Zur dritten öffentlichen Präsentation der Wettbewerbsergebnisse für die Haalplatz-Umgestaltung erscheinen 75 Bürger im Musiksaal des Hauses der Bildung. Baubürgermeister Peter Klink weitet seinen „Impuls“ auf eine Stunde aus, um mögliche Missverständnisse vorab auszuräumen.

Die Entscheidung fällt im April

Der Sieger des Wettbewerbs sei nicht automatisch derjenige, der den Zuschlag zur Umsetzung erhalte. Über Details, Kosten und Bauabläufe werde noch verhandelt. Der Gemeinderat entscheide Mitte April darüber, welches Büro seinen Entwurf mit welchen Änderungen realisieren soll.

Allerdings müsse klar sein: „Gewisse Grundsatzentscheidungen sind getroffen worden, da sie mit den Bürgern besprochen und vom Gemeinderat beschlossen wurden.“ An denen sei nicht zu rütteln, denn auf diese im Auslobungstext fixierten Grundlagen hätten sich die 16 beteiligten Büros verlassen. Da es sich um einen „Realisierungswettbewerb“ handele, an dessen Ende ein Büro den Auftrag zur Ausführung erhält, und eben nicht um einen unverbindlicheren „Ideenwettbewerb“, könne man nun nicht mehr so einfach zurückrudern. Dennoch sei er froh über alle Anregungen.

Bildergalerie Der Haalplatz im Winter

VHS-Geschäftsführer Marcel Miara muss als Moderator auf die Fragesteller nicht lange warten. „Ich finde die Auswahl gelungen. Gibt es einen Finanzierungsrahmen?“, will der erste Bürger wissen. In der Auslobung gab es grobe Richtwerte, erläutert Klink. Jetzt werde es detaillierter. Die zweite Fragestellerin lobt den Bürgerbeteiligungsprozess. Den kritisiert hingegen die fraktionslose Stadträtin Damiana Koch, die im Publikum sitzt. Zu wenige Bürger seien beteiligt gewesen. Sie lobt die Idee aus einem Leserbrief, eine Tiefgarage unter den Platz zu bauen. Das wurde vom Gemeinderat allerdings längst verworfen.

Um zwei Hauptpunkte kreist die Diskussion am Ende: Parken und Salz. Apotheker Volker Scheuermann und die Ärzte Alfons Biggel sowie Heinrich Lenders kritisieren den Wegfall von Parkraum scharf (siehe Info).

Weitere Bürger fordern mehr Bezüge zur Historie. Das Salz müsse erlebbar werden, ein Kunstwerk die Geschichte darstellen und die Siedeknechte sollten Platz für ihre Vorführungen erhalten. Klink: „Wir sind uns einig, dass das Thema Salz gesetzt werden muss.“ Die Planer hätten das bereits als Aufgabe aus dem Jurybericht erhalten. Klink: „Es ist nun Aufgabe der Verfasser, auf diesen Einwand zu reagieren.“

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Schwäbisch Hall/Winnenden

Von 161 auf 60: Konflikt um die Reduzierung der Parkplätze in der Innenstadt


Als „schöner Parkplatz“ in herrlicher Innenstadtlage wird der Haalplatz auf „Tripadvisor“ bezeichnet. „Viel zu schön gelegen, um nur als Parkplatz genutzt zu werden“, lautet der Kommentar eines Nutzers des Online-­Touristenforums. Zu diesem Urteil kam auch der Gemeinderat, der mit der Auslobung des Wettbewerbs beschlossen hat, die Zahl der Parkplätze zu reduzieren. Baubürgermeister Peter Klink begründet das: „Eine Tiefgarage haben wir intensiv diskutiert.“ Es sei aber nicht möglich, eine solche an diesem archäologisch bedeutenden Ort zu vertretbaren Bedingungen zu bauen.

In unmittelbarer Nähe zum Haalplatz sind „13 Ärzte in 8 Praxen“ beheimatet, argumentiert hingegen Zahnarzt Dr. Alfons Biggel. „Das wird zu ganz erheblichen Problemen führen“, sagt er über die Reduzierung der Parkplätze. Den Vorschlag, dass Patienten ins Parkhaus Weilerwiese ausweichen sollen, hält er für „indiskutabel“. Schmerzpatienten benötigen kurze Wege. Der HNO-Arzt am Steinernen Steg, Dr. Heinrich Lenders, wird konkret. In Zeiten, in denen der Parkplatz für Märkte gesperrt ist, könne er 30 Prozent seines Personals heimschicken, da viel weniger Patienten kommen.

Die Zahl der Parkplätze auf dem Haalplatz wird aktuell mit 161 angeben. Sie soll auf 60 reduziert werden, mit der Option, zum Beispiel im Winterhalbjahr, auf die Zahl von 80 Parkplätze zu steigen. „Wir haben uns intensiv mit dem Thema Parken beschäftigt“, argumentiert Stadtplaner Christian Mathieu. Aufgrund der Einwände eines Arztes im Bürgerbeteiligungsverfahren wurde die Möglichkeit eingefügt, die Zahl der Stellplätze um 20 zu erhöhen.

Die Annahme der Stadtverwaltung sieht so aus: Im Moment benutzen 730 Autofahrer die 161 Stellplätze im Durchschnitt pro Tag bei unbegrenzter Parkdauer. Reduziert man die Verweildauer auf zwei Stunden, würden die 60 Plätze, die es später einmal gibt, von 390 Autofahrern pro Tag genutzt. Bei 80 Plätzen im Winterhalbjahr sei die Lage besser: 500 bis 600 Parkvorgänge am Tag seien zu erwarten. Der Grund: Im Moment gebe es mehr als 40 Dauerparker, die müssen auf andere Parkhäuser verteilt werden und machen Platz für Kurzparker. Mathieu argumentiert: Selbst in Zeiten, in denen der Haalplatz gesperrt ist (Jakobimarkt), sei noch ein Viertel der Stellplätze in der Tiefgarage Weilerwiese frei. tob