Schwäbisch Hall In Hall häufen sich Beschwerden über Hundekot

So sehen sie aus, die Beutelspender für Hundekot. Dieses Exemplar steht in Rosengarten. Auch in Schwäbisch Hall soll es demnächst mehr von den "Automaten" mit Tüten geben, weil sich die Beschwerden häufen.
So sehen sie aus, die Beutelspender für Hundekot. Dieses Exemplar steht in Rosengarten. Auch in Schwäbisch Hall soll es demnächst mehr von den "Automaten" mit Tüten geben, weil sich die Beschwerden häufen. © Foto: Marc Weigert
Schwäbisch Hall / OLGA POSSEWNIN 05.11.2014
Es ist nicht nur ärgerlich, wenn man in ihn hineintritt - Hundekot kann für Menschen und Tiere auch schädlich sein. Damit weniger Haufen in Hall herumliegen, sollen nun weitere Beutelspender installiert werden.

Ob bei einem Spaziergang, auf dem Weg zur Arbeit oder einem Termin - in auf der Straße herumliegenden Hundekot zu treten, ist für niemanden, ob Tierfreund oder nicht, angenehm und sorgt für schlechte Laune. Und dennoch findet man die Hinterlassenschaften nicht selten am Wegesrand. In Schwäbisch Hall sind laut Bewohnern vor allem der Kocherweg entlang der Weilerwiese und der Fußgängerweg, der um den Hagenbacher Ring führt, betroffen.

Stadtrat Kristian Neidhardt (FDP), selbst Hundehalter, hat sich kürzlich in der Fragestunde des Bau- und Planungsausschusses über Hundekot im Stadtgebiet beschwert: "Das ist nicht haltbar an diesen vielbegangenen Wegen." Natürlich seien Hundebesitzer für die Entsorgung verantwortlich, in Hall fehlten aber Ständer mit Tüten, wie sie etwa in Rosengarten aufgestellt sind. "Dort funktioniert das."

Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim entgegnete, dass in Hall solche Behältnisse bereits installiert worden seien. "Die Tüten wurden aber herausgerissen." Außerdem seien Ständer das eine, die Entsorgung das andere. Immer wieder seien bei Putzeten oder Rundgängen der Stadt Tüten mit Kot aufgetaucht, die nicht korrekt in Mülleimern entsorgt worden waren. "Da tritt dann auch nicht die natürliche Verwesung ein", sagte der Oberbürgermeister. Das sei kein Spaß, sondern "das tägliche Leben der Stadtreinigung".

Derzeit gibt es drei Beutelspender in der Innenstadt und sieben in den Außenbezirken. In den Teilorten sind keine vorhanden. "Auf dem Friedensberg, am Eduard-Krüger-Weg im Stadtteil Hagenbach und an verschiedenen Stellen in den Teilorten werden Behälter mit Tüten für Hundekot aufgestellt", informiert Robert Gruner, Leiter der städtischen Pressestelle.

Dirk Schmidt aus Schwäbisch Hall ärgert sich fast täglich über "Leute, die die Kacke ihrer Hunde nicht entfernen". Vor seiner Haustür steht ein Baum, an dem er immer Fahrrad und Kinderanhänger parkt. "Mit viel Glück gelingt uns das tägliche Ein- und Aussteigen ohne Fäkalienkontakt", sagt Schmidt. In der Schweiz werde das Nichtentfernen mit einer Geldstrafe und mit sofortiger Ächtung der Mitbürger geahndet. In Deutschland sehe man das entspannter. In Hall fehlten aber auf jeden Fall Tüten und Mülleimer in ausreichender Zahl. Aktuell sind in der Siedersstadt 1250 Hunde registriert, für die jährlich 84 Euro Steuer pro Tier fällig werden. Ob ein Bußgeld für nicht weggeräumte Haufen verhängt wird, liegt im Ermessensspielraum der Beamten.

Hundekot ist nicht nur ein Ärgernis, sondern kann für Tiere und Menschen schädlich sein. Denn er enthält Spulwürmer - Parasiten, die zur Gruppe der Fadenwürmer gehören. "Sie können bis zu 50 Zentimeter lang werden, besiedeln vor allem den Dünndarm des Menschen und wandern von dort über die Leber in die Lunge", klärt Allgemeinmediziner Dr. Robert-Wilhelm Bühler aus Schwäbisch Hall auf. Werden sie vom Menschen aufgenommen, kann es zu Darmbeschwerden, Lungenentzündung und allergischen Reaktionen kommen. Daher empfiehlt der Arzt, sich stets die Hände zu waschen und Hunde regelmäßig zu entwurmen.

Wenn die geliebten Vierbeiner sich dort erleichtern, wo Nutztiere gehalten werden, ist das "nicht gerade förderlich" für diese, warnt Veterinär Dr. Joachim Weidner aus Sulzdorf. Besonders von Bakterien, Einzellern und Parasiten betroffen seien kranke und alte Hunde. Bei Rindern kann die Aufnahme von Kot, zum Beispiel übers Futter, dazu führen, dass sie "Verkalben", also eine Fehlgeburt erleiden. "Generell gilt: Ein verantwortungsvoller Hundehalter nutzt Wanderwege und lässt sein Tier nicht überall seine Notdurft verrichten", betont Dr. Weidner.

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