Braunsbach Jubiläumskonzert des Geislinger Liederkranzes: Rund 200 Menschen hören zu

LYDIA-KATHRIN KNIRSCH 20.11.2013
"Das war absolut fantastisch", freut sich ein Besucher, als er am Sonntagabend die kleine St. Veitkirche in Geislingen verlässt. "Einfach wunderbar", fasst ein anderer Gast seine Eindrücke zusammen.

Beide Männer waren Zuhörer beim Jubiläumskonzert des Liederkranzes Geislingen, der 150 Jahre alt geworden ist. Nachdem im Frühjahr bereits Mozart auf der Agenda des Liederkranzes stand, ging der musikalische Spaziergang diesmal mit der Messe Nr. 2 in G-Dur von Franz Schubert sowie Werken von Bach, Mendelssohn und Orlando di Lasso weiter.

Rund 200 Musikfreunde waren der Einladung des Liederkranzes gefolgt, so dass das evangelische Kirchlein am Rand seiner Kapazität angelangt war: Das Gotteshaus war bestens gefüllt. Zusätzliche Stühle mussten aufgestellt werden. Die Treppenstufen, die zur Empore führen, wurden kurzerhand zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert - und dennoch fand nicht jeder der vielen Besucher einen Sitzplatz. "Ich habe eineinhalb Stunden lang gestanden. Aber die waren es wirklich wert", sagt eine Sulzdorferin. "Ich kann mich auf kein Highlight festlegen. Für mich und meinen Mann war der gesamte Abend ein echter Höhepunkt", so ihr Fazit.

Punktgenau erklingen die klaren Stimmen der mehr als 30 Sänger unter der Leitung von Hildegard Fink. Sie erfüllen den Kirchenraum und lassen Gänsehaut entstehen. Begleitet wird der Gesang von einem siebenköpfigen Orchester, das mit dem frischen Concerto in d-Moll von Antonio Vivaldi ein heiteres instrumentales Intermezzo bietet.

Das Zusammenspiel der Stimmen und Instrumente lädt die Zuhörer zum Träumen ein - und ebendies scheinen manche auch zu tun. Sie schließen die Augen und lassen die Musik auf sich wirken. Zwei Buben, die bei ihren Eltern auf der Empore sitzen, scheint die Musik hingegen völlig mitzureißen. Eifrig folgen sie den Bewegungen Finks und üben sich im Dirigieren.

Das musikalische Programm ist breit gefächert: Es reicht von fröhlich leichten Klängen bis hin zu schwerer, fast dramatischer Musik. Mit Felix Mendelssohn-Bartholdys Choralkantate "Verleih uns Frieden" sowie John Rutters "Gott segne und behüt dich", setzen Sänger und Musiker mit versöhnlichen Klängen einen anmutigen Schlusspunkt an ein rundum gelungenes Konzert.

"Ein Hochgefühl, das erleben zu dürfen"

"Ich bin froh, hergekommen zu sein. Das war ein wahres Hochgefühl, das hier mitzuerleben", sagt Angela Lehmann aus Geislingen. Eigentlich hätte sie an diesem Abend selbst beim Konzert mitgewirkt, hätte mit ihren Liederkranz-Kollegen zusammen gesungen. Eine böse Erkältung machte ihrem Vorhaben jedoch einen Strich durch die Rechnung, so dass sie stattdessen auf einem Stuhl auf der Empore Platz nehmen musste. "Da blutet einem wirklich das Herz, wenn man so lange probt und dann nicht mitsingen kann", gibt die Sängerin zu. Sie habe zunächst überlegt, sich den Auftritt im Nachgang auf Video anzusehen. Jetzt sei sie allerdings glücklich, sich dagegen entschieden zu haben. "Das wäre nicht dasselbe gewesen. Wahrscheinlich hätte ich es dann bereut. Denn, auch wenn ich nicht mitsingen konnte, so war das ein wahrer Ohrenschmaus", so Angela Lehmann.