

Mittlerweile ist bei der Stadtverwaltung auch die erste Förderzusage für die Fischtreppe eingetrudelt. Das Land wird die Kosten wohl erstatten – immerhin kostet das Element doppelt so viel wie die Promenade selbst. Bei der geplanten Fischtreppe handle es sich aber um keine Luxusversion, betonte kürzlich Erster Bürgermeister Peter Klink. Die Aufstiegshilfe für Wassertiere sei ein Standardmodell. Der Preis liege deshalb so hoch, weil das Element aufgrund fehlenden Platzes in der Mitte des Wehres gebaut werde. „Wir müssen einen Teil des Wehrs aufbrechen. Das ist teuer.“

Zwar gibt es am Dreimühlenwehr bereits eine kleine Fischtreppe neben dem Kraftwerkshäuschen. Doch aus Sicht der zuständigen Fachleute erfülle diese die Anforderungen nicht. Nun kommt eben eine große Lösung auf Kosten des Landes.

Fischtreppe muss noch warten

Letztlich braucht die Stadt wohl auch die geplante Renaturierung des Uferabschnitts zwischen Lappeenranta-Steg und Friedensbrücke nicht zu bezahlen. Fluss und Uferbereich lägen im Zuständigkeitsbereich des Landes. Das Regierungspräsidium wolle das Projekt selbst umsetzen, so Klink.

Domberg erklärt hierzu: „Die Arbeiten für die Fischtreppe und die Gewässerumgestaltung mit ökologischer Aufwertung des Kochers sollen im Juli beauftragt werden, wenn die endgültige Förderzusage des Landes für die Fischtreppe vorliegt.“ Die Arbeiten könnten im Mai 2020 beginnen. Damit wäre ein „durchlaufender Baustellenbetrieb nach Fertigstellung der Promenade gewährleistet“.

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Freizeitanlage noch unvollständig


Die Entwicklung der Weilerwiese ist auch mit Abschluss der Arbeiten an Promenade, Fischtreppe und Ufer noch nicht abgeschlossen. Denn der Freizeitpark, der seit dem Sommer 2017 unter anderem mit dem Omnistadion und der Wall-Holla ausgestattet ist, ist noch nicht komplett. Es fehlen unter anderem Spielgeräte und eine Boulderwand. Die Stadtverwaltung hatte damals erklärt, mit der Fertigstellung warten zu müssen, da während der Arbeiten an der Promenade Ablageflächen für Baumaterialien benötigt werden.

Patrick Domberg, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters teilt mit: „Die Boulderwand (...) soll bis Ende des Jahres umgesetzt werden. Bis auf eine kleine Restfläche für die Baustelleneinrichtung ist die Entwicklung der Freizeitanlage dann abgeschlossen.“ thumi