Umstrukturierung Hohenloher Spezialmöbel Schaffitzel strukturiert sich neu

Im Obersontheimer Werk von Hohenloher Spezialmöbel sind acht Mitarbeiter beschäftigt. Sie rechnen damit, dass der Standort Mitte 2016 geschlossen wird. Ihnen wurde noch nicht gekündigt.
Im Obersontheimer Werk von Hohenloher Spezialmöbel sind acht Mitarbeiter beschäftigt. Sie rechnen damit, dass der Standort Mitte 2016 geschlossen wird. Ihnen wurde noch nicht gekündigt. © Foto: Jürgen Stegmaier
Öhringen/Obersontheim / JÜRGEN STEGMAIER 15.09.2015
Die Hohenloher Spezialmöbel Schaffitzel GmbH&Co. KG hat Schwierigkeiten, sich am Markt zu behaupten. Jetzt wird das Unternehmen umstrukturiert. Der Standort Obersontheim wird aufgegeben.

Das Unternehmen entwickelt und fertigt nach eigenen Angaben Einrichtungssysteme für Schule, Lehre, Forschung und Industrie. Ende des zurückliegenden Jahres wurden die Hohenloher von der Waldner Holding GmbH&Co. KG in Wangen (Allgäu) übernommen.

Jetzt kündigt Waldner an, was mit dem Betrieb geschieht. Die Spezialmöbel sollen und müssten moderner und innovativer werden. Dies ließe sich mit den vorhandenen Maschinen, Gebäuden und Kostenstrukturen nicht umsetzen. Die Wettbewerbsfähigkeit stehe auf dem Spiel, betont das Unternehmen.

Deshalb werde "massiv in die Produktentwicklung für allgemeine, technische und naturwissenschaftliche Lernräume investiert", kündigt Waldner in einer Pressemitteilung an. Außerdem will sich die Gesellschaft international aufstellen.

Am Standort vor den Toren Obersontheims arbeiten derzeit acht Beschäftigte. Sie stellen Möbelteile und Komponenten in Serie her. Diese kommen dann in ein Lager nach Öhringen.

Diese Fertigungsweise gehe an den Ansprüchen des Marktes vorbei, sagt Horst Schierholz, Geschäftsführer der Waldner-Holding. Neben Schierholz ist Axel Härtl Geschäftsführer bei den Hohenlohern.

Im Gegensatz zu Obersontheim bleibe der Standort Öhringen erhalten

"Wir produzieren und fahren eine Lagerhaltung ohne zu wissen, ob uns ein Kunde die vorgefertigten Serienteile überhaupt abnimmt", erklärt Schierholz. Große Serien seien allenfalls von Möbelhäusern gefragt, aber nicht mehr in der Ausstattung von Lehr-, Forschungs- oder Laboreinrichtungen. Diese seien hoch individuell, betont Schierholz. Der Geschäftsführer spricht davon, dass teilweise in Losgröße 1 gefertigt wird. Das bedeutet, dass von einem Möbelstück lediglich ein Exemplar hergestellt wird.

Im Gegensatz zu Obersontheim bleibe der Standort Öhringen erhalten. Allerdings würden dort einzelne Bereiche, in denen Holzwerkstoffe be- und verarbeitet werden, geschlossen. Von den rund 200 in Öhringen Beschäftigten seien etwa 30 betroffen, so Schierholz. Für die rund 40 Mitarbeiter, die an den Standorten Obersontheim und Öhringen ihre Arbeit verlieren, werde ein Sozialplan erstellt.

Nicht um das Unternehmen aufzuhübschen, sondern um es nachhaltig zu sichern, sei es wichtig, es neu zu strukturieren, betont Horst Schierholz.

Dass das Spezialmöbel-Unternehmen schon seit längerem in Schwierigkeiten ist, verrät auch ein Blick in den Geschäftsbericht. Einerseits erwähnt das Management, dass sich das Inlandsgeschäft durch die angespannte Haushaltslage bei Bildungsträgern abschwächt. Andererseits lässt sich diese Tendenz auch in Zahlen ablesen. Von 2012 auf 2013 (jüngere Zahlen sind nicht veröffentlicht) ging der Umsatz von 49,5 auf 42,8 Millionen Euro (minus 13,5 Prozent) zurück. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war zum Jahresende 2013 tiefrot. Es verschlechterte sich von minus 2,3 auf 2,6 Millionen Euro. Von Februar 2013 an hatte Hohenloher für einige Zeit einen CRO im Haus, einen Manager für die Neustrukturierung des Unternehmens.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel