Martin Röther hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Metzger, fahrender Händler, Großunternehmer mit 2200 Mitarbeitern und 44 Filialen. Der selbstbewusste Haller Modepark-­Gründer feierte am Donnerstag seinen Achtzigsten bei blendender Laune. Von der Branchen-­Depression, wie sie bei den Modespezialisten wie Gerry Weber, Hennes und Mauritz oder Zalando herrscht, ist bei Martin Röther nichts zu spüren. Seine Idee und die seiner Söhne Michael und Thomas scheint nach wie vor zu funktionieren: bequem vor dem Haus parken, Kleider ansehen, anfassen, anprobieren, mitnehmen. Und alles unter einem Dach.

 

Lassen sich die Erkenntnisse eines Sportpsychologen, die Jan Mayer am Donnerstag in Hall referierte, auf das Miteinander eines Betriebes übertragen? Manchmal. Ein Vorstandschef in einem Konzern mit mehreren Tausend Mitarbeitern kann sich nicht die Zeit nehmen, jeden kennenzulernen, zu verstehen und an der richtigen Stelle einzusetzen. Aber er kann eine entsprechende Struktur in seinem Unternehmen schaffen, damit sich die Beschäftigten gehört und verstanden fühlen – und so gute Arbeit abliefern. Professor Mayer sagte im Kaisersaal auch, was gar nicht geht: Einen Sportler oder Mitarbeiter nach einer Enttäuschung links liegen lassen. „Das ist schlimmer als zusammenscheißen.“