Engagement Jungle Beat geht in die sechste Runde

David Lang schlägt einen Stamm in den Boden. Er gehört zur Unterkonstruktion für einen symbolhaften Strommast der „New World“-Bühne, die die Industrie abbilden soll.
David Lang schlägt einen Stamm in den Boden. Er gehört zur Unterkonstruktion für einen symbolhaften Strommast der „New World“-Bühne, die die Industrie abbilden soll. © Foto: Verena Köger
Crailsheim / Verena Köger 23.07.2018
Nach drei Jahren als Besucher auf dem Jungle Beat steht für David Lang fest: Er will mithelfen. Diese Mal übernimmt er sogar die Organisation für eine Bühne im Zelt – darin geht es tierisch zu.

Klopf. Klopf. Klopf. Bei 30 Grad schwingt David Lang den Vorschlaghammer. In Muskelshirt und kurzer Hose ist die Hitze gerade so auszuhalten. In der unmittelbaren Nähe stapeln sich Paletten und Hölzer. Ein Stück weiter weg sind kleine Häuschen zu erkennen und Pfähle, die in den Boden geschlagen wurden. Sie markieren eine Fläche. „Da wird die Lounge sein“, erklärt Dave, wie er von seinen Freunden genannt wird. Er und rund 300 Helfer sorgen dafür, dass sich Saurach, ein kleines Dorf zwischen Crailsheim und Ilshofen, vom 27. bis 29 Juli zum sechsten Mal in ein Dschungeldorf verwandelt.

Die ersten drei Jahre war Dave Besucher auf dem Elektrofestival. Durch seinen Freund Simon aus Kirchberg, der Mitglied beim Veranstalter Beat-Bus ist, kam er auf die Idee, selbst mitzuhelfen. Also ist der 23-Jährige einfach mit seinem Motorrad am Festivalgelände in Saurach vorbeigefahren und hat gefragt: „Wo kann ich helfen?“

Gesagt, getan. Mittlerweile ist er schon das dritte Mal als Helfer dabei. Seit Donnerstag packt er beim Aufbau der Bühnen mit an. Dieses Mal ist Dave selbst für die Organisation einer Bühne zuständig. „Stage Manager“ darf er sich nennen. Der Job ist wie gemacht für den gebürtigen Haller, denn schließlich ist er Architekturstudent und beschäftigt sich damit, öffentliche Räume für Menschen zu gestalten. Genau das versucht er auch beim Jungle Beat umzusetzen. Um das Line-up kümmerte sich die Kulturvereinigung „3000 Grad“ aus Mecklenburg-Vorpommern. Rund zehn von den insgesamt 50 internationalen und regionalen Acts treten auf der Bühne im Zelt auf. „Es werden vor allem Live-Künstler auflegen, die zu ihren Tracks Instrumente spielen oder singen. Elektrosound mit Live-Elementen – das hat Stil“, so Dave. Besonders freue er sich auf den Auftritt von „Shkoon“. Das Zelt wird morgen geliefert.

Wie die Bühne aussehen wird, verrät Dave noch nicht. Es soll ja schließlich eine Überraschung werden. Da er aber das Thema „Tiere“ umsetzen will, wird es auf jeden Fall bunt. „Ich möchte alle Tiere, die die vergangenen Jahre Motiv des Jungle Beats waren, in der Gestaltung unterbringen.“ Die Liebe zum Detail ist David wichtig. Das mache auch das Festival so beliebt bei den Besuchern. Und die familiäre Atmosphäre komme an, hört er von vielen Bekannten. Das Jungle Beat ist für ihn selbst ein großes Klassentreffen. „Meine Freunde sind durch das Studium in ganz Deutschland verteilt. Einmal im Jahr kommen wir hier in Saurach zusammen und schlagen unser Lager auf.“

Durch seine Mithilfe beim Festival hat David auch einen alten Freund getroffen, mit dem er in der Krabbelgruppe in Kirchberg gespielt und den er seitdem nicht mehr gesehen hatte. Auch seine Freundin und einige Kommilitonen aus Stuttgart stehen auf der Besucherliste und schätzen vor allem das Schacht-Reservat, die Bühne im Wald, die vom Schacht-Club Dünsbach bespielt wird.

Bei der Frage nach seinem persönlichen Highlight während des Jungle Beats, muss David nicht lange überlegen: „Der Sonntagabend. Wenn alle Bars schließen, verlagert sich das Festival in den Schacht, wo sich alle Helfer treffen.“ Dann sehe er den Leuten ihre Erleichterung an: „Wir haben es wieder geschafft, den Besuchern eine tolle Zeit zu bereiten.“ Außerdem sei die Stimmung total entspannt.

Bevor es so weit ist, gibt es aber noch einiges zu tun. Nach dem Bühnenaufbau geht es an die Licht- und Soundinstallation, die Verlegung der Wasser- und Stromleitungen, die Planung der Zeltplätze und natürlich an die Dekoration. Der riesige, orangefarbene Holztiger schaut sich auch in diesem Jahr das Festival­treiben von oben an.

Von Architektur, Workshops und Shuttle-Bussen

David Lang ist 23 Jahre alt und in Schwäbisch Hall geboren. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr wohnte er in Kirchberg bei seiner Mutter. Dann zog er zu seinem Vater nach Hall. Nach seinem Abschluss an der Waldorfschule ging er für ein Jahr nach Neuseeland, wo er in einem Hostel gearbeitet hat, „ein Traum“, wie er selbst sagt. Seit 2016 studiert er in Stuttgart, zunächst Klima-Engineering, mittlerweile Architektur. In seiner Freizeit fährt David oft Fahrrad oder spielt Volleyball, im Winter geht er Snowboarden.

Die Kombitickets für das Jungle Beat sind zwar schon ausverkauft, aber es gibt noch Tickets für Sonntag an der Tageskasse. Am Samstag werden Workshops wie Kettenbasteln, Batiken und Yoga angeboten. Außerdem gibt es Vorträge zu Themen wie „Wildtiere im Tourismus“ und Filme. Der Verein „Pro Wild Life“ hat wieder einen Stand. Am Samstag und Sonntag fahren Shuttle-Busse. Der Plan ist auf der Facebook-Seite des Jungle Beats ersichtlich. Weitere Infos und das Line-up gibt es auf www.junglebeat.de. ena

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