Schwäbisch Hall/Stuttgart Indische Austauschschüler staunen im Mercedes-Benz-Museum

Schwäbisch Hall/Stuttgart / OLIVER LEENDERS 20.04.2016
Er ist zehn Jahre alt, der Indienaustausch zweier Haller Gymnasien und eines Crailsheimer Gymnasiums. Nun besuchte eine Gruppe am vergangenen Freitag das Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum.

Die Gruppe, bestehend aus 31 indischen Schülern, vier Deutschen und von jeder Seite des Austauschs zwei Lehrern hat sich aufgelöst, und geht leise die Gänge des Mercedes-Benz-Museums hinunter. Es wird kaum geredet, da alle den Audioguide des Museums in den Ohren tragen. Während sie die ersten Autos inspizieren, bekommen sie gleichzeitig Informationen über die deutsche Auto-Geschichte ins Ohr geflüstert.

"Den Indienaustausch gibt es schon zehn Jahre", erklärt Lehrerin Gundula Preisendanz zuvor. "Er ist das Produkt einer Anfrage des Regierungspräsidiums in Stuttgart, bei der sich zwei Kolleginnen bereit erklärt haben." Seitdem sei der Austausch ein Projekt, das vom Gymnasium bei St. Michael, vom Erasmus-Widmann-Gymnasium und vom Crailsheimer Lise-Meitner-Gymnasium durchgeführt werde.

Die Oldtimer sind ein großer Blickfang für die Inder

Die deutschen Austauschschüler aus der zehnten Klasse fliegen immer in der Zeit um die Herbstferien nach Indien, während die Inder aus der Umgebung Delhis in den Osterferien ankommen, um vier Wochen zu bleiben. Deswegen sind auch nur vier deutsche Schüler dabei. Gundula Preisendanz erklärt: "Wenn die vier Wochen alle Ausflüge mitmachen, dann verpassen sie zu viel Unterricht."

Die indischen Schüler durchstreifen interessiert die Ausstellung und bewundern vor allem die Oldtimer von Mercedes. "Ich finde, dass die alten Autos viel schöner anzuschauen sind", berichtet der indische Schüler Ritvik.

Die Austauschschüler verständigen sich mit ihren deutschen Partnern auf Englisch, manche können sogar ein wenig Deutsch. "Das ist schon ganz richtig so, denn das ist ein Kulturaustausch. Die Sprache steht hier eher im Hintergrund", erklärt Gundula Preisendanz. Englisch können die Inder sehr gut, da das Englische in Indien Amtssprache ist.

Die Inder mögen die Bauweise des Museums, das von oben nach unten in einer Timeline die Entwicklung der Autos darstellt. Dazu meint die indische Schülerin Rhea: "Die Architektur in Deutschland ist toll, vor allem die des Museums". An Deutschland schätzen die Austauschschüler, dass es weniger Abgase in der Luft gibt, die fortgeschrittenen Technologien und die Eigenständigkeit der Leute. Die Inder haben die Deutschen als hilfsbereites und freundliches Volk kennengelernt.

Die indischen Lehrerinnen Arpna Gupta und Poonam Jina erzählen: "Es ist toll, dass der Austausch so viel dazu beiträgt, dass die Teilnehmer neue Kulturen kennenlernen und sich untereinander austauschen."

Wieder in Hall angekommen, kann man den indischen Schülern schon jetzt ihre Vorfreude auf den zweitägigen Ausflug nach München an diesem Mittwoch ansehen.

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