Windkraft Jeder Tag Stillstand kostet Geld

Norbert Acker 12.08.2017

Die Zukunft der seit März stillgelegten Windkraftanlage Orlach 6 im Bürgerwindpark Braunsbach ist weiter ungeklärt. Das Verwaltungsgericht in Stuttgart hatte einem Eilantrag des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg und des Naturschutzbunds stattgegeben. Es seien Zweifel aufgekommen, dass alle naturschutzrechtlichen Vorgaben bei der Genehmigung der Anlage eingehalten worden seien, hieß es damals in der Begründung der Gerichts (wir berichteten).

Das Verfahren liegt seitdem in der nächsthöheren Instanz beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg mit Sitz in Mannheim. „Wir befinden uns noch immer im Entscheidungsverfahren. Und bislang ist keine gefallen“, sagt auf HT-Nachfrage Anja Leipold, Pressesprecherin des Heilbronner Energieversorgers ZEAG, der die Anlage gebaut hat. Nach wie vor sei es das Ziel, die Windenergieanlage so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen zu können. „Und deswegen gilt auch noch immer, dass jeder Tag Stillstand Kosten für alle Beteiligten bedeutet und die Versorgung mit Strom aus der Anlage nicht erfolgen kann“, so Leipold. „Zeit, in der zudem viel CO2 eingespart werden könnte.“  Die ZEAG und die Gemeinde Braunsbach hoffen somit auf eine baldige Entscheidung des Gerichtshofs.

Genossenschaft muss noch warten

Die ZEAG Energie AG aus Heilbronn betreibt auf Braunsbacher Gemarkung fünf Windenergieanlagen. Daran wollen sich auch die Gemeinde Braunsbach sowie Bürger aus Braunsbach und Umgebung beteiligen. Dazu soll eine Bürgerenergiegenossenschaft gegründet werden. Wann dies geschieht, ist wegen der Stilllegung der Anlage Orlach 6 noch ungewiss. „Die ZEAG hat uns gebeten, damit noch zu warten“, erklärt Braunsbachs Kämmerer Christoph Roll. „Solange die Anlage keinen Ertrag abwirft, mache die Gründung der Genossenschaft noch keinen Sinn.“ noa