So sehr die Arbeit von Polizisten oft auch aus Routine besteht: Immer wieder geschehen Dinge, mit denen die Ordnungshüter nicht unbedingt rechnen. Und dabei geht es nicht nur um Unfälle, die aufgrund von besonderer verlorener Ladung hervorstechen, sondern mitunter auch um bizarre oder geradewegs surreale Ereignisse. Die 15 kuriosesten dieser Polizeimeldungen, die es im Jahr 2019 im Bereich Schwäbisch Hall gab, haben wir euch hier aufgelistet.

Platz 10: Jäger der verlorenen Betrunkenen

Was Polizisten Ende Juli in Mainhardt erlebten, erinnert an das Brettspiel „Scotland Yard: Jagd nach Mister X“ - abgesehen davon, dass es sich hier bei Mister X um drei betrunkene Männer handelte. Denn die aggressive Gruppe, die Menschen an mehreren Stellen in der Stadt belästigte, war zweimal jeweils schon wieder an einem anderen Ort, als die Polizei eintraf. Am Schluss endete die Schnitzeljagd aber erfolgreich für die Ordnungshüter – auch wenn sie sich als „Belohnung“ unter anderem einen Hitlergruß von einem der Pöbler einfingen.

Platz 9: Zorn ist ein Pfad zur dunklen Seite der Macht

Ein im Internet sehr gern geteilter Spruch lautet „If you can't handle me at my worst, you don't deserve me at my best“ (“Wenn du meine schlimmste Seite nicht ertragen kannst, verdienst du auch nicht meine beste Seite“). Sollte sich auch der Mann, der Mitte Juni im Haller Standesamt ausrastete, mit diesem Zitat identifizieren, hoffen wir mal, dass er zu seinen besten Zeiten ein wahrer Engel ist. Denn weil er mit der Auskunft, die er im Rathaus bekam, unzufrieden war, beleidigte er nicht nur die städtischen Angestellten und beschädigte eine Tür sondern versuchte auch, eine Polizistin zu beißen. Nicht cool.

Platz 8: Ebbe im Rachen, Flut auf der Straße

Das Jahr 2019 hatte in Deutschland mal wieder einen sehr heißen Sommer zu bieten – Klimawandel lässt grüßen. Auch schon im Mai lechzten Menschen allerorts nach einer kleinen Erfrischung, mussten aber einen kleinen Rückschlag hinnehmen, als ein Lastwagen in Schwäbisch Hall rund 200 Kisten mit Bier, Wasser und isotonischen Getränken verlor. Die schlechte Nachricht: Ein großer Teil der Flüssigkeiten landete in der Kanalisation. Die gute Nachricht: Niemand wurde verletzt und kurzzeitig roch es an der Unfallstelle wie auf dem Frühlingsfest.

Platz 7: Die Polizei wird Opfer eines Vaterwitzes

Egal ob es sich um einen verspäteten, dummen Halloween-Streich handelte oder der Versuch war, dem SWP-Onlineredakteur Götz Greiner eine Steilvorlage für einen Kalauer zu bieten: Zweiteres erreichten die unbekannten Vandalen, die den Polizeiposten Ilshofen im November mit Eiern bewarfen, auf jeden Fall. Für seinen „kreativen“ Social-Media-Post „Die Polizeiweiß nicht, wer das war“ erntete Greiner nämlich im Netz viele schadenfreudige Likes – wenn auch hauptsächlich von Menschen aus der Boomer-Generation.

Platz 6: Was für eine Scheißaktion

Gibt es etwas Gruseligeres als öffentliche Toiletten? Sei es in der Stadt oder an den Autobahnen: Nicht zu Unrecht hat man oft das Gefühl, einen Ort zu betreten, wo Gottes Licht nicht scheint und Menschen wieder zu Tieren werden. Doch als ob der Dreck und die Schäden nicht schon genug wären, setzten zwei Unbekannte Ende November dem noch die Krone auf, als sie einem Mann in einer öffentlichen Toilette in Schwäbisch Hall auflauerten und ihn ausraubten. Da sie von ihm nur einen kleinen Geldbetrag erbeuteten, wird sich für sie erst recht die Frage stellen: Hat es sich gelohnt, dafür einen Teil ihrer Seelen in der öffentlichen Toilette zu lassen?

Platz 5: Die Platzangst reist mit

Da haben die Betroffenen wohl viel Tetris gespielt, bevor sie es sich im Auto bequem machten: Die Polizei staunte nicht schlecht, als sie im Juni einen Ford in Wolpertshausen kontrollierten - 16 Personen stiegen aus dem Fahrzeug aus, darunter zwei Kinder. Neun davon durften weiterfahren, sieben mussten warten und später abgeholt werden. Wie in Erfahrung zu bringen war, handelte es sich bei den Aufgegriffenen nicht um Clowns in einem Clownsmobil.

Platz 4: K.o. in der ersten Runde

Stereotypen sind mächtig, weil sie oft ein Körnchen Wahrheit enthalten. Und wer dachte, dass das besondere Verhältnis von Deutschen zu ihren Handtüchern nur einen Touristen-Mythos darstellt, wurde im Oktober im Haller Schenkenseebad eines Besseren belehrt. Dort ging der Streit um ein Handtuch nämlich sogar so weit, dass ein Mann einen Kumpel bewusstlos schlug. Ernsthaft verletzt wurde er aber nicht - und als die Polizei auftauchte, warf der Aggressor auch gleich das Handtuch.

Platz 3: The Fast and the Furious

Seien wir ehrlich: Keiner von uns kann Blitzer (die Geschwindigkeitskontrollgeräte, nicht die nackten Menschen) leiden. Was allerdings Unbekannte von Anfang November bis Anfang Dezember getan haben, ist trotzdem nicht okay: Gleich dreimal besprühten sie einen Blitzer-Anhänger der Stadt Schwäbisch Hall - und erwiesen sich damit als eine hartnäckige Plage. Was besonders der Polizei nicht geschmeckt hat: Einer der aufgesprühten Sprüche ist das Akronym A.C.A.B., der für „All Cops are Bastards“ (“Alle Polizisten sind Bastarde“) steht – wobei die Polizei mit dem Blitzer-Anhänger überhaupt nichts zu tun hat. Doch Schwäbisch Hall kann es mit Galgenhumor nehmen - zumindest werden auf ihre Blitzer keine gehäuteten Schweineköpfe abgelegt wie in Schorndorf.

Platz 2: Das sind keine 171 Zentimeter. Nie im Leben, kleiner Peter.

Wie Platz 7 und Platz 3 lässt sich auch diese Meldung in den Themenbereich „Verachtung der polizeilichen Autorität“ einordnen - hier aber auf eine besonders abgebrühte und geschmacklose Weise. So ließ sich ein Unbekannter im März in Hall auch von Polizeipräsenz nicht davon abhalten, eine Frau sexuell zu belästigen. Nachdem er diese nämlich mit obszönen Äußerungen in die Flucht geschlagen hatte, suchte er sie kurz danach erneut heim, als diese im Polizeirevier Anzeige erstatten wollte - und zeigte ihr durch eine Glasscheibe seinen Penis. Wie die Polizei mitteilte, war der Gesuchte aber rund 1,70 Meter „klein“ und damit von einer unterdurchschnittlichen Größe.

Platz 1: Der Baum stand einen Tag vor seiner Pensionierung!

Unsere Nummer eins der kuriosesten Polizeimeldungen aus dem Raum Hall 2019 scheint auf den ersten Blick nichts überaus Besonders zu sein. So fiel Anfang März ein Baum in Schwäbisch Hall auf das vorbeifahrende Auto einer Familie - welcher zum Glück nichts passierte. Auf den zweiten Blick bekommt die Geschichte aber eine tragikomische Komponente. Denn die Stadtverwaltung hatte für den Tag darauf geplant gehabt, die betreffende Straße zu sperren – um aus Sicherheitsgründen Bäume zu fällen. Der umgestürzte Baum wollte der Stadt wohl eins auswischen und seinem Schicksal zuvorkommen. Egal, welche politische Botschaft er damit übermitteln wollte: Sein Anschlag schlug fehl – und unter seinen Baumfreunden wird ihn wohl auch kaum einer als „Märtyrer“ gefeiert haben.