Schwäbisch Hall Koch gibt auch in Künzelsau Gas

Das Haller Autohaus Koch übernimmt den Vertrieb in Künzelsau. Auf dem Foto von links: Philipp Kunze, Maximilian Kunze, Thomas Mauser, Foti Tsilingiris, Lutz Härterich, Axel Kunze, Holger Kunze, Thomas Härterich.
Das Haller Autohaus Koch übernimmt den Vertrieb in Künzelsau. Auf dem Foto von links: Philipp Kunze, Maximilian Kunze, Thomas Mauser, Foti Tsilingiris, Lutz Härterich, Axel Kunze, Holger Kunze, Thomas Härterich. © Foto: Firmenfoto: Koch
Schwäbisch Hall / Von Jürgen Stegmaier 16.05.2018
Zum Haller Unternehmen gehören von Juni Betriebe an 14 Standorten Betriebe. Innerhalb des Verbunds werden jährlich rund 2900 Neufahrzeuge verkauft. Die Gruppe wird von der Familie Härterich geführt.

Unser Gebiet beginnt am Rande des Odenwalds und endet am Albaufstieg“, schreibt Lutz Härterich. Zusammen mit seinem Bruder Stefan, seinem Vater Thomas und dessen Frau Waltraud führt er die Koch-Autogruppe. Diese geht auf die Gründung eines Autohauses von Robert Koch als Vertretung der Marke Adler 1932 in Gaildorf  zurück. 1936 siedelte Koch mit seinem Autohaus nach Schwäbisch Hall über. 1950 stieg Kochs Schwiegersohn Otto Härterich in die Geschäftsführung ein. Die Familie Härterich führt die Koch-Gruppe bis heute.

Dem Unternehmen gehören ab dem 1. Juli Betriebe an 14 Standorten an. Diese haben ihre Sitze in Schwäbisch Hall, Gaildorf, Crailsheim, Öhringen, Möckmühl, Künzelsau und Ellwangen. Vertreten sind die Fahrzeugmarken des Volkswagen-Konzerns Audi, VW, VW-Nutzfahrzeuge, Skoda und Seat.

Jüngstes Kind der Autogruppe Koch wird der Vertrieb des Künzelsauer VW-Autohauses Kunze sein. Lutz Härterich wird Geschäftsführer. Er ist innerhalb der Firmengruppe Koch für die Marken VW und VW-Nutzfahrzeuge zuständig. Die operative Leitung des Betriebs Kunze wird Thomas Mauser übernehmen, er leitet auch die Koch-Betriebe in Öhringen und Möckmühl.

Wie Koch erhielt Kunze bereits 1949 einen Handelsvertrag für Volkswagen. Die Gründer Koch und Kunze kannten sich.

„Immer anspruchsvoller“

Der Service in Künzelsau bleibt in den Händen von Holger Kunze. Den Servicebereich wird er als selbstständiger Unternehmer fortführen. Dazu entsteht derzeit auf einem benachbarten Gelände an der Mergentheimer Straße eine neue Werkstatt für Nutzfahrzeuge.

Wie erklärt sich die Konzentration von Autohäusern, von der nicht nur Volkswagen, sondern Mercedes, BMW und andere Hersteller betroffen sind? „Die Fahrzeuge werden technisch immer anspruchsvoller. Neue Technologien wie Elektro- oder Hybridfahrzeuge, aber auch die aufwendigen Fahrassistenz- oder Selbstfahrsysteme stellen Handel und Werkstatt vor immer größere Herausforderungen“, macht Lutz Härterich deutlich.

Eine einzelne VW-Werkstatt, Lutz Härterich spricht von einem Stand-alone-Betrieb, könne die erforderlichen Investitionen nicht mehr aufbringen, um beispielsweise Elektrofahrzeuge zu warten und zu reparieren. So habe Koch für all seine Standorte E-Stützpunkte in Hall und Ellwangen eingerichtet. Lutz Härterich nennt ein weiteres Beispiel: Der Audi A8 sei das erste Serienauto, das teilautonomes Fahren ermöglicht. Um die aufwendige Technik, zu der Kamera- und Sensorsysteme gehören, zu warten, sei ein Arbeitsplatz im Wert von rund 100 000 Euro einzurichten. Das sei einem alleinstehenden Audi-Händler kaum möglich.

Know-how-Transfer

Von der Übernahme der Autohäuser versprechen sich die Akteure auch einen Know-how-Transfer, weil die einzelnen Betriebe der Gruppe in ständigem Kontakt miteinander seien.

Angesichts der Herausforderungen für die Händler und Werkstätten fördert der VW-Konzern die Konzentration. So wurden zum Ende des ersten Quartals 2018 alle Händlerverträge gekündigt, um sie neu zu verhandeln. Lutz Härterich versichert, dass alle Betriebe der Koch-Autogruppe einen unbefristeten Vertrag erhalten haben. In die Entscheidungen, welche Autohäuser miteinander kooperieren oder verschmelzen, mische sich der Konzern nicht ein. Das sei Sache der Händler vor Ort.

Die Haller Unternehmensgruppe macht deutlich, dass sie Übernahmen von benachbarten Autohäusern nie aktiv betrieben hat. „Wir sind immer angefragt worden“, sagt Lutz Härterich. Wird es weitere Übernahmen geben? Diese Frage lasse sich derzeit nicht beantworten, aber es könne sich schon noch was ergeben.

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Millionen Autos (gerundet) lieferte der VW-Konzern im Jahr 2017 an Kunden in aller Welt aus.

420 Beschäftigte arbeiten in den Koch-Autohäusern

Die Koch-Autogruppe beschäftigt aktuell rund 420 Mitarbeiter, den Jahresumsatz gibt sie mit 150 Millionen Euro an. 2900 Neufahrzeuge (davon 350 bis 400 Nutzfahrzeuge) und 4400 Gebrauchte verkauft das Unternehmen jährlich.

Die Familie Härterich hat die Unternehmensgruppe so organisiert, dass jedes Autohaus als eigenständige GmbH auftritt. In einem Dachunternehmen sind die betriebsübergreifenden Dienstleistungen wie EDV, Marketing oder Personalwesen angesiedelt. just