Bar „Anästhesie“ oder Altes Schlachthaus? Das haben sich die Haller Stadtverwaltung und Jugendliche vor rund einem halben Jahr bei ihrer Suche nach einem neuen Jugendraum gefragt. Mittlerweile hat sich der Schlachtsaal im Alten Schlachthaus als favorisierter Treffpunkt herauskristallisiert. Fix ist aber noch nichts. „Das Thema geht am 18. Februar nicht öffentlich in den Verwaltungs- und Finanzausschuss und am 13. März öffentlich in den Gemeinderat“, so Stadt-Pressesprecherin Franziska Hof.

Insgesamt wird aber bereits seit eineinhalb Jahren nach einem neuen Treffpunkt für Jugendliche in der Haller Innenstadt gesucht. Im Oktober 2017 haben Schüler beim ersten Jugendforum den Wunsch geäußert, wieder einen Raum für sich zu haben. Beim zweiten Jugendforum 2018 stand das Thema immer noch auf der Wunschliste.

Jugendarbeit integriert

Kein konkreter Plan

Es muss nicht nur ein endgültiges Domizil gefunden, auch Detailfragen, wie zum Beispiel die Ausstattung, müssen noch geklärt werden, heißt es vonseiten der Stadt. Einen konkreten Plan gebe es noch nicht, so Lena Neumann, Pächterin der Kultbucht im Alten Schlachthaus und zuständig für die Vermietung des Schlachtsaals und des Theatersaals.

„Ideal ist es nicht, im Schlachtsaal einen Jugendraum einzurichten“, findet Neumann. Der Raum fehle dann für andere Veranstaltungen. Regelmäßig werden dort unter anderem Salsa- oder Zumba-Kurse angeboten, die dann raus müssten.

Da der Saal im Erdgeschoss neben dem Raucherraum liegt, stelle sich auch noch die Frage, wie das mit dem Jugendschutz zu vereinbaren sei. Auch der Zugang könne sich als problematisch erweisen. „Wegen der Gastronomie können die Jugendlichen von vorne nicht rein und müssten über den Haalplatz kommen.“ Doch dort befinden sich auch die Verladestellen für die Gastronomen vor Ort. „Konzeptionell passt ein Jugendraum in das Kulturzentrum im Alten Schlachthaus, logistisch und rechtlich ist es aber schwierig“, so Neumann.

Jugendraum soll sechs Tage die Woche offen sein

Auch die Fragen nach einer Aufsicht und Öffnungszeiten stellen sich. „Ich habe vorgeschlagen, beispielsweise Studenten aus der Hochschule als Aufsicht zu rekrutieren“, sagt Hartmut Baumann, FWV-Fraktionssprecher im Haller Gemeinderat und Projektpate. Denn ganz unbeaufsichtigt ginge es nicht. Von ihm stammt auch die Idee, den Jugendraum im Alten Schlachthaus unterzubringen. Ihre Wunschöffnungszeiten haben die Schüler im August benannt: Montag bis Donnerstag, 13 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag, 11 bis 23 Uhr, sowie sonntags punktuell.

Verzögerungen bei der Umsetzung gab es unter anderem wegen des Brands im Heimbacher Hof im Mai 2018. Ein weiteres Problem ist, dass die Haftungsfrage noch geklärt werden muss. Derzeit sind vier Varianten denkbar: Vergabe an freie Träger, Trägerschaft als Trägerverein, städtische Trägerschaft oder Erweiterung des bestehenden „Clubratsmodells“. Auch das müsse erst in den zuständigen Gremien abgestimmt werden, so Hof. Drastischere Worte findet Grünen-Stadtrat und Pate Joachim Härtig: „Die Verwaltung schnarcht oder sitzt es aus.“ Seit rund einem halben Jahr ist der Schlachtsaal als potenzieller Jugendraum im Gespräch. Härtig meint, man sollte den Schlachtsaal als möglichen Jugendraum „klar und eindeutig abklopfen. Was spricht dafür, was spricht dagegen?“

Die Jugendlichen hätten sich durchgehend engagiert, sind sich die Paten einig. „Sie waren bei den Jugendforen konsequent dabei, sie haben ihre Hausaufgaben gemacht“, so Härtig.

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