Was haben Turmfalke, Dohle, Mauersegler und einige Fledermausarten gemeinsam? Sie sind dem Menschen in Städte und Dörfer gefolgt und haben einen neuen Lebensraum für sich entdeckt – den Kirchturm. Auch die Kirchtürme der Peter und Paul Kirche in Michelfeld und der Klosterkirche in Gnadental.

 Dem Turmfalken fehlt es zunehmend an Nistplätzen und Nahrung. Als ursprünglicher Felsbewohner hat er sich in Kirchtürmen und anderen hohen Bauwerken einen neuen Lebensraum erschlossen, der in Gefahr ist. Denn wenn Gebäude wärmeisoliert werden, verschließen sich Brutnischen. Aus diesem Grund zeichnet der Naturschutzbund, kurz NABU, mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ die Kirchengemeinden aus, die Lebensräume zur Verfügung stellen.

 Der Kirchengemeinderat Michelfeld hatte schon länger vor, sich um diese Auszeichnung zu bemühen und bekam jetzt unerwartet Unterstützung: Bei dem Treffen „Gemeinsam in Bewegung“, kurz GiB, fiel NABU-Mitglied Peter Trka auf, dass ein Turmfalke um den Kirchturm der Peter und Paul Kirche flog und an einem Schlitzfenstersims landete. Zwei Tage später entdeckte er eine Dohle, die im Schlitz darüber brütete. Am nächsten GiB-Treffen nahm Pfarrer Hartmut Wagner teil und Peter Trka sprach mit ihm über das Thema. Wagner erzählte, dass der Turmfalke schon viele Jahre im Kirchturm brüte, früher im oberen Turmschlitz, jetzt im unteren.  Letztes Jahr wurde er vom Dohlenpaar von seinem Nistplatz vertrieben. Auch eine Nisthilfe, die Wagner in den oberen Turmschlitz baute, brachte den Turmfalken nicht zurück. Pfarrer Wagner erzählte auch von den Mauerseglern an der Klosterkirche.

Hartmut und Friederike Wagner sowie der Kirchengemeinderat sind dankbar, dass sich Peter Trka nun darum gekümmert hat, dass beide Kirchen für ihre Unterstützung der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet werden sollen.

Info Die Auszeichnung wird beim Pfarrhoffest am 10. Juli um 14 Uhr an der Peter und Paul Kirche angebracht.