Wolpertshausen Interkommunal ins Internet

Wolpertshausen / Claudia Kern-Kalinke 26.06.2018
Wolpertshausen will sich der gemeinsamen Planung und Netzbetreibersuche im Landkreis anschließen.

„Denken Sie an die Notwendigkeit der Maßnahme und nicht an die Rentabilität“, legte Heinz Kastenholz den Mitgliedern des Gemeinderats ans Herz. Kastenholz ist Leiter des Energiezentrums Wolpertshausen und vom Kreis mit dem sogenannten Backbone-Ausbau betraut. Wie in vielen anderen Gemeinden warb er auch in Wolpertshausen für die inter­kom­-
munale Zusammenarbeit bei der Breitbandversorgung, um bessere Konditionen bei den Netzbetreibern zu erhalten.

„Die Telekom bewegt sich nur, wenn die Kommunen Druck machen“, mutmaßte Kastenholz und überzeugte damit den Rat. Einstimmig votierte dieser für die gemeinsame Aktion und ermächtigte die Verwaltung, den entsprechenden Vertrag zwischen Kreis und Kommune abzuschließen.

Wie sonst sollte das schnelle Internet aufs flache Land kommen, fragten sich Bürgermeister und Räte. „In den Großen Kreis­städten hat die Telekom ja schon viel gemacht, aber in den kleineren Gemeinden lohnt sich das nicht“, sagte Bürgermeister Jürgen Silberzahn. Er wolle versuchen, in Wolpertshausen für alle Bürger das Beste zu erreichen.

Augenmerk auf Versorgungslage

Zuvor hatte Kastenholz den Status quo erläutert. Derzeit werde die Versorgungslage untersucht: „Wo liegen bereits Leerrohre für Glasfaserkabel, wo sind Übergabepunkte und ganz wichtig: wo bestehen offene Zugänge?“ Nur, wenn die Infrastruktur in einen offenen Zugang mündet, dürfe man den Anschluss verpachten und daraus Einnahmen generieren.

„Der Backbone-Ausbau kann über einen Betrieb gewerblicher Art beim Landkreis durchgeführt werden“, fuhr Kastenholz fort und stellte bei einer Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit auch höhere Fördersätze in Aussicht. Der innerörtliche Ausbau müsse dann von den Kommunen in Eigenleistung erfolgen. Doch auch hier kann Gemeinsamkeit weiterhelfen, zum Beispiel in Zweckverbänden mehrerer Gemeinden.

Ziel ist es, mit dem kreisweiten Ausbau eine zusammenhängende Infrastruktur zu schaffen, die schließlich verschiedene Backbone-Netze verbindet und mit rund 70 Anknüpfungspunkten ein attraktives Glasfasernetz schafft. Erst dann könnten Kommunen abseits der großen Glasfasertrassen ihren innerörtlichen Ausbau vorantreiben.

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