Bürgermeisterwahl Jürgen Silberzahn tritt vierte Amtszeit an - Wahlbeteiligung von 46 Prozent

ELISABETH SCHWEIKERT 21.07.2014
Jürgen Silberzahn (53) ist am Sonntag von 731 Bürgern aus Wolpertshausen gewählt worden. "Das ist sensationell", sagt Eckard Kümmerer, der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, zur Wahlbeteiligung.

Es ist 18.15 Uhr, die Stimmen im Rathaus Wolpertshausen sind ausgezählt. Bis kurz vor 18 Uhr kamen noch einzelne Wähler auf den letzten Drücker, um die Stimme abzugeben - wie das Ergebnis später zeigen wird, meist für den Amtsinhaber Jürgen Silberzahn. Doch der steht jetzt mit Frau Sabine sowie den beiden erwachsenen Kindern Cathrin und Martin vor dem Rathaus und macht Konversation. Es sind zahlreiche Bürgermeister aus anderen Gemeinden gekommen - Rita Behr (Wallhausen), Ute Zoll (Vellberg), Roland Wurmthaler (Ilshofen), Christoph Maschke (Untermünkheim), Frank Harsch (Braunsbach), Klaus-Dieter Schumm (Gerabronn) und Klemens Izsak (Schrozberg). Sie alle stehen ebenfalls vor der Türe, aber es mag so recht kein Gespräch in Gang kommen. Alles tritt von einem Bein aufs andere. "Es ist ja keine Überraschung, was rauskommt", sagt später Jürgen Silberzahn, "und man denkt, man könnte entspannt dem Ergebnis entgegen sehen - so ist es aber nicht." Den Tag hat er mit der Familie verbracht, sich das Warten mit dem Schauen der Formel1 vertrieben.

Schließlich ruft Eckard Kümmerer die Wartenden in den Wahlraum des Wahlbezirks 00101, wie auf einem Schild an der Rathaustüre steht. "Ja super", ruft Ute Zoll, als die Wahlbeteiligung von 46 Prozent bekannt gegeben wird. Im Vergleich zu der Wahlbeteiligung in Obersontheim (36 Prozent) und Wallhausen (31 Prozent) konnte Silberzahn deutlich mehr Bürger zum Urnengang bewegen. Es gibt langen und kräftigen Applaus.

Das Wort geht an Jürgen Silberzahn. Dieser scherzt zunächst, sagt, ihm sei ein Stein runtergeplumpst - und zieht dabei kräftig den Bauch ein, damit jeder auch sieht, wie groß der Brocken ist, der ihm vom Herzen gefallen ist. Silberzahn bedankt sich beim Gemeindewahlausschuss, seinen Mitarbeitern, den Bürgern und seinen Bürgermeisterkollegen. Er sehe das Ergebnis als Ausdruck der Anerkennung der Arbeit, die im Rathaus und im Gemeinderat geleistet wird. Besonders freue ihn, dass die meisten Entscheidungen im Konsens getroffen wurden. Nach kurzem Feiern gehe die Arbeit weiter - schon morgen tagt wieder der Gemeinderat. Deshalb verzichte er darauf, seinen Mitarbeitern zu versprechen, es werde bald ruhiger zugehen, meint Silberzahn. Das glaube auch keiner mehr, kontert die langjährige Rathausmitarbeiterin Brigitte Sosinski trocken. Die nächsten Aufgaben sind der Bau einer Sammelkläranlage, die Sanierung der Herolthalle und der Bau einer Senioreneinrichtung.

Rasch ist der offizielle Teil vorbei, die Anspannung verflogen. In familiärer Atmosphäre unterhalten sich alle angeregt.

Info 731 Stimmen wurden abgegeben. 76 davon per Briefwahl. Es gab sieben ungültige Stimmen sowie wenige Stimmen für andere. Anstelle von Jürgen Silberzahn wollten einzelne Wähler folgende Personen als Bürgermeister haben: Christian Simon Moll, Gerhard Fischer, Eckard Otterbach, Klaus Dechent und Norbert Fleischmann.