Bühlertal In Bühlertann und Bühlerzell sind rund 40 Kinder als Sternsinger unterwegs

SIGRID BAUER 03.01.2014
Es braucht viele Vorbereitungen, damit alle Bühlertanner und Bühlerzeller Anfang Januar einen Besuch der Heiligen Drei Könige bekommen. Gemeindereferent Frank Schien und Kirchengemeinderäte helfen mit.

Schon in der Woche vor Weihnachten treffen sich Frank Schien, Elisabeth Gentner und Roswitha Hummel mit den Kindern im Bühlertanner Gemeindehaus. Um ihnen zu zeigen, wofür das gesammelte Geld eingesetzt wird, führt Frank Schien einen Film mit Willi aus der Fernsehsendung "Willi wills wissen" vor: Willi besucht ein Flüchtlingslager im ostafrikanischen Malawi. Die Spenden der Sternsingeraktion sollen Kindern helfen, die aus ihrer Heimat wegen Krieg, Hunger und Not geflohen sind und in solchen Lagern leben. Mit dem Geld werden beispielsweise Schulprojekte und Therapien finanziert, damit die Kinder die schlimmen Erlebnisse der Flucht verarbeiten können.

Am 5. und 6. Januar sind in Bühlertann fünf Sternsingergruppen jeweils den ganzen Nachmittag unterwegs. Es ist nicht immer leicht genügend Kinder zu finden. Da ist es gut, dass Elisabeth Gentner als Lehrerin an der Bühlertanner Grundschule die meisten Kinder kennt, ebenso wie Frank Schien, bei dem viele katholische Schüler Religionsunterricht haben.

Sternsinger sind meist über mehrere Jahre aktiv

Die beiden sprechen die Kinder an, ob sie nicht Lust haben, Sternsinger zu werden. "Wer einmal dabei war, macht meist die nächsten paar Jahre auch mit", meint Schien. So wie Stefan Werkmann vom Heuhof. "Als ich ihn angerufen haben, ob wieder mitmacht, hat er spontan ,Ich bin dabei gesagt", erzählt Roswitha Hummel, die in Halden wohnt und dort die Sternsinger betreut. "Es macht halt Spaß, und es ist gut, dass das Geld anderen Kindern hilft", antwortet der Sechstklässler auf die Frage, warum er sich an der Aktion beteiligt. Außerdem gefalle es ihm, mit seinen Freunden von Haus zu Haus zu ziehen.

Florian Stöcker begleitet die Kinder. "Der ist schon etwas älter", erklärt Stefan. Und wenn es zu den Aussiedlerhöfen geht, packt Roswitha Hummel ihre Tochter Maike und die anderen Sternsinger in ihren Bus und fährt die Gruppe. Danach wärmen sich die Kinder bei Hummels mit Punsch und Tee auf. Die Süßigkeiten kommen alle auf einen Haufen und werden gerecht verteilt. Dann kommt das Spannendste: Das Geldzählen.

"Ich mache das mit den Kindern zusammen. Das ist für sie ein tolles Gefühl, wenn sie einen ordentlichen Betrag gesammelt haben", erzählt die engagierte Frau.

In Bühlerzell kümmern sich seit ein paar Jahren Melanie Henninger und Ulrike Reichert um die Sternsinger. Wie in Bühlertann haben sie übers Gemeindeblatt die Kinder zum Mitmachen aufgerufen. Außerdem haben Melanie Henningers Kinder in der Schule Zettel verteilt. Aber es werde jedes Jahr schwieriger, stellt Ulrike Reichert fest. Ihre 17-jährige Tochter ist, seit sie neun ist, bei den Sternsingern dabei. Jetzt geht sie als Begleitung mit. "Das wird aber dieses Jahr das letzte Mal sein", meint die Mutter.

Meist interessieren sich die Kinder ab der dritten, vierten Klasse für das Sternsingen. Ab und zu sind noch jüngere dabei. "Für die Kleinen müssen wir dann die Umhänge kürzer nähen", berichtet Rosi Hummel. Gruppen mit jüngeren Kindern begleiten Frank Schien, seine Frau und Elisabeth Gentner. "Dann können wir sie motivieren, wenn sie mal an nicht so nette Leute geraten oder wenn keiner aufmacht", meint die Grundschullehrerin. Doch die erfreulichen Erlebnisse überwiegen. Oft würden die Sternsinger schon erwartet. Manchmal würden Leute, die nicht zu Hause sind, ein Päckchen mit Geld und Süßem für die Kinder hinterlegen. Ganz aufmerksame Leute würden sogar einen Stuhl bereit stellen, damit die Sternsinger mit geweihter Kreide die Segensbitte über die Haustür schreiben können.

Hilfe für Flüchtlingskinder