Schwäbisch Hall/Lappeenranta Städtepartnerschaft: keine Frage der Entfernung

Im Park von Lappeenranta wird bei der Schwäbisch-Hall-Bank das Erinnerungsbild geschossen. 
Im Park von Lappeenranta wird bei der Schwäbisch-Hall-Bank das Erinnerungsbild geschossen.  © Foto: ffff
Schwäbisch Hall/Lappeenranta / Franziska Hof 07.08.2018
36 Bürger aus Schwäbisch Hall fahren knapp 5000 Kilometer auf Landwegen und übers Meer ins finnische Lappeenranta. Sie pflegen alte und gründen neue Freundschaften.

Es ist eine weite Strecke in die finnische Partnerstadt Lappeenranta. Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ machten sich 36 Bürgerinnen und Bürger aus Schwäbisch Hall rund 5000 Kilometer auf in Richtung Norden. Mit Bus und Fähre führte die Fahrt über Travemünde übers Meer nach Helsinki. Nach einer Stadtrundfahrt durch die interessante Hauptstadt ging es weiter. Begleitet von endlosen Wäldern, waren bis ans Ziel auf leeren Straßen noch rund 220 Kilometer bis nach Lappeenranta zurückzulegen.

Herrliches Wetter, Seen, lange, helle Abende und die finnische Lebensweise haben dazu beigetragen, dass die Gäste die Partnerstadt von ihrer schönsten Seite kennenlernen konnten. Bei einem Ausflug in die Region konnten in einem besonderen Steinbruch mit dem weltweit einzigen Vorkommen von Labradorit-Feldspat mit Einschlüssen, in Regenbogenfarben glänzende Spektrolithe gesammelt werden, schreibt die Haller Pressesprecherin. Nebenbei reichte es noch für eine Handvoll selbst gepflückter Heidelbeeren aus dem Wald. Das Mittagessen musste erst geangelt werden, bevor die Gruppe frisch geräucherte Regenbogenforellen verspeisen konnte.

Frisch gestärkt, gab es am Nachmittag ein besonderes Erlebnis: An einem idyllischen Platz am See war eine typisch finnische Rauchsauna extra für die Gäste aus Hall angeheizt worden. Aber nicht nur die Sauna, auch das Schwimmen im 23 Grad warmen Wasser lockte. Ein Sprung in den See war eine willkommene Erfrischung bei den sommerlichen Temperaturen.

Gäste herzlich empfangen

Beim herzlichen Empfang im Rathaus durch die stellvertretende Stadtdirektorin Alina Kujansivu gab es in deutscher Sprache viele Informationen über die Stadt, die wirtschaftliche Situation und das kulturelle Leben. Begründet durch die direkte Lage an der russischen Grenze und die Nähe zu St. Petersburg, ist der wirtschaftliche und touristische Austausch mit Russland sehr intensiv. Für alle gab es „Mariannes“, leckere Pfefferminz-Bonbons mit Schokoladenfüllung, hergestellt in Lappeenranta.

Das Bähnle, das normalerweise die Touristen auf Sightseeingtour durch die Stadt fährt, hatte einen Motorschaden und so wurde die Gruppe per Bus zu den Sehenswürdigkeiten gefahren. Die Tour führte über die Festung, wo Museen, die orthodoxe Kirche und das originellste Café der Stadt zu finden sind, vorbei an der großen Burg, die jedes Jahr wieder neu von Künstlern aus Sand gestaltet wird, durch den Hafen, der mit Gastronomie und einem Konzertplatz eine große Anziehungskraft für Jung uns Alt hat, zurück in die Innenstadt mit Markt und großem Einkaufszentrum, das auch das Stadttheater beherbergt. Die anschließende freie Zeit wurde individuell genutzt, zum Beispiel auch zum Gespräch und Austausch mit den Mitgliedern der Deutsch-Finnischen Gesellschaft im Café Majurska, und am Abend traf man sich wieder zu einer kleinen Kreuzfahrt auf dem Saimaa-See.

Abschluss und Abschied war dann im „Park Schwäbisch Hall“ neben der Universität mit dem Gruppenfoto auf der Steinbank. Dann ging es über Helsinki (Trump und Putin waren schon wieder weg) nach Tallinn, der Hauptstadt Estlands, zurück. Der Weg nach Hause wurde gerne unterbrochen, um die faszinierend schönen Städte im Baltikum zu besichtigen und an der Strecke den Berg der Kreuze, auf der kurischen Nehrung die größte Düne Europas und das Thomas-Mann-Haus zu besuchen.

2991 Kilometer auf dem Land und rund 2000 auf dem Meer, das war die Entfernung, die zurückgelegt wurde, um die finnische Partnerstadt zu besuchen. So stehen die Worte „Freundschaft ist keine Frage der Entfernung“ auch weiter für die Städtepartnerschaft zwischen Lappeenranta und Schwäbisch Hall.

Autor Den Text hat Franziska Hof, Pressesprecherin der Stadt Hall, verfasst.

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