Sportfachhandel Sporthandel Intersport gibt Händlern mehr Macht

Katja Erbe ist neue Ressortleiterin bei Intersport.  
Katja Erbe ist neue Ressortleiterin bei Intersport.   © Foto: Kerstin Dorn
Heilbronn / Kerstin Dorn 18.01.2019
Die Händler und der Markt sollen die organisatorische Ausrichtung des Unternehmens stärker bestimmen. Das ist die Kernbotschaft einer Umstrukturierung beim Branchenführer im Sportfachhandel.

Die Nummer eins des Sporthandels hat die Ressortverteilung in seiner Heilbronner Zentrale  neu geregelt.  Das Unternehmen will sich damit nach eigenen Angaben strategisch neu ausrichten und den „Schritt von einer stark durch den Großhandel geprägten Organisation zu einer Händlerorganisation schaffen, die die  einzelnen Händler wettbewerbsfähig und profitabel in die Zukunft führen kann“. Dazu sollen sich die Service-Zentralen in Heilbronn und Wels  in Österreich stärker an den Bedürfnissen der Händler und des Marktes orientieren.

Neues Ressort wird eingeführt

Um dieses Ziel zügig umzusetzen, wurde das neue Ressort „Category Management“ geschaffen, dessen Leitung Katja Erbe zum 1. April übernehmen wird. In diesem Ressort  sollen die Sortimente für eine optimale Order vorbereitet und zusammengestellt werden. Zu Erbes Aufgaben wird es gehören, verkaufsunterstützende Kampagnen für unterschiedliche Sortimentsgruppen zu entwickeln und dabei die Händler stärker einzubinden.  Dabei sollen Sortimentszusammenstellung und -positionierung stärker am Bedarf ausgerichtet werden. Mit anderen Worten:  Erbe muss sicherstellen, dass die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorhanden ist.

Exaktes Liefermanagement

Das sei für die regionalen Händler überaus wichtig, sagt Thomas Leidenberger, Mitglied der Geschäftsleitung bei Intersport Schoell und verantwortlich für fünf Intersport-Filialen im Landkreis Schwäbisch Hall. „Unsere Kunden kaufen bedarfsorientiert ein. Wenn sie das Gewünschte bei uns nicht finden, warten sie nicht mehr lange, sondern bestellen online.“ Deshalb sei die Warenbereitstellung das A und O, sagt Leidenberger und gibt zu, dass diese nicht immer reibungslos geklappt hat. „Die von uns bestellte Ware wurde von den Herstellern oft nicht oder zu spät angeliefert.“ Deshalb begrüßt er es, dass an strategischen Partnerschaften mit der Industrie gearbeitet und die stationären Händler dabei verstärkt eingebunden werden.

Gleichfalls brauchen die Händler die verstärkte Unterstützung beim Thema Digitalisierung. „Neue digitale Konzepte wie der ,digitale Mirror’ oder auch das Thema Online-Shop müssen an zentraler  Stelle mit den großen globalen digitalen Firmen erarbeitet werden“, weiß Leidenberger und berichtet bereits über Erfolge: Die Kunden hätten jetzt die Möglichkeit, ihre gewünschten Artikel online zu bestellen.

Bereits im Herbst 2018 gab es Umstrukturierungen innerhalb des Intersport-Vorstands, mit denen die jetzige Reorganisation in den Zentralen eingeleitet wurde. Die neue Aufbau- und Ablauforganisation orientiert sich an den Aufgaben und Verantwortlichkeiten in den Vorstandsressorts. So gibt es seit November neben Geschäftsführer Alexander von Preen und dem kaufmännischen Leiter Hannes Rumer zwei weitere Vorstandsbereiche, die sich speziell um die Interessen der Händler kümmern: Das sind der Bereich „Intersport“, geführt von Mathias Boenke, und der Bereich „Kooperationspartner“, geführt von Frank Geisler.

Weitere Funktionen innerhalb des Lieferanten- und Vertragsmanagements, des Vertriebs sowie des Einkaufs werden künftig im Ressort Strategischer Einkauf zusammengeführt. Tim Bielohoubeck,  bisher Ressortleiter Strategic Brands, verantwortet diesen neu zugeschnittenen Bereich. Er berichtet direkt an CEO Alexander von Preen.

Thomas Leidenberger begrüßt die jüngst getroffenen Maßnahmen und hofft auf partnerschaftliche Konzepte mit den Lieferanten, um gewinnbringende Margen durchzusetzen. Dabei sei Intersport Schoell mit seinen fünf Geschäften gut aufgestellt: „Wir bieten Kundenservice, perfekte Beratungsqualität und ein breites Sortiment. Das kann ein Online-Shop nicht.“

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Milliarden Euro haben die über  900 Intersport-Händler 2017 bundesweit umgesetzt. Die  Zahlen für 2018  werden Anfang Februar auf der Messe ISPO in München bekannt gegeben.

In fünf Ländern aktiv

Intersport Deutschland ist eine mittelständische Verbundgruppe im Sportfachhandel, die 1956 von 15 Unternehmern in Heilbronn gegründet wurde.  Seit 2013 bilden die deutsche und österreichische Intersport gemeinsam mit den Märkten in Ungarn, Tschechien und der Slowakei eine europäische Gruppe mit mehr als 1800 Geschäften und einem  Umsatz von  insgesamt 3,64 Milliarden Euro.

Über Katja Erbe

Katja Erbe kommt von der Intersport International Corp. (IIC). Dort startete sie im Februar 2018 als General Manager Europe für The Athlete’s Foot, ehe sie die Leitung Strategic Projects übernahm. Zuvor war sie fast 19 Jahre in verschiedenen Führungspositionen für die Adidas Group tätig, unter anderem als Senior Sales Director für die Region Eastern Europe und als Senior Brand Director Reebok für die Region Central Europe.

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