Kupferzell IHK greift auf ihre Reserven zurück

Kupferzell / Von Kerstin Dorn 24.07.2018
Die IHK hatte am 19. Juli zur zweiten Vollversammlung eingeladen.

Am 19. Juli tagte die Vollversammlung der IHK Heilbronn-Franken  bei Ziehl-Abegg  in Kupferzell. Die Tagesordnung der Sommersitzung war ambitioniert:  Neben der Feststellung des Jahresabschlusses 2017 und der Neubesetzung von Gremien verabschiedeten die 34 stimmberechtigten Mitglieder acht Beschlüsse zur Satzung und zur  Prüfungsordnung.

Die Kasse stimmt

Eine schwierige Aufgabe hatte Christiane Brenner zu erledigen: Sie trug den Jahresabschluss 2017 vor.  Die Gewinn- und Verlustrechnung  der Kammer weist einen Verlust  von rund 1,4 Millionen Euro aus. Ein Minus, das  sie mit gesunkenen Beiträgen einerseits und gestiegenen Personalaufwendungen andererseits  begründet. Als Ursachen für das Minus auf der Einnahmenseite nennt sie die gesunkenen Beiträge aus Gewerbeerträgen, resultierend aus dem zuletzt 2015 abgesenkten Umlagehebesatz, sowie die niedrigeren Gebühren infolge der neuen Gebührenordnung.  Auch die höheren Personalaufwendungen  von rund einer Million Euro kämen nicht durch höhere Gehälter zustande  (-154,4 TE),  sondern seien eine Folge  höherer Aufwendungen für Sozialabgaben und  Altersversorgung  (+1199,7 TE).  Darüber hinaus hätten einmalige Instandhaltungsmaßnahmen am IHK-Gebäude (Brandschutz, Beleuchtung) sowie  die Aufwendungen zur IHK Vollversammlungswahl in außergewöhnlichem Umfang (+ 962,5 TE) kostensteigernd zu Buche geschlagen.  Diese Aufwände  wurden durch die zweckgebundenen Rück­lagen auf ein Ergebnis von null Euro  neutralisiert. Der Jahresabschluss wurde vom Vorsitzenden des Finanzausschusses der IHK,  Ralf Hirschfeld, so kommentiert: „Die IHK ist nicht auf Gewinnerzielung aus. Die Kasse stimmt.“

Mit der neuen Wahlperiode war  auch die Neubesetzung des Aufsichtsrats des IHK-Zentrums für Weiterbildung  notwendig geworden. Neben dem Präsidenten und der Hauptgeschäftsführerin  wurde die Vizepräsidentin Antonia Hagen-Kettemann und die Vollversammlungsmitglieder Herbert Göker und Dennis Ziehl bestellt.

Sanktionen dauern an

Als Gast hatte die Vollversammlung Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, eingeladen.  Schepp, ehemaliger  Spiegel- und Stern-Journalist, Büroleiter der Redaktionen in Moskau und  Russlandkenner, skizzierte ein durchaus positives Bild  von der Wirtschaftslage in Russland: Weniger als ein Prozent Arbeitslosigkeit in der Hauptstadt Moskau,  eine gesamtrussische Arbeitslosenquote von fünf Prozent, über zehn Millionen Gastarbeiter, meist aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, eine gesunkene Inflationsrate von 2,5 Prozent.  Sein Fazit lautet:  „Russland über Sanktionen kleinzukriegen,  wird nicht funktionieren“, weil  das Land deutsche  Importe verstärkt durch Inlandsproduktion und Importe aus China substituieren würde.  Die russische Regierung hält er für  berechenbar, was gut für Deutschland ist:   „Solange Putin Präsident ist, wird er die Balance zwischen den konkurrierenden Machtclans innerhalb der russischen Regierung ausbalancieren.“ Er  rät  deutschen Firmen, trotz der anhaltenden Sanktionen, zu Investitionen im größten Land Europas und begründet das unter anderem mit dem Kurs des Rubels, der  2017 gegenüber 2013 um die Hälfte gesunken ist.

0,0

Euro wird als Bilanzgewinn im Jahresabschluss der IHK Heilbronn-Franken ausgewiesen. Den Betriebserträgen in Höhe von 18.311 T€ stehen Betriebsaufwendungen in Höhe von 18.508 T€ gegenüber. Es wird ein Fehlbetrag  von 1,4 Millionen Euro ausgewiesen,  der durch  Rücklagen  auf 0 Euro ausgeglichen wurde.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel