Wohngebiet Langersehnte Kinderspiele für 200.000 Euro

Schwäbisch Hall / Beatrice Schnelle 21.06.2018
Der von den Anwohnern langersehnte Spielplatz im Zentrum der Hessentaler Mittelhöhe ist eröffnet. Kinder und Eltern sind begeistert.

Baubürgermeister Peter Klink darf aufatmen: Die strengsten Kritiker äußern sich wohlwollend über den neuen Spielplatz Kühl­äcker. „Der Platz ist größer als davor, es sind Neuerungen dabei, man kann jetzt mehr machen, es können mehr Kinder drauf und das Trampolin ist schon ziemlich nice“, fasst der 13-jährige Janne die Situation zusammen. Seine Freunde nicken zustimmend. Damit sei alles gesagt, tun sie kund und wenden sich wieder wichtigeren Dingen zu. Das Trampolin ist es aber nicht, weil sich dort zu viele andere Kinder in allen Stadien des Heranwachsens um das auf Bodenniveau federnde Stück vom Glück reißen.

Die Generation auf der anderen Seite der Richterskala findet das Angebot auf dem zentral in der Mittelhöhe gelegenen Erlebnisparadies ebenfalls „nice“, auch wenn Hilmar Roeske vom Männertreff Hessental es natürlich anders formuliert. Auf Vorschlag seiner Gruppe und der Kollegen vom Stadtseniorenrat Schwäbisch Hall wurde eine Boulebahn angelegt. „Wir wollen sie wöchentlich bespielen“, verspricht Roeske. Er hofft, dass bald Freunde des geruhsamen Kugelsports aus der ganzen Umgebung beim Werfen mit Augenmaß dabei sind.

Beim großen Eröffnungsfest ist die Hölle los. Klettern, Rutschen, Schaukeln, Balancieren, das Krokodil mit Kies füttern oder einfach mit Überschallgeschwindigkeit durch die Gegend sausen: Massen von Kindern sind schwer mit der Einweihung ihres neuen Reichs beschäftigt. „Ich stelle fest, dass der Platz das Potential hat, zum sozialen Ortsmittelpunkt zu werden“, freut sich Klink. Interessenten gibt es genug: 218 der rund 1000 Bewohner der Mittelhöhe sind unter 18 Jahre alt, wie der Erste Bürgermeister und HGE-Geschäftsleiter der Statistik entnommen hat.

Sehr fantasievoll und kreativ sei die Gestaltung, lobt ein Elternpaar. Kein Wunder, waren doch die jungen Nutzer selbst an den Entwürfen für die Spielgeräte beteiligt. Astrid Winter vom Fachbereich Jugend, Schule und Soziales ließ die kleinen Architekten bei einem Workshop mit der Grundschule Hessental und dem Kindergarten Pfiffikus Wunschmodelle aus „Klebemais“ anfertigen. Entsprechend außergewöhnlich ist die Platzmöblierung. So würde die scheinbar windschiefe Spielburg, die ihr Dach wie eine verrutschte Zipfelmütze trägt, in der Herr-der-Ringe-Welt Mittelerde viel weniger auffallen als in der Mittelhöhe.

Das lebensgroße Krokodil ist ebenfalls auf Vorschlag der Kinder eingezogen. Sand- und Matschtisch, Slackline, Spinnennetz, große und kleine Rutsche, Verließ, Hängebrücke, Schaukel­auswahl – es ist alles da, was das Kinderherz begehrt. Die liebevolle Umsetzung der Kinderideen stammt vom Obersontheimer Holzgestalter Daniel Rieker, Landschaftsarchitektin Anette Traub verteilte sie auf der 2000- Quadratmeter-Fläche.

Der „Stangenwald“ steht seit 2010. „Die Kinder meinten, er wäre nicht gut bespielbar, aber er hat halt Geld gekostet und darum haben wir ihn in das Gesamtkonzept integriert“, konstatiert Volker Müller (HGE). Im Ensemble findet das durch zusätzliche Optionen aufgepeppte Ausstattungsstück bei der Eröffnungsfeier denn auch viel Zuspruch.

Rund 200 000 Euro hat sich die Stadt die hochwertige Wunderwelt kosten lassen. Seit Jahren schon forderten die Anwohner einen attraktiveren Spielplatz, der im Juni 2017 endlich vom Gemeinderat genehmigt wurde.

Die Fertigstellung dauerte länger als geplant: „Die Bauarbeiten hätten Anfang November 2017 beendet sein sollen, mussten aber auf Grund der Witterung abgebrochen werden“, erklärt Peter Klink die Verzögerung.

Erst im März habe man weitermachen können und nach der Fertigstellung Mitte Mai noch vier Wochen abgewartet, um dem Rasen vor der Eröffnung eine Chance zum Anwachsen zu geben. Der wird in Zukunft vermutlich auch einiges aushalten müssen.

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