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Namibia
Künzelsau/Hall / SWP Ein gemeinnütziger Förderverein will die Waldorfschule in Windhoek und weitere Bildungsprojekte in Namibia unterstützen. Er wurde jüngst in Künzelsau gegründet. Mitgründer ist Halls OB Pelgrim.

Dieser Tage kam man in Künzelsau zusammen, um den gemeinnützigen "Förderverein Waldorf School Windhoek und namibischer Projektpartnerschaften e.V." aus der Taufe zu heben. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Marion Würth, IHK-Präsident Professor Dr. Harald Unkelbach und Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Hauptziel des Vereins ist die Unterstützung der Waldorfschule in Windhoek und der Ausbau des beruflichen Schulwesens in Namibia. Daneben soll es künftig noch weitere Projekte geben.

Hintergrund der Vereinsgründung ist der vom Haller Gemeinderat gefasste Beschluss, in eine Projektpartnerschaft mit Namibia einzusteigen. Konkret soll anfangs der Ausbau der Waldorf School Windhoek gefördert werden. Derzeit wird dort ein Werkstattgebäude mit Schulungsräumen errichtet.

Es stehen die berufliche Bildung in den Bereichen Landwirtschaft, Elektrotechnik, erneuerbare Energien sowie in der kaufmännischen Ausbildung und im Tourismus auf dem Plan. Den namibischen Schülern soll dort künftig ein dualer Schulabschluss mit akademischer und berufspraktischer Ausrichtung ermöglicht werden.

Die Stadt Schwäbisch Hall beteiligt sich im ersten Jahr mit 40.000 Euro am Bau des Schulgebäudes, dessen Gesamtkosten sich auf rund 330.000 Euro belaufen. Das Haller Geld kommt von der SHB, der Beteiligungsgesellschaft der Stadt Schwäbisch Hall. Laut Beschluss des Haller Gemeinderates kann jährlich ein Prozent des Gewinns der SHB nach Namibia fließen.

Im November letzten Jahres wurde der Haller Dieter Müller auf die Waldorf School Windhoek aufmerksam. Er war damals im Auftrag der Stadt Hall in Namibia, um geeignete Projekte für eine Projektpartnerschaft zu identifizieren. Müller empfahl nach seiner Rückkehr dem Gemeinderat die Zusammenarbeit mit der Waldorfschule in Windhoek. "Da hat man einen verlässlichen Partner. Unser Geld kommt direkt an und hilft ohne Umwege", ist sich Dieter Müller sicher.

Bei seinen Recherchen lernte er Friedrich Münz kennen. Der erfahrene Hollenbacher Pädagoge und pensionierte Schulleiter der Anne-Sophie-Schule in Künzelsau berät als Senior-Experte die Waldorfschule in Windhoek.

Münz konnte gleich für den Vorsitz des Vereins gewonnen werden. "Der Verein wird eine gute Plattform sein, die Haller Stadtverwaltung bei ihren Projekten in Namibia zu unterstützen", meint Münz. Den zweiten Vorsitz im Förderverein hat Dieter Müller inne. Außerdem gehören dem Vorstand noch Werner Vogelmann (Kassierer), Karin Eisenmenger (Schriftführung) und OB-Referent Thorsten Hauck (Beisitzer) an.

Eine spätere Stadtpartnerschaft ist gewünscht

Das eigentliche Ziel, eine Städtepartnerschaft in Namibia zu schließen, "wollen wir nicht aus den Augen verlieren. Aber die Zusammenarbeit über konkrete Projekte mit zuverlässigen Partnern ist im Moment für uns in Namibia am sinnvollsten", fasst der Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim zusammen. Nach dem Motto "global denken - lokal handeln" können Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen über den Förderverein und mit der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall die Bildungsinitiativen in Windhoek unterstützen.