„Was macht ihr in der Redaktion eigentlich den ganzen Tag?“, hat mich mal ein Freund gefragt. Meine Antwort fiel etwas flapsig aus: „Wir warten darauf, dass du einen Leserbrief reinschickst.“

Was Redakteure machen, haben wir für uns definiert: Wir sammeln Nachrichten, überprüfen sie auf ihren Gehalt und bewerten, ob sie eine Relevanz für unsere Leser haben. Dann fassen wir die Erkenntnis in Worte, die verständlich sind. Zu wichtigen Ereignissen stellen wir eine Meinung zur Verfügung.

Bei der Bewertung von Ereignissen spielen Nachrichtenfaktoren für uns eine überragende Rolle. Unter Nachrichtenfaktoren verstehen wir: Ist die Nachricht neu? Ist der Inhalt nah am Leben unserer Leser? Unter diesem Punkt achten wir auf räumliche Nähe, aber auch auf Nähe hinsichtlich politischer und kultureller Gegebenheiten. Wir fragen uns: Welche Bedeutung hat die Nachricht für die Menschen? Die Prominenz der Akteure ist ein weiterer wichtiger Nachrichtenfaktor. Und wenn ein Thema bereits eingeführt ist, gehen wir davon aus, dass die weitere Entwicklung auf Interesse stößt.

Auch Dramatik ist ein Nachrichtenfaktor, Kuriosität ebenso. Und natürlich interessieren sich Menschen meist für konfliktbeladene Meldungen. In solchen Fällen fragen wir auch die Gegenseite – was sagen Sie dazu? Weit oben auf der Themenliste stehen Nachrichten über Ereignisse, die unsere Sicherheit, unseren Wohlstand oder unsere Gesundheit gefährden.

Ihre Zeitung beteiligt sich an der Kampagne der baden-württembergischen Tageszeitungen „Journalismus zeigt Gesicht“. Professionelle Redakteure recherchieren unabhängig. Dies machen wir nicht anonym. Wir stehen mit unserem Namen für diese Arbeit. Leser können sich darauf verlassen, dass unsere Veröffentlichungen ohne verborgene Absichten erfolgen. Redakteure arbeiten unvoreingenommen. Sie überprüfen Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt, und sie fragen bei kontroversen Themen auch die Gegenseite. Wer professionellen Journalismus wertschätzt, der verteidigt die Meinungsfreiheit.
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