Schwäbisch Hall Internationaler Tag des Frühchens: Eine Handvoll Leben

Die kleine Amilia genießt die Nähe zu ihrer Mutter.
Die kleine Amilia genießt die Nähe zu ihrer Mutter. © Foto: Manuela Giesel
Schwäbisch Hall / SWP 17.11.2014
Amilia ist sechseinhalb Wochen alt und 1200 Gramm schwer. Beeindruckend, wenn man weiß, dass sie bei ihrer Geburt nur 540 Gramm wog. Ihre Mutter Desiree Sperrle streichelt zärtlich über die kleinen Finger ihrer Tochter.

Amilia liegt zufrieden auf dem Stillkissen und schaut munter in Mamas Gesicht. Auch Papa Benjamin Gorzawski ist jeden Tag bei seiner Tochter und hat sie ganz nah bei sich. "Der Körperkontakt ist uns sehr wichtig", sagt Desiree Sperrle. Sogar das Stillen klappt inzwischen gut und die Mutter freut sich, dass die Amilia mit Muttermilch schon zugenommen hat.

Professor Dr. Andreas Holzinger, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall, und sein Team freuen sich, dass ihre kleine Patientin so große Fortschritte macht.

In der 25. Schwangerschaftswoche kam Amilia als sogenanntes Frühchen zur Welt. Der Vater war bei der Geburt dabei und wird dieses eindrückliche Erlebnis ein Leben lang nicht vergessen, schreibt Manula Giesel vom Diak und schildert den weiteren Werdegang. Von Anfang an fühlte sich die kleine Familie auf der Kinderintensivstation gut aufgehoben. Zunächst war künstliche Ernährung über einen Venenkatheter nötig und Amilia musste beatmet werden. Schritt für Schritt wurden weniger intensivmedizinische Maßnahmen nötig. Die Eltern sind froh, dass sich ihre Tochter so gut entwickelt und auch die Pflegekräfte und Ärzte der Klinik freuen sich über die Fortschritte von Amilia.

Nahezu jedes zehnte Neugeborene ist ein Frühchen. Am heutigen 17. November wird weltweit auf die Belange von Frühgeborenen und ihre Familien aufmerksam gemacht. Für betroffene Familien ist es gut, wenn fachkundige Spezialisten sich um Mutter und Kind kümmern. Das ist in speziellen Zentren der Fall, die über Erfahrung in Geburtshilfe und Frühgeborenenmedizin verfügen. Chefarzt Professor Holzinger und der leitende Oberarzt Dr. Bernd-Ulrich Keck haben in langjähriger Tätigkeit in universitären Zentren Erfahrung im Umgang mit Frühgeborenen gesammelt. 2013 wurde das Team um zwei weitere Ärzte mit einer speziellen Weiterbildung in Neugeborenen-Intensivmedizin erweitert: die Oberärzte Dr. Christof Hanke und Daniel Buchzik. Die Ernährung mit Muttermilch und das Heranführen an das selbstständige Trinken an der Brust wird in der Klinik unterstützt, denn gerade für Frühgeborene ist Muttermilch die beste Nahrung.

Info Wie alle Risiko-Neugeborenen werden Frühgeborene, die mehr als acht Wochen zu früh kommen oder Probleme hatten, in einer Spezialsprechstunde betreut. Am Diak kümmern sich die Oberärzte Dr. Jochen Neef und Daniel Buchzik um die besonderen Bedürfnisse der Kleinsten.