Schwäbisch Hall / tob Mehr als 300 Kinder und Jugendliche wollen in Hall über das Streiken hinaus aktiv werden.

„Die Schüler rütteln die Gesellschaft auf und da gehört ein bisschen Ungehorsam mit dazu“, sagt Edgar Blinzinger am Rand des Klimaschutzstreiks. Er war Fachbereichsleiter für Bildung und in gewisser Weise auch für die Disziplin an den Lehranstalten zuständig. Mehr als 300 Schüler kommen am Freitag zur Demo ab 11.30 Uhr – also während der Schulzeit.

Andere Erwachsene äußern in vielen Leserbriefen und vor Ort ihren Unmut: „Die sollen lieber mal in die Schule gehen, anstatt hier herumzuplärren“, raunt ein Rentner, der durch die Neue Straße am Demonstrationszug vorbeigeht.

Die Haller Schüler reagieren beim dritten Klimastreik auf die Kritiker. Jetzt stehe das Handeln und nicht nur das Anprangern von Missständen an, betont Rebecca Benz (17), die zusammen mit Hannah Thomas (17) und weiteren Schülern zu den Streiks aufruft.

Fridays for Future „Fridays for Future“-Demo in Hall

Das äußert sich in der ersten Rede auf der Großen Treppe. „Es ist nicht nur ein Streik. Wir werden handeln“, ruft Max Frey (20) aus – diesmal durch eine bessere Lautsprecheranlage als bei den vorangegangenen Streiks. Der Absolvent eines Freiwilligendienstes am Heimbacher Hof wird konkret: „Wir werden uns auf dem Grasbödele treffen, um Lebensmittel auszutauschen. Wir werden Stofftaschen nähen. Wir werden Kleider tauschen, mehr Bus und Rad fahren.“ Applaus und Gekicher löst seine vehement ausgesprochene Forderung aus: „Und wir werden keinen Müll mehr auf den Boden schmeißen.“

Für den Demonstrationszug durch die Stadt haben sich die Schüler etwas Besonderes ausgedacht. Um zu signalisieren, dass alle tot sein werden, falls es zum Klimakollaps kommt, macht Hannah Thomas einen Countdown. Bei null werfen sich rund 300 Schüler am Grasmarkt auf den Boden. Sie bleiben allerdings nur für kurze Zeit tot. Der Boden ist doch etwas kalt. 

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