Schwäbisch Hall Keine Extrawurst für "pro familia"

Auch die Beratung von Alleinerziehenden hat sich "pro familia" Schwäbisch Hall zur Aufgabe gemacht. Symbolfoto: Giacinto Carlucci
Auch die Beratung von Alleinerziehenden hat sich "pro familia" Schwäbisch Hall zur Aufgabe gemacht. Symbolfoto: Giacinto Carlucci
Schwäbisch Hall / JOCHEN KORTE 27.11.2014
10.000 Euro wollte die SPD-Fraktion im Kreistag im Etat 2015 zur Grundfinanzierung für "pro familia" verankert wissen. Daraus wird nichts. Erst wird beobachtet, wie sich die Finanzen des Vereins entwickeln.

Kreisrätin Bettina Wilhelm (SPD) begründete die "Minimalforderung" für "pro familia" damit, dass der Verein zur Deckung des laufenden Betriebs jedes Jahr etwa 10.000 Euro aus den Rücklagen entnehmen müsse. Das hänge damit zusammen, dass der Kreis von der pauschalen zu Projektförderung übergegangen sei. Wenn das so weitergehe, seien die Reserven in vier Jahren abgeschmolzen. "Dann wird der Verein an die Wand gefahren. Themen können konzeptionell nicht mehr angegangen werden", sagte Wilhelm.

Das wollte Erster Landesbeamter Michael Knaus, der die erste Sitzung des Jugendhilfeausschusses in der neuen Wahlperiode leitete, so nicht stehen lassen. Die Leistungen an "pro familia" seien ausgeweitet worden, es sei eine "ganz zielgerichtete Förderung". Der Kreis habe den Wünschen des Vereins beim Fachleistungs-Stundensatz "in vollem Umfang entsprochen".

Freien-Kreisrat Friedrich Waller wollte wissen, um wieviel Euro sich dadurch die finanzielle Situation von "pro familia" verbessere. Etwa 3000 bis 4000 Euro, erklärte Jugendamtsleiter Hartmut Werny.

SPD-Kreisrätin Monika Jörg-Unfried unterstrich die wichtige Aufgabe des Vereins. Wenn das Jugendamt bei bestimmten Kreisen nur noch als Feind angesehen werde, könne der Verein vermitteln. "Das ist sehr gut investiertes Geld", so Jörg-Unfried. Sozialdezernent Thomas Haag meinte, dass der Kreis konkrete Aufgaben finanzieren solle. Andere "pro-familia"-Vereine würden, im Gegensatz zum Haller, auch Kostenbeiträge von den Nutzern erheben.

"Die Pauschalförderung haben wir in den letzten Jahren abgeschafft", führte Siegfried Trittner (Freie) aus. Eine Schräglage von "pro familia" wolle er aber auch nicht. Man solle zwei Jahre beobachten, wie sich die Finanzen bei dem Verein entwickeln würden. Diese Zeit wurde dann auf Vorschlag von Werner Hepp (Arbeiterwohlfahrt) reduziert. Es soll abgewartet werden, wie sich die neuen Strukturen und die Ausweitung der Aufgaben bei der "Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdungen" auswirken werden. Die SPD konnte sich mit dem Vorschlag anfreunden und zog den Antrag auf 10000 Euro für den Haushalt 2015 zurück. Einigkeit herrschte, dass sich "pro familia" im Ausschuss vorstellen und die Arbeit erläutern soll.