Umgestaltung Investor will den Bahnhof aufmöbeln

Der Güterschuppen neben dem Bahnhof in Eckartshausen soll zu einem Veranstaltungsraum umgebaut werden. Rechts daneben soll ein Biergarten entstehen, so plant es der Investor.
Der Güterschuppen neben dem Bahnhof in Eckartshausen soll zu einem Veranstaltungsraum umgebaut werden. Rechts daneben soll ein Biergarten entstehen, so plant es der Investor. © Foto: uts
Ilshofen / Ute Schäfer 22.09.2018
In Eckartshausen soll aus dem Güterschuppen ein Veranstaltungsraum werden. Auch an einen Biergarten und Übernachtungsmöglichkeiten wird gedacht.

Während der Sandstein des Eckhartshauser Bahnhofs schon wieder strahlt wie neu, sieht der Güterschuppen daneben ziemlich traurig aus. Doch wenn es nach den Plänen eines Investors geht, soll das nicht mehr lange so bleiben. Er will den Güterschuppen zu einem Veranstaltungsraum umgestalten, es soll außerdem einen Biergarten geben, dazu Übernachtungsmöglichkeiten und Parkplätze.

Doch der Reihe nach: In ihrer jüngsten Sitzung fanden die Ilshofener Gemeinderäte den Antrag auf einen Bebauungsplan „Bahnhofsareal“ auf der Tagesordnung. Der Vorlage ist zu entnehmen, dass ein Investor den Güterschuppen und das anschließende Gelände von der Bahn erworben hat. Es ist dies übrigens derselbe Investor, der derzeit auch das eigentliche Bahnhofsgebäude saniert, umbaut und bald als Gaststätte mit Beherbergungsbetrieb eröffnen will, berichtet Hauptamtsleiter Klaus Blümlein. „Wir glauben, das alles wird eine große Geschichte und für Eckartshausen in jedem Fall ein Gewinn“, sagte er.

Für das Gelände hat ein Architekturbüro bereits ein Gesamtkonzept erstellt. Danach soll im Güterschuppen ein Veranstaltungsraum entstehen, daran anschließend ein Biergarten, und dann „so etwas ähnliches wie ein Motel in Güterwägen“, so Blümlein. Genächtigt werden kann dann stilecht und passend zum Ambiente an den Gleisen. Blümlein: „Wir gehen allerdings davon aus, dass die Pläne nur nach und nach realisiert werden.“

Parkplätze werden angelegt

Wichtig für Eckartshausen: Gebaut werden sollen auch jede Menge Parkplätze, die von Bahnreisenden zum Teil mitgenutzt werden können. Das würde die Parkplatznot am Bahnhof lindern.

Damit die Lärmbelastung der Anwohner durch die Autos auf den Parkplätzen erträglich bleibt, hat das Landratsamt ein Lärmschutzgutachten zur Bedingung gemacht. „Der Erwerber hat gleich eines in Auftrag gegeben“, erklärt der Hauptamtsleiter. Doch bevor die Planungen in die konkrete Phase gehen, müssen die nötigen bürokratischen Schritte in Gang gesetzt werden. Weil nämlich mit den Plänen eine veränderte Nutzung des Areals einhergeht, muss es „entwidmet“ werden. Das entsprechende Verfahren hat die Bahn bereits eingeleitet. Außerdem muss ein „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ her – dies habe eine Besprechung mit dem Landratsamt ergeben. „Der Erwerber hat uns gebeten, alles dazu Nötige in die Wege zu leiten, damit der Aufstellungsbeschluss bald gefasst werden kann“, so Blümlein. Für den Plan gebe es allerdings noch keinen Entwurf. Er hoffe, dass das Kreisplanungsamt einen erstellen könnte. „Wir haben bereits einen Termin mit Kreisplaner Fuhrmann. Hoffentlich hat er Zeit.“

Ist der Entwurf fertig, soll alles seinen geregelten Gang gehen. Will heißen, die Öffentlichkeit wird beteiligt, die Träger öffentlicher Belange angehört.

Für Eckartshausen seien die Pläne ein Gewinn, schloss Blümlein. „Das Gelände ist, so wie es heute dasteht, nicht wirklich schön. Wir würden das Vorhaben daher gerne positiv begleiten.“ Bürgermeister Martin Blessing befürwortete es ebenfalls ­– vor allem mit Blick auf die entstehenden Parkplätze. Er spricht von einer Win-win-Situation.

Auch Ortsvorsteher Klaus-Dieter Ziegler freute sich über die Pläne: „Wir sollten das unterstützen.“ Das tat der Gemeinderat einstimmig. Nun wird vom Kreisplanungsamt ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt. Die Öffentlichkeit und die Träger der öffentlichen Belange werden am Verfahren beteiligt.

150 Jahre alter Bahnhof unter Denkmalschutz

Der Bahnhof von Eckartshausen wurde von 1864 bis 1867 erbaut. Er steht unter Denkmalschutz, was die Sanierung immer wieder verzögert hat.

In Eckartshausen hielt der erste Zug 1867 mit der Eröffnung der Strecke Hall-Crailsheim. Das 150-jährige Jubiläum wurde im vorigen Jahr groß gefeiert. In Eckartshausen halten nach wie vor Züge, allerdings ist der Bahnhof selbst schon seit Jahren geschlossen. Eckartshausen ist heute nur noch ein Haltepunkt mit Fahrkartenautomat. uts

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