Schwäbisch Hall Im Sommer 2017 Theater im Zelt?

Das Globe-Theater im Fokus der Debatte: Wird die Saison 2016 die letzte für das Holzbauwerk sein?
Das Globe-Theater im Fokus der Debatte: Wird die Saison 2016 die letzte für das Holzbauwerk sein? © Foto: Tobias Würth
MONIKA EVERLING 09.12.2015
Die Freilichtspiele Hall erleben spannende Zeiten: Für den Globe-Nachfolgebau steht ein Zeitplan, für die Intendantenwahl wurde ein Gremium gebildet. Zudem gibt es einen Ausblick auf die Saison 2016.

Intendant Christoph Biermeier verspricht in einer Pressekonferenz zum Vorverkaufsstart für den Sommer 2016 eine "große, lange Spielzeit" der Freilichtspiele. Es wird seine letzte Saison in Hall sein, wie er zu Ende der letzten Spielzeit verkündet hat. Er will "nicht einen Schlusspunkt, sondern ein Ausrufezeichen setzen".

Allein die Zahlen sind schon beeindruckend: Zwischen dem 29. Mai und dem 27. August werden in Hall etwa 130 Aufführungen gezeigt, an denen etwa 400 Theaterleute beteiligt sind. "Das wird die personalintensivste Spielzeit überhaupt werden, nicht einmal im Jahr 1925, als 300 Menschen beim ,Jedermann' auf der Treppe standen, waren es so viele", sagt Biermeier.

Finanziell wird das Jahr 2016 schon allein deshalb schwierig, weil wegen baurechtlicher Vorgaben im Globe-Theater der obere Rang gesperrt wird und deshalb weniger Menschen die Globe-Vorstellungen besuchen können. "Wir haben mit 66000 Besuchern insgesamt kalkuliert, das ist etwas mehr als im Schnitt der vergangenen Jahre, aber deutlich weniger als in der vergangenen, sehr guten Saison. 2015 hatten wir - das Winterprogramm eingeschlossen - 80000 Besucher."

Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim gibt einen Ausblick auf den Zeitplan für die Globe-Nachfolge: "Bis Ende 2015 erwarten wir weitere Gestaltungsimpulse. Wir wollen uns im Dezember mit vier Entwürfen befassen und im Januar/Februar ein konkretes ,Go' geben." Die neue Spielstätte soll 2018 eröffnet werden. Im Sommer 2017 kann Pelgrim sich eine Interims-Lösung in einem Zelt vorstellen.

Auch für die Suche nach einem neuen Intendanten gibt es einen Zeitplan: "Die Bewerbungsfrist läuft bis 15. Dezember", berichtet Pelgrim. Am 26. Januar soll ein Gremium tagen, das international anerkannte Mitglieder hat: Andreas Mölich-Zebhauser, Intendant der Festspiele Baden-Baden, Helga Rabl-Stadler, Interims-Intendantin der Salzburger Festspiele und Peter Turrini, Schriftsteller. Aus dem Freilichtspiele-Kuratorium kommen dazu: Oberbürgermeister Pelgrim, Ute Christine Berger, Kulturbeauftragte der Stadt Hall, Uta Rabe, Gemeinderatsmitglied, und Michael Schäfermeyer von der Künstlervermittlung der Arbeitsagentur Stuttgart. Im März soll dann im Freilichtspiele-Kuratorium die Entscheidung über die Intendanz fallen.

Bisher liegen etwa zehn Bewerbungen vor, die Frist läuft aber noch. Bei der letzten Haller Intendantenwahl vor 13 Jahren hatten sich 38 Personen beworben.

Programm der Freilichtspielsaison 2016

Geplant sind für die große Treppe folgende Stücke: von Friedrich Schiller "Die Räuber", von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice "Jesus Christ Superstar", von Ulrike Schweikert "Die Tochter des Salzsieders" (Wiederaufnahme) und von Georg Kistner, Christoph Biermeier und Coy Middlebrook "The Stairways to Heaven" (Wiederaufnahme). Im Haller Globe-Theater stehen auf dem Programm: von Eric Emmanuel Schmitt "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", von William Shakespeare "Viel Lärm um nichts", nach Wolfgang Herrndorf "Tschick" (Wiederaufnahme) sowie von Astrid Lindgren "Pippi Langstrumpf". Karten und Infos beim Kartenkontor Hall unter der Telefonnummer 0791/7 51-6 00 und im Internet unter www.freilichtspiele-hall.de.

SWP