Bühlerzell Kichenchor unter neuer Leitung

Der alte und der neue Vorstand (von links): Josef Hirsch, Melanie Henninger, Heidi Panni und Gerd Ferdinand.
Der alte und der neue Vorstand (von links): Josef Hirsch, Melanie Henninger, Heidi Panni und Gerd Ferdinand. © Foto: v
Bühlerzell / Sigrid Bauer 08.06.2018
Der Kirchenchor liegt Josef Hirsch am Herzen. Seit 2001 war er zusammen mit Gerd Ferdinand Vorstand. Jetzt haben beide ihr Amt abgegeben.

Der Bühlerzeller Kirchenchor ist der einzige kirchliche Chor in der Seelsorgeeinheit Oberes Bühlertal, die immerhin vier Gemeinden hat. Die Aufgabe eines Kirchenchors sei hauptsächlich, die Hochfeste im Kirchenjahr mit liturgischem Gesang zu begleiten. „In einer Zeit, in der die Menschen immer weniger Beziehung zur Kirche haben, ist die Nachwuchssuche aber nicht ganz einfach“, meint Josef Hirsch. Trotzdem hat der Chor recht beständig um die 30 Mitglieder, Männer und Frauen. „Wir singen vierstimmig“, so der agile 70-jährige Bühlerzeller, der selbstverständlich weiterhin mit seiner Stimme den Chor unterstützt.

Sicher 30-mal im Jahr treten die Sänger auf: an den kirchlichen Feiertagen, aber auch an runden Geburtstagen von Mitgliedern, bei Beerdigungen, bei der Fronleichnamsprozession durch Bühlerzell und beim Patrozinium im Oktober. Dazu kommen ein Konzert im Jahr und besondere Termine wie demnächst der ökumenische Gottesdienst zum Partnerschaftsjubiläum der Gemeinden Bühlerzell und St. Koloman. Hirschs Aufgabe war es, das Jahresprogramm in Absprache mit dem Pfarrer und der Chorleiterin festzulegen. „Damit bei den Auftritten möglichst keiner im Urlaub ist“, erklärt er. Josef Hirsch ist seit 1989 im Kirchenchor Mitglied. Als Jugendlicher hat er aber, wie alle seine Freunde auch, schon im Kinderchor mitgesungen. „Singen und Fußball, das hat früher dazugehört. Wir haben auch beim Fußball viel mehr gesungen als die Leute heute“, erinnert er sich. Stolz ist er auf mehrere Auftritte mit dem Kinderchor beim damaligen Süddeutschen Rundfunk.

Als Hirsch 2001 zusammen mit Gerd Ferdinand Vorstand wurde, hat er zunächst den Mitgliederbestand geordnet. „Vorher gab es keinen richtigen Vorstand. Der Pfarrer und der Chorleiter – das war bei uns immer der Lehrer – hatten dazu keine Zeit“, meint Hirsch. Sämtliche Berichte über den Chor fürs Gemeindeblatt und die Zeitung kamen aus seiner Feder. Viel Aufwand hat er für die Werbung neuer Sänger getrieben. Noch mehr allerdings für die Dokumentation des schon über 250 Jahre alten Bühlerzeller Kirchenchors. „Als ich für die Feier zum 250-Jahr-Jubiläum 2011 die Festschrift schreiben wollte, habe ich schnell gemerkt, dass das Material viel zu umfangreich ist“, schildert er. Der Hobbyhistoriker hat dann lieber gleich eine richtige Dokumentation der Chorgeschichte erstellt und dafür das Kirchenarchiv durchforstet. „Die Sänger bekamen früher eine ,Belohnung’ als Jahresunterstützung“, hat Hirsch herausgefunden. Heute erhält nur der Dirigent einen kleinen Betrag von der Kirche. Umso glücklicher schätzt sich der Verein, dass er mit Christine Ferdinand seit 1973 eine engagierte Chorleiterin hat und Magdalene Grimmig sie dabei unterstützt.

Nachfolger von Josef Hirsch und Gerd Ferdinand sind seit Januar Melanie Henninger und Heidi Panni. „Sie sind jünger und haben bestimmt bei der Werbung neuer Sänger mehr Erfolg“, hofft Hirsch.

Zwei hohe Auszeichnungen

Medaille 1989 erhält der Kirchenchor zum 228-Jahr-Jubiläum die Palestrina-Medaille. Es ist die höchste Auszeichnung für Chöre im kirchlichen Bereich. 2012 bekommt der Kirchenchor die Zelter-Plakette überreicht, eine Auszeichnung des Bundespräsidenten. siba