Forst Holzpreise stehen unter Druck

Rosengarten / Beatrice Schnelle 12.01.2019
Wie die meisten Waldbesitzer erzielt auch Rosengarten wegen der großen Mengen Käferholz und der Konkurrenz aus dem Ausland mit dem Gemeindewald derzeit kaum Gewinne.

Dieser Sommer sei ungefähr das Schlimmste gewesen, was sich Land- und Forstwirte vorstellen könnten, sagt Andreas Wickel. Wenn es zu dieser Jahreszeit monatelang nicht regne, würden sich die Baumkäfer drei bis vier Mal vermehren: „Das hat in der Potenz eine ungeheure Population der Nadelholz-Schädlinge zur Folge.“ Der Forstamtsleiter des Landratsamts Schwäbisch Hall legte dem Gemeinderat die Zahlen der Natural- und Finanzplanung 2019 für den Rosengartener Gemeindewald vor. Angesichts der derzeitigen Umstände sei es schwierig, überhaupt einen Plan zu formulieren. Dieser enthalte nun, „was wir eigentlich machen müssten, wenn die Bedingungen es zuließen“. 1104 Hektar Waldfläche gibt es in Rosengarten, rund 127 Hektar davon befinden sich Gemeindebesitz. Im Haushalt wird der Wert auf 1,56 Millionen Euro beziffert.

„Wir haben im laufenden Jahr zu hundert Prozent das Holz gemacht, das wir nicht wollten“, bestätigt Revierleiter Bernd Schramm. Der größte Teil der 400 Festmeter Ertrag habe aus käferbefallenem Fichtenholz bestanden. Als Flachwurzler seien die Fichten auch als erste den Stürmen in der Region zum Opfer gefallen. Vor allem in den Waldgebieten Vohensteiner Hörnle, Bilz und Herschel habe sich der Käfer ab August stark verbreitet. Aus Nachhaltigkeitsgründen würden pro Jahr höchstens 500 Festmeter entnommen. Darum und wegen der aktuellen Übersättigung des Nadelholzmarktes sei auf einen geplanten Harvester-Hieb im Vohensteiner Hölze verzichtet worden. Neu gepflanzt wurden 510 Bäume.

Geringes Plus

Käferholz erziele erheblich geringere Erlöse als Frischholz, die Kosten für die Waldeigentümer blieben hingegen gleich oder fielen sogar höher aus, gibt der Revierleiter der Hospitalstiftung zu bedenken. Mit Einnahmen von 22 000 Euro, denen Ausgaben in Höhe von 20 000 Euro gegenüberstehen, schließt das Forstjahr 2018 für Rosengarten dennoch mit einem geringen Plus.

In den 490 Festmetern Einschlag, die Wickel für 2019 in Aussicht stellt, sind 100 Festmeter Sturm- und Käferholz als „sehr optimistische Schätzung“ enthalten. Der Planansatz rechnet mit 32 000 Euro Einnahmen aus Holzverkauf (27 600 Euro) und Fördergeldern (4000 Euro). Für Bewirtschaftung, Wegeunterhaltung, Kulturpflege und Holzernte setzt er Ausgaben in Höhe von 29 000 Euro an.

Woher das Überangebot komme, will Gemeinderat Horst Rüger wissen. Durch diverse Stürme liege Holz in ganz Europa bis zur dreifachen Menge des normalen Einschlags immer noch großteils auf dem Boden, erklärt der Forstamtsleiter. Durch die jüngsten Unwetter in Italien seien nochmal etwa 15 Millionen Festmeter dazugekommen. Daher könne sich ein „namhafter regionaler Händler“ derzeit Holz für 55 bis 60 Euro je Festmeter aus dem osteuropäischen Ausland „frei Haus“ bestellen.

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