Landkreis Kein Wasser mehr aus Bächen und Flüssen nehmen

 
  © Foto:  
Landkreis / KOR 12.08.2015
Bäche und Flüsse im Landkreis Schwäbisch Hall führen so wenig Wasser, dass das Landratsamt gestern verboten hat, dass daraus Nass entnommen wird. Grund ist die anhaltende Trockenheit.

Die Wasserführung an den Fließgewässern im Kreis ist besorgniserregend, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Eine "Allgemeinverfügung zur Wasserentnahme", wie es offiziell lautet, wird erlassen.

Zum allerersten Mal, wie Stabsleiter Steffen Baumgartner versichert. Im Jahrhundertsommer 2003 habe man nur redaktionell mitgeteilt, dass kein Wasser entnommen werden dürfe. Eine Allgemeinverfügung habe es damals nicht gegeben. Sie gilt ab dem 13. und bis zum 31. August. In der Zwischenzeit regne es hoffentlich, so Baumgartner.

Die anhaltende Trockenheit und die überdurchschnittlich hohen Temperaturen hätten dazu geführt, dass die Wasserführung der Flüsse und Bäche erheblich zurückgegangen sei. Durch die niedrigen Wasserstände erhöhten sich die Schadstoffkonzentration sowie die Temperatur im Gewässer. Dies führe zu einem geringeren Sauerstoffgehalt, so dass die Gefahr eines Fischsterbens bestehe.

Um die Abflüsse in den Gewässern des Kreises zu verringern, wird verfügt, dass aus oberirdischen Gewässern "kein Wasser im Rahmen des Allgemeingebrauchs entnommen werden darf". Konkret bedeutet dies: Selbst aus dem Kocher darf ein Kleingärtner kein Wasser zum Gießen seines Schrebergartens entnehmen, sagt Steffen Baumgartner. "Grundsätzlich bedürfen Wasserentnahmen einer schriftlichen Erlaubnis durch die Untere Wasserbehörde im Landratsamt. Dies dient dem vorrangigen Schutz der Flora und Fauna der Gewässer", so das Landratsamt.

Dies gelte auch für einmalige oder unregelmäßige Entnahmen. Eine Wasserentnahme ohne Erlaubnis stelle eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeld geahndet werden könne. Bestehende Erlaubnisse würden weiterhin gelten.