Schwäbisch Hall Jòn Vielhaber erspielt sich beim Limus-Wettbewerb den ersten Platz

Jón Vielhaber (12) erspielt sich beim Limus-Wettbewerb den ersten Platz.
Jón Vielhaber (12) erspielt sich beim Limus-Wettbewerb den ersten Platz. © Foto: Ufuk Arslan
MONIKA EVERLING 20.11.2013
"Die Jury hat sehr gut geurteilt." Diesen Satz hört man nach dem Gala-Abend des Lions-Musikwettbewerbs Limus in Hall oft. Sechs junge Musiker beeindrucken die Gäste mit ihrem instrumentalen Können.

Einen Abend mit sehr viel schöner Musik erleben die Gala-Besucher am Samstag in der Aula des Schulzentrums Ost. Dazu tragen nicht nur die sechs Nachwuchs-Künstler bei, die sich im Vorentscheid des Limus-Wettbewerbs eine Woche zuvor für das Finale qualifiziert haben, sondern auch die Junge Philharmonie der Musikschule und der aus Hall stammende Pianist Sven Bauer.

Das Niveau der Wettbewerbsteilnehmer ist sehr hoch. Sie spielen schwierige Stücke in beeindruckenden Interpretationen. Den Anfang macht Lia Vielhaber, die in der Region vor allem durch ihre Auftritte als Solistin des Haller Sinfonieorchesters vor wenigen Wochen bekannt ist. Die 14-jährige Cellistin spielt einen virtuosen Sonaten-Satz von Poulenc und das lyrisch beginnende, später immer schneller werdende Stück "Solitude".

Jona Aaron Steinmayer ist der jüngste Teilnehmer im Wettbewerb. Der elfjährige Gitarrist bietet Werke von Napoleón Coste und Mason Williams dar. Für die klassische Gitarre ist die Schul-Aula nicht geeignet. Die Musik klingt auch an den Stellen leise, die der Schüler etwas zupackender spielt. Aber das ist nicht der Grund dafür, dass Jona schließlich nicht bei den ersten drei Preisen ist. Die besten Teilnehmer haben ein so überragendes Niveau, dass sie von den anderen bei weitem nicht erreicht werden.

Das zeigt gleich nach Jona Aaron Steinmayer der Trompeter Jón Vielhaber. Der Zwölfjährige hat ein schmissiges Scherzo aus dem Trompetenkonzert von Arutjunjan und einen ruhigen Satz aus der Trompetensonate von Karl Pills vorbereitet. Mit seinem technischen Können überzeugt er die Jury. Er erhält den ersten Preis.

Und der zweite Preis geht an den 17-jährigen Pianisten Jonathan Babalyants. Für seine vielschichtige Interpretation von Sätzen von Prokofiev und Chopin erhält er sehr kräftigen Beifall, "Bravo"- und sogar "Zugabe"-Rufe. Ihm wird auch der Publikumspreis zugesprochen.

Judith Meng, die an diesem Tag ihren 19. Geburtstag feiert, spielt auf der Posaune Werke von Paudert und Sandström, die fanfarenartige, aber auch lyrische Passagen haben. Und die 19-jährige Pianistin Hanna Löw schließlich beeindruckt vor allem mit dem "Allegro barbaro" von Béla Bartók.

Während die Jury berät, soll der als Stargast angekündigte Pianist Sven Bauer spielen, der schon seit Jahren vom Lions-Club gefördert wird. Kann der Klavier-Student die Qualitäten der Wettbewerbs-Teilnehmer noch überbieten? Er kann, und zwar deutlich. Bei ihm hat jeder Ton Klarheit und eine eigene Bedeutung. Zeitweise meint man, Glenn Gould zu hören.

Er kann den Jugendlichen Vorbild sein, die Musik zum Beruf zu machen - aber auch Warnung. Er berichtet, dass er nachts manchmal bis 3 oder 4 Uhr üben muss, weil er tagsüber an der Musikhochschule keinen Übungsraum bekommt.

Die Preisträger