Bühne In der Provinz laufen nicht nur Komödien

Zum Rollenstudium in die Requisitenkammer: Regisseur Urs Schleiff, Regieassistent Hauke Martena und Schauspieler Jens Rainer Kalkmann (von links) proben „Die Sternstunde des Josef Bieder“.
Zum Rollenstudium in die Requisitenkammer: Regisseur Urs Schleiff, Regieassistent Hauke Martena und Schauspieler Jens Rainer Kalkmann (von links) proben „Die Sternstunde des Josef Bieder“. © Foto: Landestheater Dinkelsbühl
Dinkelsbühl / Ralf Snurawa 01.09.2018
Die Wintersaison des Landestheaters Dinkelsbühl wird am 19. September mit „Die Sternstunden des Josef Bieder“ eröffnet.

Beim ersten Blick auf das Programm zur Winterspielzeit des Landestheaters Dinkelsbühl könnte man meinen, es würden dort im Fränkischen nur noch Komödien gespielt. Doch genaues Hinsehen lohnt sich.

Intendant Peter Cahn und Dinkelsbühls OB Christoph Hammer betonten bei der Vorstellung des Programms, dass in der Provinz sehr viele Profis am Werk seien – und dass man sich überhaupt nicht wie in der Provinz fühle. Cahn unterstrich den Anspruch, Bestmögliches aus den Bedingungen vor Ort herauszuholen. Das sei auch eine Frage der Mittel, die die Stadt zur Verfügung stelle. Andere Städte könnten sich eine Scheibe von Dinkelsbühl abschneiden. Hammer stimmte dem zu. Das Theater sei ein wichtiger Baustein für die städtische Kultur und für die Stadtentwicklung, kämen 75 Prozent der Theaterbesucher doch aus Baden-Württemberg.

OB: „Richtig aufgestellt“

Insgesamt 55 000 finden so jedes Jahr den Weg ins Theater, davon etwa 35 000 allein in der dreimonatigen Sommerfestspielzeit. „Die Zahlen geben uns recht, dass wir richtig aufgestellt sind“, so der OB. 

Dramaturg Sebastian Engmann brachte Beispiele für die Winterspielzeit. So sei Jens Rainer Kalkmann ein „fantastischer Sänger“ und als solcher in der Komödie mit Musik von Eberhard Streul und Otto Schenk „Die Sternstunde des Josef Bieder“ zu erleben. Sie wird die Spielzeit am Mittwoch, 19. September, eröffnen.

Mit „Taxi, Taxi“ (Premiere: 17. Oktober) folge eine „rasante Komödie“ über den Taxifahrer John Smith und sein Doppelleben mit zwei Frauen. Das Dinkelsbühler Ensemble werde da stark gefordert. Um Männer und Frauen wird es danach mit „Suche impotenten Mann fürs Leben“ (Premiere: 28. November) komödiantisch weitergehen. Mandy Röhr führt Regie.

Mit dem Thema Asyl und Fremdenhass setzt sich das Landestheater mit „Wer hat Angst vorm weißen Mann“ (Premiere: 9. Januar 2019) auseinander, der Adaption der gleichnamigen Filmkomödie. Sie sei, so Engmann, aber angesichts ihrer hintersinnigen Momente mehr als nur eine Komödie. Dasselbe treffe auch auf „Das Abschiedsdinner“ (Premiere: 13. Februar) zu. Bei diesem „Aufbruch in eine optimierte Zukunft“ gebe es zwar „spritzige, schlagfertige Dialoge“, aber bei der Frage danach, was die Definition von Freundschaft sei, werde es auch „bitter und ernst“.

Ergänzt wird das Programm durch das Kinderstück „Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch“ (Premiere: 4. November), ein Drei-Personen-Stück, das auch Erwachsenen Spaß bereite und den Kindern wichtige Dinge fürs Leben vermittle.

Info Weitere Informationen zur Winterspielzeit finden sich unter www.landestheater-dinkelsbuehl.de. Karten können auch über Telefon 0 98 51 / 90 26 00 bestellt werden. Der Kartenvorverkauf läuft.

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