Ilshofen/Wolpertshausen Ilshofener Hermann-Merz-Schule soll künftig Grund- und Realschule heißen

Gemeinsam mit Auszubildenden der Firma Bausch und Ströbel konstruieren Realschülerinnen eine Abfüllanlage. In Ilshofen wird derzeit diskutiert, wie an der Hermann-Merz-Schule künftig gelernt und unterrichtet werden soll.
Gemeinsam mit Auszubildenden der Firma Bausch und Ströbel konstruieren Realschülerinnen eine Abfüllanlage. In Ilshofen wird derzeit diskutiert, wie an der Hermann-Merz-Schule künftig gelernt und unterrichtet werden soll. © Foto: Privatfoto
UTE SCHÄFER 05.05.2015
Die Schullandschaft ist in Bewegung. Wie die Zukunft der Hermann-Merz-Schule aussehen kann, stellte Schulleiter Norbert Reinauer der Schulverbandsversammlung in Wolpertshausen vor.

Die Strukturreform der Schulen setzt diesmal an den Realschulen an, erklärte Norbert Reinauer, Rektor der Ilshofener Hermann-Merz-Schule, bei der jüngsten Versammlung des Nachbarschaftsschulverbands in Wolpertshausen: "Das Land hat mitgeteilt, wie es sich die Realschulen künftig vorstellt. Das hat auch Folgen für Ilshofen."

Starten soll die, wenn man so will, "Realschule 2.0" im Schuljahr 2016/2017, beginnend - und dann aufbauend - mit der fünften Klasse. Die größten Neuerungen betreffen die Abschlussprüfungen, und dies zieht alles andere nach sich: In Zukunft dürfen die Realschulen sowohl die Abschlussprüfung der Realschule als auch die der Hauptschule abnehmen. Reinauer: "Machen wir uns nichts vor: Das bedeutet das Aus für die Hauptschulen."

Die Klassen 5 und 6 der Realschule sind zukünftig als Orientierungsstufe gedacht, in die alle Kinder gemeinsam gehen. Erst für die siebte Klasse wird entschieden, welchen Weg - beziehungsweise welchen Schulabschluss - sie weiter anstreben. "Und damit wir uns nicht missverstehen. Wir begrüßen dies aus pädagogischer Sicht ausdrücklich", sagte Reinauer. "Manche Schüler wachen einfach später auf. Für sie ist die spätere Entscheidung ein Segen."

Ob dies trotzdem nicht eine "Gemeinschaftsschule durch die Hintertür" sei, wurde Reinauer von den Mitgliedern der Verbandsversammlung gefragt. Das ließ Reinauer nicht gelten: "Die Reform war bitternötig, sie ist nicht ideologisch".

Auch wenn die Kinder in der Klasse 7 unterschiedliche Abschlüsse anstreben, werden ihre Klassenverbände nicht aufgelöst: Bis einschließlich Klasse 8 werden sie gemeinsam unterrichtet, wenngleich teilweise auf unterschiedlichen Niveaustufen. Erst mit der 9. Klasse werden die Schüler neu gemischt: Diejenigen, die ein Jahr später die Hauptschulprüfung ablegen, kommen gemeinsam in eine Klasse, diejenigen, die zwei Jahre später die Mittlere Reife anstreben, in eine andere.

Für den Standort Ilshofen sieht Reinauer keine direkten Konsequenzen. "Die Hermann-Merz-Schule wird halt zukünftig Grund- und Realschule heißen." Die Hauptschule, die ja heute schon eine Werkrealschule sei, werde aus dem Namen und auch allgemein verschwinden.

Um allen Schülern gerecht zu werden, denkt der Rektor daran, den differenzierten Unterricht weiterzuentwickeln. "Wir haben darin schon große Erfahrung", erklärte Reinauer. Schließlich kenne die Schule diese Methode vom inklusiven Unterricht mit der Maria-Montessori-Schule gut. "Wir unterrichten jetzt schon nach dem Motto: soviel wie möglich zusammen, soviel wie nötig getrennt." Das könne in Ilshofen auch für die zukünftige Realschule gelten. "Aber trotzdem: Es ist ein großer Schritt für die Schule, den wir da vor uns haben."