Zuzug Rosengarten plant Wohngebiet

Rosengarten / Beatrice Schnelle 25.08.2018
Die Gemeinde Rosengarten plant die Wohnbebauung in Nachbarschaft des Pflegestifts in Vohenstein.

Neun Wohngebäude „mit bester Aussicht“, wie die Gemeindeverwaltung Rosengarten betont, werden in absehbarer Zeit auf den Höhen über Westheim entstehen: Die Gemeinde kann zu diesem Zweck von der „Dienste für Menschen gGmbH“ (DfM), die in Vohenstein ein Seniorenheim betreibt, das rund ein Hektar große Gelände erwerben. Auf dieser Fläche stand der inzwischen abgerissene Vorgängerbau der Pflegeeinrichtung.

Entwurfsplanung vorgestellt

Planerin Hellen Noller vom Untergruppenbacher Vermessungs- und Planungsbüro Büro Käser stellte dem Gemeinderat den Entwurf für eine Bebauungsplanug vor. Auf beiden Seiten einer geplanten Stichstraße sind Einzel- und Doppelhäuser mit maximal drei Wohneinheiten je Einzelhaus oder zwei je Doppelhaushälfte im Anschluss an die bestehende Bebauung angedacht.

Nach den Vorschlägen der Ingenieurin könnten auf der am Pflegestift gelegenen Seite in zwei jeweils dreigeschossigen Häusern bis zu sechs Wohneinheiten entstehen. Die Höhe der Gebäude würde sich damit an die Höhe des DfM-Hauses anpassen. Erlaubt sein sollen neben Sattel- und Walmdächern auch Pult- und Flachdächer.

In den Reihen des Gemeinderats stieß das Ansinnen auf die Errichtung von Mehrfamilienhäusern auf Widerstand. Peter Otto Reutter stellte einen Antrag gegen dreigeschossige Bauten an dieser Stelle. Verdichtete Bauweise könne man woanders machen, nicht aber in dieser schönen Wohnlage. Gerald König hielt dagegen: „Wir müssen angesichts der demografischen Entwicklung auch mal an ältere Leute denken und Gebäude schaffen, in denen man einen Aufzug einbauen kann. Dieser Aufwand rechnet sich nicht bei einem Dreifamilienhaus“, argumentierte der Gemeinderat. Viele andere Gemeinden würden gerade in der Nähe von Pflegeheimen Mehrfamilienhäuser bauen, in die dann Senioren einzögen, die von dem Versorgungsangebot in der Nachbarschaft profitieren könnten. Reutter will solche Gebäude aber lieber auf innerörtlichen Flächen errichtet wissen, wo die Senioren eine gute Infrastruktur mit Apotheke, Arzt und Lebensmittelgeschäften vorfänden. Diese Ansicht wurde von Martin Melber unterstützt.

„Nennen Sie mir konkrete Freiflächen, auf denen wir jetzt und sofort so etwas umsetzen könnten“, forderte Bürgermeister König das Gremium auf und stellte fest: „So etwas haben wir derzeit nicht.“ Zudem habe sich die Gemeinde über Jahre hinweg auf die Errichtung von Wohngebieten mit Einfamilien- und Doppelhäusern konzentriert, da könne man ruhig mal etwas größer denken: „Der Bedarf ist jedenfalls da.“

Die überwiegende Zahl der Gemeinderäte teilte diese Auffassung nicht: Mit elf zu sieben Stimmen wurde die Errichtung von Gebäuden mit mehr als drei Wohneinheiten auf der Baufläche in Vohenstein abgelehnt. Gleichzeitig beschloss der Gemeinderat eine frühzeitige Planungsbeteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Bürger.

Die Planung, der Grunderwerb und die Erschließung mit geschätzten Kosten in Höhe von 680 000 Euro würden über einen Treuhandvertrag bei der Landesbank Baden-Württemberg finanziert, erklärte Bürgermeister Jürgen König. Diese Ausgabe würde durch die Bauplatzerlöse gedeckt.

Mit der Umsetzung der Bauleitplanung wurde das Büro Käser beauftragt, Thomas Hauptmann vom Büro Planlandschaft Nürtingen soll den Umweltbericht erstellen, die Erschließungsplanung wird dem Haller Ingenieurbüro Krupp obliegen.

Die Vergabe der Grünordnung, die gemäß des Vorschlags
der Gemeindeverwaltung an den seit vielen Jahren für die Gemeinde tätigen Landschaftsarchitekten Martin Schäfer aus Schöntal übertragen werden sollte, wird vorerst zurückgestellt.

Peter Otto Reutter sprach sich gegen die Beauftragung Schäfers aus und wies darauf hin,
dass man den vielen jungen Unternehmen in der Branche eine Chance geben müsse.

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