Wenn Fürstin Saskia zu Hohenlohe-Langenburg über Sanierungs- und Umbauarbeiten in und am Schloss spricht, dann leuchten ihre Augen. So schnell kann ihr niemand etwas vormachen, wenn es um dieses Thema in historischen Gemäuern geht. Vieles hat sich bei und in den fürstlichen Gebäuden getan, seit sie und ihr Gemahl Fürst Philipp dort residieren – auch um Einnahmen zu generieren: Es ist ziemlich kostspielig, alles zu erhalten und zugleich dem Denkmalschutz gerecht zu werden. „Reich wird man da nicht“, macht die Adelige deutlich.

Welch ein Aufwand betrieben werden muss, damit Räume sinnvoll genutzt werden können, ist direkt bei ihrem aktuellen Projekt zu sehen. Im Marstallgebäude aus dem Jahr 1448 entlang dem Lindenplatz, der als Parkfläche vor dem Schloss dient, werden derzeit im ersten Stock zwei Ferienwohnungen eingebaut. Die Etage war nach dem verheerenden Schlossbrand 1963 nur teilweise und nicht mehr richtig genutzt worden. 2001 ist der letzte Mitarbeiter dort ausgezogen.

In einem Gebäudeteil, das eigens dafür saniert wurde, kam 2012 ein Computerunternehmer unter, der das alte Gemäuer besonders schätzt und dort Büros eingerichtet hat. Doch die Fürstin kam nun auf eine Idee, wie sie den Rest aus seinem Dornröschenschlaf erwecken könnte. „Wir haben ja schon seit zwei Jahren Ferienwohnungen im Kutscherhaus“, berichtet sie. Diese seien gefragt: „Sogar im Winter haben wir sie belegt“, fügt sie hinzu.

Dazu komme, dass verstärkt Brautpaare in der Orangerie feierten – teilweise nach einer Trauung in der Schlosskapelle. Und sowohl das Paar als auch deren Gäste wollen dann im Ort unterkommen. „Das ist nicht immer ganz einfach“, weiß Saskia zu Hohenlohe-Langenburg. Die beiden Gasthöfe im Ort seien auch schon mal ausgebucht, und die Preise des örtlichen Wellness-Hotels wollten sich viele nicht leisten, weil sie ja keine Zeit hätten, die Wellnessangebote zu nutzen.

Die Idee: Zwei Wohnungen kommen im ersten Stock des Marstalls unter. Und die Fürstin macht keine halben Sachen. „Es gibt eine voll ausgestattete Küche in beiden Wohnungen, auch mit Spülmaschine und Backofen“, nennt sie Beispiele. Gleichzeitig wird so viel an historischer Substanz erhalten wie möglich. So kommt’s, dass die Gäste selbst auch in den Badezimmern ein alter Holzboden erwartet. Und der alte Stuck ziert die Decken, wo er noch vorhanden war.

Der Adeligen sind dabei auch Details wichtig. „Eine Tür fehlte ganz, bei einer anderen der Griff. Da haben wir alte Türen kombiniert, die wir noch auf dem Dachboden hatten“, berichtet sie. Nicht ganz einfach war es, ein zugemauertes Fenster wieder zu öffnen und einen Handwerker zu finden, der eines baut, das so aussieht wie das alte direkt daneben. „Heute sieht man gar nicht, dass das neu ist“, freut sie sich, während sie auf das gelungene Stück Handwerkskunst zeigt.

Möbel sorgen für Feinschliff

Beim Interieur setzt das Fürstenhaus nicht auf Billigware. „Auch wenn es keine alten Möbel sind“, gibt sie zu. Sie selbst hat die Stücke auf einer Pariser Messe ausgesucht. „Es sind wirklich tolle Sachen“, schwärmt sie. Auf Verständnis hofft sie deshalb, dass die Wohnungen nicht zur günstigsten Kategorie zählten. „Man muss hier im alten Gemäuer auch die Nebenkosten sehen“, erklärt sie. Trotzdem müssen die Gäste auf moderne Standards nicht verzichten. Es gibt eine drahtlose Internetverbindung, außerdem einen Abstellplatz fürs Auto.

Fürstliche Ferienwohnungen


Im Kutscherhaus vermietet das Fürstenhaus seit zwei Jahren die Ferienwohnung Schlossblick mit 43 Quadratmetern und die Wohnung Remise mit 58 Quadratmetern. Ab Ostern kommen im Marstallgebäude die Wohnung Lindenplatz mit 58 Quadratmetern und die Wohnung Barockgarten mit 74 Quadratmetern hinzu. Die kleineren bieten Platz für bis zu vier Personen, die größte dank Stockbett, normalem Doppelbett und Ausziehsofa für bis zu sechs Personen. Die Organisation übernimmt die Vermietungsagentur Hohenlohe, die auch Buchungen entgegennimmt. fär