Einfach rein und einen Platz suchen? Das ging beim mittlerweile fünften Abend der Theatergruppe Bibersfeld am Samstag nicht. Die Gäste mussten in der liebevoll und detailreich geschmückten Festhalle auf dem Weg zum Pool – also ihrem Sitzplatz – erst einmal  durch den sogenannten Duschbereich und sich „abduschen“.

Die siebenköpfige Theatergruppe um die Regisseure Rolf Reichert und Barbara Mühlen entführte das Publikum bei freiem Eintritt im vollbesetzten Saal mit mitreißendem Spiel an den Poolbereich der Clubanlage „Robin & Sohn“ in Rimini. Dort will Bürgermeisterin Claudia Hemmel (Iris Rück) eigentlich schöne Tage mit ihrem Geliebten Carsten Mann (Ralf Strecker) verbringen, bevor sie in den Wahlkampf startet. Die Romantik wird jäh unterbrochen, als Danni Schmidtchen (Sina Offenhäußer) mit ihrem proletenhaften Freund Manni (Klaus Schultz) auftaucht und die Affäre der Bürgermeisterin aufgedeckt zu werden droht. Denn die geschwätzige Dorffriseurin hat das verliebte Pärchen in flagranti erwischt und auch noch ein Foto geschossen

Die Bürgermeisterin verstrickt sich, um an das Bild zu gelangen, in immer abstrusere Lügen. Der Geliebte muss kurzerhand den verhaltensauffälligen Cousin der Bürgermeisterin spielen und als Hans-Joachim Hemmel-Klauswitz (Jürgen Heger), seines Zeichens Deeskalationstrainer in Ausbildung und Ehemann der Bürgermeisterin, in den Club eincheckt, wird der Urlaub zum wahnwitzigen Albtraum – mit sehr überraschendem Finale.

Eingerahmt wurde die rasante Komödie durch die amourösen Abenteuer des Animateurs und Kellners Enzo (Stefan Strecker), dessen italienischem Charme die deutschen Urlauberinnen Greta und Tina (in einer Doppelrolle: Carina Schneider) verfallen. Unversehens fand sich schließlich auch das Publikum selbst durch Enzos Animation mitten im Spiel.

Handlung frei erfunden

Szenen- und anhaltender Schlussapplaus zeugten von der Begeisterung des Publikums. Zusammen mit den zahlreichen Freunden hinter den Kulissen hat die Theatergruppe erneut einen kurzweiligen Abend gezaubert.

Da sei zum Abschluss noch gesagt: Die Personen und die Handlung aus dem Stück sind erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden lokalen Politgrößen wären selbstverständlich rein zufällig, versichert die Theatergruppe.

Autorin Daniela Reichert gehört zum Umfeld der Theatergruppe Bibersfeld.