Schwäbisch Hall Kirche verteilt 1,05 Millionen Euro

Schwäbisch Hall / TOBIAS WÜRTH 28.11.2014
Das Jugendwerk, die Erwachsenen- und Familienbildung und der Diakonieverband profitieren von dem Geld aus dem Kirchenbezirk. Die Synode hat kürzlich darüber einstimmig entschieden.

"Der Haushalt für 2015 war die größte Angelegenheit", berichtet Pfarrerin Annette Imkampe über die Sitzung der Bezirkssynode am vergangenen Freitag. Einige gewählte Mitglieder waren zum ersten Mal mit dabei. Ihnen wurde der Geldfluss genau erklärt. Für Außenstehende ist es nicht sofort erkennbar, welches Kirchengremium über welche Mittel bestimmen kann.

Kirchenbezirksrechner Martin Egner klärt auf: "Es geht nicht um den Haushaltsplan der knapp 30 einzelnen Gemeinden." Das Budget des Kirchenbezirks beinhalte vielmehr die übergeordneten Organisationen. Der Bezirk besitzt keine Gebäude, daher ist das Thema Kirchensanierung nicht Bestandteil des Haushalts. Aber was dann?

Vom 1,05 Millionen Euro großen Haushaltsvolumen sollen 2015 in die Arbeit des Jugendwerks 216000 Euro fließen. Die beiden Bereiche Familien- und Erwachsenenbildung erhalten 208000 Euro. Eine Umlage an den Kreisdiakonieverband von 248000 Euro wird geleistet.

Wo kommt das Geld her? Fast alles - 800000 Euro - wird über eine Umlage von den einzelnen Gemeinden an den Bezirk überwiesen, stammt also aus der Kirchensteuer. Egner bereiten die geringen Zinsen Sorgen. Wie sollen die Rücklagen sinnvoll angelegt werden?

Das wollte auch ein gewähltes Mitglied der Synode wissen. "Es wurde gefragt, ob das Geld der Kirche ethisch korrekt angelegt wird - also nicht etwa in Waffenfirmen fließt", berichtet Imkampe. Die Antwort: Es wird auf ethisch einwandfreie Anlageformen geachtet und das auch überprüft.

Die Herbstsynode wurde mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche St. Katharina eröffnet. Dabei setzte Dekanin Anne-Kathrin Kruse Hans-Joachim Sachse in das Amt des Prädikanten ein. Nach 15-monatiger Ausbildung nimmt Sachse selbstständig Predigtdienste in den Gemeinden wahr und wurde für seinen Dienst gesegnet. Bei der weiteren Tagung im Brenzhaus stellte Dekanin Kruse ihren Jahresbericht unter den Monatsspruch November: "Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für Witwen!" Diese Handlungsanweisungen aus dem Prophetenbuch Jesaja wurden von Kruse an den kirchlichen Arbeitsfeldern der Flüchtlingshilfe und der Armenfürsorge im Blick auf die zunehmende Zahl an Flüchtlingen sowie auf die Bettler aus der Slowakei entfaltet, die nicht nur Almosen brauchten, sondern auch den Einsatz der Christen für Gerechtigkeit und Teilhabe.

Nachdem sich die Mitarbeiter des Jugendwerks - Lena Bertsch, Nadescha Arnold und Andreas Klooz - sich der neu konstituierten Synode vorgestellt hatten, referierte Martin Bauch, Bürgermeister im Ruhestand und ehemaliger Landessynodaler über die Grundsätze der kirchlichen Finanzpolitik. Es sei im Blick zu behalten, dass nicht von "der Kirche" zu reden ist, sondern unterschieden werden muss zwischen evangelischer und katholischer Kirche in Bezug auf Hierarchien und Offenlegung der Finanzsituationen.

Ein Abendgebet der Vorsitzenden Ruth Schmalzriedt beschloss die Synode.

Was die evangelische Synode zu bestimmen hat

Struktur Der Kirchenbezirk umfasst alle Kirchengemeinden im Dekanat wird geleitet von der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss und der Dekanin.

Tagung In der Bezirkssynode, die jetzt getagt hat, sind 99 Synodale - also Vertreter der Kirchengemeinden und der kirchlichen und diakonischen Einrichtungen - stimmberechtigt. Die Synode tagt mindestens zweimal im Jahr. Sie berät wichtige Fragen des kirchlichen Lebens, beschließt über Einrichtungen und Dienste des Kirchenbezirks und stellt den jährlichen Haushaltsplan auf. Die Sitzungen sind öffentlich. Vorsitzende der Versammlung ist Ruth Schmalzriedt.

Gremium Der Kirchenbezirksausschuss führt die Geschäfte, solange die Bezirkssynode nicht versammelt ist. Ihm gehören die Dekanin und gewählte Pfarrer sowie Laien an.

SWP

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