Die Kreisstraße 2668 gehört zu den schlechtesten Straßen im Landkreis. Mehr als 3000 Fahrzeuge, darunter an die 300 Laster, nutzen täglich die Strecke Richtung Autobahn und zurück. Vor allem der Schwerlastverkehr setzt Fahrbahn und Banketten zu. Etwa 300 Meter vor dem Bahnübergang an der Ortsausfahrt von Großaltdorf Richtung Oberaspach stehen in einer leichten Kurve seit einiger Zeit Warnbaken, um Autofahrer vom gefährlich beschädigten Rand fernzuhalten.

Vor dem Frühjahr 2021 wird sich daran wenig ändern. Dann soll die Sanierung, zumindest aus heutiger Sicht, beginnen. Dazu wird der Unterbau komplett erneuert, die Fahrbahn auf 6,50 Meter verbreitert und beidseits ein 150 Meter breites Bankett angelegt. Bisher ist die Fahrbahn einen Meter schmaler, sodass sich entgegenkommende Laster, die ohne Außenspiegel bis zu 2,55 Meter breit sind, kaum aneinander vorbei passen.

Kreisstraße wird nur außerorts saniert

Der Streckenverlauf bleibt unverändert, also gibt es erst mal keine Ortsumfahrungen von Großaltdorf und Oberaspach. Ganz vom Tisch sind sie aber nicht. Zumindest, was Großaltdorf angeht: „Eine Ortsumgehung Großaltdorf ist in Art und Gestalt noch nicht endgültig festgelegt und bedarf auch noch der weiteren Abstimmung mit der Bahn“, schreibt das Landratsamt auf Anfrage unserer Zeitung. Und weiter: „Klar ist, dass der Bahnübergang bei Großaltdorf entfallen soll und eine neue Trasse nordwestlich von Großaltdorf an die bestehende Kreisstraße 2665 (sie verbindet Großaltdorf mit Oberscheffach) angeschlossen werden soll. Wann, ob und in welcher Weise dies baulich umgesetzt werden kann, ist zur jetzigen Projektphase noch nicht prognostizierbar.“

Die Kreisstraße wird nur außerorts saniert. Mit eventuell einer Ausnahme: „Ich habe beim Kreis gefragt, ob in Großaltdorf auf dem Abschnitt von der Abzweigung beim ,Noodles‘ bis zum Bahnübergang wenigstens die Fahrbahndecke erneuert werden kann. Da hat der Planer auch schon darüber nachgedacht“, sagt Vellbergs Bürgermeisterin Ute Zoll.

Wegen der Verbreiterung muss der Landkreis entlang der Trasse geringfügig Land kaufen. „Unsere Grundstücksverhandlungen sind abgeschlossen. Ein Eigentümer will nicht verkaufen. Deshalb muss die Trasse an einer Stelle ein wenig verschoben werden. Das ist aber kein Problem“, so Ute Zoll.

Umleitung über L1040 wäre eine „riesige Belastung“ für Lorenzenzimmern

Für Martin Blessing, Bürgermeister von Ilshofen, sind die Verhandlungen aufwendiger, weil mehr Landwirte betroffen sind. „Ein Teil der Angrenzer hat bereits die Zustimmungserklärungen unterschrieben“, teilt er mit. Es gebe aber noch Fragen zu Tauschflächen.

Gingen

Als Umleitungsstrecke ist die Landesstraße 1040 von Großaltdorf über Lorenzenzimmern und Eckartshausen vorgesehen. Diese Strecke ist nicht breiter als die Kreisstraße, die saniert werden soll. „Sie wird danach ähnlich ramponiert sein wie vor vier Jahren die Umleitungsstrecke über Merkelbach und Schneckenweiler, als die Ortsdurchfahrt von Vellberg saniert wurde. Sie wurde danach gerichtet. Hoffen wir, dass das Land das hier dann auch macht“, so Ute Zoll.

Andrea Binder, Ortsvorsteherin von Großaltdorf, weiß offiziell noch nichts von diesen Umleitungsplänen. „Das wäre eine riesige Belastung für Lorenzenzimmern. Aber wenn wir die Sanierung wollen, wo sollte die Umleitung sonst sein.“

Die Finanzierung


Die Baumaßnahme wird im Rahmen des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes ( LGVFG) gefördert. Der Kreis rechnet bei Gesamtkosten von 7,465 Millionen Euro mit einem Zuschuss von 3,476 Millionen Euro.