Konzert Hingabe für Gospels und Freude am Kitsch

„The B Side Quartet“ mit (von links) Travis Shaw, Kerstin Greaves, Julie Wyma und Brady Swenson.
„The B Side Quartet“ mit (von links) Travis Shaw, Kerstin Greaves, Julie Wyma und Brady Swenson. © Foto: Foto: Ralf Snurawa
Schwäbisch Hall / Ralf Snurawa 07.11.2018
Der evangelische Kirchenchor Sulzdorf, der Oberroter Männerchor „The Red Valleys“ und das Berliner Vokalquartett „The B Side“ locken etwa 130 Konzertbesucher in die Sulzdorfer Kirche und etwa 180 in die Hospitalkirche in Schwäbisch Hall.

Als Schauspieler und Sänger ist er dem Publikum in Schwäbisch Hall von den Freilichtspielen bekannt, zuletzt in „The Stairways To Heaven“ und „Jesus Christ Superstar“. Inzwischen ist Brady Swenson in Hall heimisch geworden. Und er kann auch hier nicht von seiner Leidenschaft für die Musik lassen. So hat er die Leitung mehrerer Chöre in der Umgebung übernommen. Dazu gehört der Männerchor „The Red Valleys“ aus Oberrot ebenso wie der evangelische Kirchenchor in Sulzdorf.

In der Sulzdorfer Margarethenkirche brachte Brady Swenson diese beiden Chöre mit dem Berliner „The B Side“-Quartett zusammen, in dem er selbst mitsingt. Die Mitglieder dieses Vokalensembles sangen dabei auch beim mit Drive und Hingabe vom Chor vorgetragenen Gospel „Down By The Riverside“ mit. Zuvor hatte der Kirchenchor mit Begeisterung „Singt dem Herrn mit allen Stimmen“ gesungen, von Brady Swenson geleitet und auf dem E-Piano begleitet. Sanft und bittend getönt war „Nimm du auch, heiliger Atem“ zu hören, ehe mit dem afrikanischen, schwungvoll vorgetragenen „Sijahamba“ das Publikum zum Mitklatschen gebracht wurde.

Mit dem Gospel „No More Sorrow“ knüpfte der „Red Valleys“-Männerchor daran an. Entschieden im Ton und engagiert waren die Sänger unter der Leitung von Swenson zu hören und erhielten für diesen Gospel besonders viel Beifall. Davor hatten sich die „Red Valleys“ mit Popsongs und Schlagern auseinandergesetzt. Dazu gehörte der beschwingte Country-Titel „Take It Easy, altes Haus“ genauso wie John Denvers hingebungsvoll gesungenes „Take Me Home, Country Roads“.

Gefühlvoll breiteten die Sänger „Let It Be“ von den „Beatles“ aus, recht sanft Elvis’ „Can’t Help Falling In Love With You“, allerdings in einem etwas unruhig gestalteten Chorsatz, und schließlich geradezu zart „All I Have To Do Is Dream“ von den „Everly Brothers“. Als Zugabe zeigten die Oberroter Spaß am Text zu „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ – und, ganz wundervoll, am Kitsch in der Schlusswendung.

Richtung Jazz ging es dann mit der A-cappella-Gruppe „The B Side Quartet“. Roger Ciceros „Zieh’ die Schuh’ aus“ eröffnete den groovenden Reigen. Etwas heißer ließ es Kerstin Greaves mit ihrem leidenschaftlichen Solo zu „Fever“ werden, gefolgt von Julie Wyma mit dem kecken „Whatever Lola Wants, Lola Gets“.

Energiegeladen ließ Travis Shaw sein Solo zu „Pounded On A Rock“ von den „Bobs“ folgen, wobei das Vokalquartett sein Können im Zusammenklang zeigte. Shaw durfte später halb szenisch den bösen Wolf spielen, die anderen drei Sänger Rotkäppchen. Bei „Am Brunnen vor dem Tore“ musste jemand aus dem Publikum den Lindenbaum darstellen, und zu Tom Waits’ „Temptation“ war Kerstin Greaves mit Zigarre und Whiskey zu erleben. Ein wenig Choreografie folgte zum, so Swenson, „alten traditionellen schwedischen Volkslied“: „SOS“ von Abba; nach langem Beifall mit Zugaberufen von „What A Wonderful World“, innig und keineswegs kitschig.

Info Das „B Side Quartet“ bietet noch zwei weitere Konzerte, diesmal zusammen mit dem Gesangverein Oberaspach unter dem Titel „Aschbich meets Berlin“: am Freitag, 9. November, in der Frankschen Scheune in Oberaspach und am Samstag, 10. November, im Rittersaal des Kirchberger Schlosses. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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