Beteiligung Jugendliche planen Park für Hunde auf der Auwiese

Schwäbisch Hall / Tobias Würth 14.03.2018

Einige Jugendlichen haben mir gesagt: ,So ernst genommen haben wir uns noch nie gefühlt“, berichtet Astrid Winter. Obwohl die Mitarbeiterin des Fachbereichs Jugend, Schule und Soziales schon lange im Geschäft ist, zeigt sie sich im Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur am Montag sichtlich bewegt. „Das rührt mich sehr.“

Mit Eifer dabei

Dabei startete alles als Pflichtprogramm. Die neue Gemeindeordnung des Landes sieht vor, dass Kinder und Jugendliche auf gewisse Weise an politischen Prozessen beteiligt werden müssen. In einigen Kommunen gibt es einen Jugendgemeinderat. Doch Hall wählte einen anderen Weg: Es tagte ein Jugendforum am 12. Oktober 2017; Abordnungen aus Klassen sowie Stadträte diskutierten beim moderierten Treffen in der Aula des Schulzentrums West; es gründeten sich 16 Gruppen, die sich mehrmals trafen.

„Die Jugendlichen wurden zweimal zu Gruppentreffen eingeladen. Wenn sie dann nicht erscheinen, ist das Thema durch“, berichtet Winter vom Verfahren. Doch die Jugendlichen sind da. Nur die Gruppen mit den Themen „Sicherheit“ und „ Jugendradio“ kamen nicht zustande.

„Die Schüler kommen in unseren Besprechungsraum“, berichtet Edgar Blinzinger, Fachbereichsleiter Jugend, Schule und Soziales. „Sie sind pünktlich zur Stelle und mit Eifer dabei.“ Dabei würden jeder Gruppe Paten aus dem Gemeinderat und der Verwaltung zur Seite gestellt. Manchmal müssen die erklären, was nicht geht. So wurde in einer Gruppe bemängelt: Lehrern fehle es an technischen Fähigkeiten beim Einsatz neuer Medien. Doch das könne nicht die Stadtverwaltung als Schulträger ändern.

Astrid Winter betont, dass nicht unbedingt das zähle, was am Ende herauskomme. So solle der Pate den Jugendlichen nicht etwa alle Probleme aus dem Weg räumen. Ihr gehe aber das Herz auf, wenn sie sehe, dass im Team „Stadtentwicklung“ viele Gymnasiasten mit Eifer eine Idee von zwei Mädchen aus einer Gemeinschaftsschule vorantreiben: den Hundepark. Das könnte eines der in der Stadt sichtbarsten Ergebnisse der Jugendbeteiligung werden.

„Herr Thomas Thamm in der Bauverwaltung hat mit den Jugendlichen schon eine Fläche ausgesucht“, berichtet Astrid Winter. Im Bereich hinter dem Baseball-Feld auf der Auwiese könnte eine Fläche abgesteckt werden. „Die Jugendlichen sind gerade auf der Suche, welche Geräte dort für die Tiere aufgebaut werden könnten.“ Ein Park, in dem die Hunde spielen und sich Tierbesitzer treffen, das gebe es auch in anderen Städten. Warum also nicht in Hall?

Abschluss vor Sommerpause

Ein weiteres Ergebnis der Jugendbeteiligung: An beiden Schulzentren werden Getränkeautomaten aufgestellt. Das hätte eine der Gruppen erarbeitet. Weitere Wünsche könnten erfüllt werden: Ein Open-Air-Konzert für die Altersstufe, die zu groß für Kinderangebote, aber noch nicht groß genug für die Treffpunkte der Jugendlichen ist. Ebenfalls geplant: ein Kochkurs mit Flüchtlingen, eine Veranstaltung vor der Kommunalwahl und die Einrichtung von Räumen für Jugendliche.

Vor der Sommerpause würden die Endergebnisse präsentiert, sagt Winter am Montag im Ausschuss. Für den 23. Oktober dieses Jahres sei das nächste Jugendforum terminiert. Dort könnten sich neue Gruppen formieren, oder alte fortgesetzt werden.

Recht auf Mitsprache im Gesetz verankert

Die Gemeindeordnung von Baden-Württemberg greift den Aspekt der Beteiligung Jugendlicher in Paragraf 41a der Gemeindeordnung des Landes auf: „Die Gemeinde soll Kinder und muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen. Dafür sind von der Gemeinde geeignete Beteiligungsverfahren zu entwickeln. Insbesondere kann die Gemeinde einen Jugendgemeinderat oder eine andere Jugendvertretung einrichten. Die Mitglieder der Jugendvertretung sind ehrenamtlich tätig.“ Das Land ist damit seit zwei Jahren Vorreiter bei dem Thema. Auch in anderen Kreisgemeinden könnten Jugendliche diese Rechte einfordern.

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