Mainhardt/Untermünkheim Hoffeste bei Familien Braun und Engelhardt: Schlechtes Wetter, gute Stimmung

Mainhardt/Untermünkheim / DENISE FIEDLER 19.09.2016
Herbstliche Hoffeste bleiben ein Anziehungspunkt. Am Sonntag kommen an der Landwirtschaft interessierte Menschen zum Riegenhof und nach Schönenberg.

„Schau mal, ein Apfelsaftwasserfall!“ Vincent ist ganz begeistert. Der Junge schaut mit seinen Eltern zu, wie Jörg Hörner und Andreas Rall aus mehreren Zentnern Äpfeln süßen Saft machen. Sie haben eine alte Mostpresse dabei, mit der man beste Einblicke hat, wie die runden Früchte in die großen Flaschen kommen.

Das Hoffest der Familie Braun vom Mainhardter Riegenhof sorgt bei Groß und Klein für Abwechslung. Ein Krämermarkt bietet allerhand Selbstgemachtes. Gestricktes, Genähtes, Gefilztes: Händler und Handarbeiter aus dem Haller Raum haben für die Besucher ein vielfältiges Sortiment dabei. Im Innenbereich der 2012 errichteten Kulturscheune gibt es eine angenehm warme Abwechslung zum nasskalten Wetter draußen.

Die Band „Friends & Guitars“ von Eckhard Wieland, seinen Söhnen Daniel und Martin sowie Felix Schmidt unterhält die Gäste. Auf der ungewöhnlichen Speisekarte stehen Lupinengeschnetzeltes und Bulgur-Risotto. Die Gerichte machen dem Letzten klar, dass bei Brauns der Fokus ganz klar auf neuen Ideen und einer natürlichen Lebensweise liegt.

„Früher hat man einfach nur Nahrung erzeugt. Heute muss man in der Landwirtschaft anders aufgestellt sein“, findet Doris Braun. Dementsprechend plant sie immer wieder neue Projekte. Ihre Kulturscheune soll bald mit richtiger Küche zum Hofcafé ausgebaut werden. „Dann können wir  ganz regelmäßig Events veranstalten“, erklärt Edmund Braun. Das Hoffest gibt es anlässlich des Tages des Schwäbischen Waldes heuer zum zweiten Mal. Durch die Plakate sind auch Burkhard Alpers und seine Frau aufs Braun’sche Fest aufmerksam geworden. „Wir wandern gern hier in der Gegend“, erzählt er und probiert die kulinarische Lupinen-Kreation.

Auch der Hof Engelhardt im Untermünkheimer Teilort Schönenberg öffnet am Sonntag die Tore beim jährlichen Hoffest. Viele nutzen die Chance, um zu sehen, woher die Lebensmittel vom Haller Marktstand eigentlich kommen. Einige gehören zu den mittlerweile mehr als  1300 wöchentlichen Abonnenten der Ökokiste. „Wir rechnen mit 1000 Gästen, aber bei dem Wetter wird’s vielleicht auch etwas weniger“, informiert Hof-Chef Hartmut Engelhardt. Doch trotz des Regens sind die Gäste guter Laune. Auch für ein Eis ist es noch nicht zu kalt, findet Loreen Heiner. Sie ist mit Mama Miriam aus Gaisdorf gekommen. Sie haben nach der Oma geschaut, die bei den Landfrauen Kuchen verkauft. Essen gibt es genug und in reichlicher Auswahl. „100 Prozent Ökoverpflegung“, verspricht Hartmut Engelhardt. Ein Anziehungspunkt für die Gäste ist der Wein- und Käsestand, bei dem ausführlich probiert werden darf. „Der hier ist mit Asche eingerieben“, erklärt Inga Kinski und reicht ein Stück vom österreichischen Schwarzberger. Publikumsliebling  ist der Heumilch-Kaiser, der mit Rotweinhefe bestrichen wird.

Musikalisch kommen die Gäste auch mit Ed’s Café auf ihre Kosten. Nur die Führungen auf den Feldern fallen sprichwörtlich ins Wasser. Die Kinder stört die erste Herbstoffensive wenig. Sie spielen im Sand und drehen auf dem geduldigen Pony ihre Runden durch Schönenberg. Für das nächste Jahr planen Engelhardts etwas Besonderes. Es soll das „20-jährige Ökokisten-Jubiläum“ gefeiert werden. „Dann wird alles noch eine Spur größer und schöner“, verspricht Engelhardt.

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